Die Geburt eines Pottwal-Babys zu beobachten, ist nur den wenigsten Menschen bisher vergönnt gewesen. Nun ist es Forschern vor der Küste von Dominica, einem Inselstaat in der Karibik, sogar gelungen, eine solche Geburt zu filmen. Das allein wäre schon spektakulär genug. Den Wissenschaftlern ist bei ihren Beobachtungen außerdem das besondere Verhalten der Pottwal-Gruppe aufgefallen. Die werdende Mutter geht nicht etwa abseits ihrer Familie durch die Wehen bis zur Geburt. Ihre Artgenossen begleiten sie dabei. Sie leisten gewissermaßen Geburtshilfe, wie es in einem „Tagesschau“-Artikel heißt.
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So interpretieren die Experten das Verhalten der Tiere zumindest. Denn die Walforscher, unter anderem vom Project CETI zur Erforschung der Sprache der Wale, konnten beobachten, wie sich zwei eigentlich getrennt lebende Clans zur Geburt eines Walkalbs um das Muttertier versammelten. Gut zu sehen, war dies deshalb, weil sich Pottwale an der Wasseroberfläche aufhalten, wenn eine Geburt bevorsteht. So können Muttertier und der Nachwuchs Atemluft holen.
Pottwale helfen Neugeborenen an die Oberfläche und unterstützen die Mutter
Die „Geburtshelfer“ kümmerten sich dabei zum einen um die Mutter. Dabei machten die beiden Walgruppen die für sie individuell und typischen Klicklaute. Die Autoren der Studie deuten dies als Zeichen der Zusammengehörigkeit und Unterstützung. War das Kalb dann auf der Welt, konnten die Wissenschaftler noch etwas anderes beobachten: Damit das frisch geborene Kalb nicht ertrinkt, hoben es die erwachsenen Tiere mit ihren Leibern an die Wasseroberfläche. Jungtiere haben direkt nach der Geburt noch wenig Körperfett und somit auch wenig Auftrieb. Damit das Neugeborene seinen ersten Atemzug machen konnte, kamen seine Artgenossen auch hier zur Hilfe. Anschließend, nach ein paar Stunden, löste sich die Geburtshelfer-Gruppe auf und Mutter und Kalb blieben für sich.
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Fabian Ritter vom Berliner Meer e. V. war zwar nicht an der Studie zu den Pottwalen beteiligt. Er interpretiert das Verhalten aber auch wie die Forscher. „Das ist ganz eindeutig ein Ergebnis dieser komplexen Sozialstruktur von Pottwalen.“ Deutlich werde, dass sich Familienverbände unterstützten, die nicht näher miteinander verwandt seien. „Das ist schon eine große Besonderheit und deutet auf die sozialen Beziehungen zwischen diesen Familiengruppen hin, die auch Jahre und Jahrzehnte andauern können“, meint Ritter.
Geburt von Pottwal mit Drohnen und Unterwassermikrofonen dokumentiert

Dieses Verhalten sei auch ein Beleg für die Intelligenz der Tiere. Pottwale seien die Säugetiere auf der Erde mit dem größten Gehirn. „Wir ahnen im Moment nur, was sich da noch alles an Komplexität verbirgt“, sagt Ritter. Dass sich Tiere bei einer Geburt eines neuen Familienmitglieds helfen, kommt sehr selten und eigentlich nur bei Primaten vor.
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Festgehalten hat das Forschungsteam die eindrucksvolle Geburt mithilfe von Drohnen aus der Luft, Kameras von einem Forschungsschiff und Unterwasser-Mikrofonen. Da eine Wal-Geburt bislang auch für Ozeanexperten ein selten zu beobachtendes Phänomen ist, widmen sich gleich zwei Fachmagazine, Nature und Science, der Auswertung der Aufnahmen.





