Ein riesiger toter Pottwal wurde am Mitte November an der Nordküste der Insel Nantucket, einem ehemaligen Zentrum des Walfangs vor der Küste von Massachusetts, angespült. Der etwa 15 Meter lange und bis zu 52 Tonnen schwere männliche Pottwal ist der erste Vertreter seiner Art, der seit mehr als 20 Jahren dort angespült wurde. Das letzte Mal ereignete sich ein solcher Vorfall im Jahr 2002, als ein Pottwal nach seinem Tod zur Untersuchung in eine Werft geschleppt und anschließend zur Nekropsie auf eine Deponie transportiert wurde. Sein Skelett ist heute im Walfangmuseum von New Bedford ausgestellt.

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Doch anders als damals präsentierte sich der aktuelle Fall als logistische Herausforderung: „Dieser Wal ist viel zu groß, unhandlich und schwer, um ihn vom Strand zu entfernen“, teilte die Marine Mammal Alliance Nantucket (MMAN) in einem Statement mit. „Keine Ausrüstung der Welt hätte das geschafft.“ Die gemeinnützige Organisation hat im engem Austausch mit Experten der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), der Stadt Nantucket und des International Fund for Animal Welfare (IFAW), nun eine Lösung für den schweren Kadaver gefunden. Dieser war zunächst am Ufer verankert worden, um zu verhindern, dass das tote Tier erneut ins Meer gespült wurde. Zur Sicherheit wurde außerdem der Kiefer des Tieres entfernt, um zu verhindern, dass die Zähne des Pottwals gestohlen werden, da deren Besitz illegal ist.

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Die Todesursache des Wals bleibt bislang unklar. Aufgrund seiner enormen Größe und seines Gewichts ist eine vollständige Nekropsie am Strand nicht möglich. Die Wissenschaftler haben daher eine sogenannte „Fenster-Nekropsie“ durchgeführt, bei der die Wissenschaftler kleine „Fenster“ in die Überreste schnitten, wo sich die verschiedenen Organe befinden oder wo Blutergüsse erkennbar waren. Sie nahmen außerdem Proben von einer etwa 90 cm langen Wunde auf dem Rücken des Wals, die in Laboren untersucht werden sollen. Laut IFAW wies die Wunde viel Narbengewebe auf, was auf eine ältere, chronische Verletzung hindeutete. Obwohl in der Umgebung Verfärbungen und eine Infektionsstelle festgestellt wurden, konnte keine dieser Ursachen eindeutig als Todesursache des Wals identifiziert werden.

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Toter Pottwal: Menschen verabschieden sich mit Blütenblättern

Die Öffentlichkeit wurde aufgefordert, den Kadaver aus respektvoller Entfernung zu betrachten und mindestens 90 Meter Abstand zu halten, da der Pottwal als gefährdete Art geschützt ist. „Wir ermutigen Sie, dieses prächtige Tier mit Respekt und Ehrfurcht und im Rahmen des Gesetzes zu betrachten“, schrieb die MMAN auf Facebook, mit dem Hinweis, dass ein Fernglas nützlich sei.

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Nun wurden die Überreste des Wals etwa 80 Kilometer östlich der Insel aufs Meer hinausgeschleppt. Laut der Marine Mammal Alliance Nantucket wurde der Wal mithilfe eines Baggers geborgen. Vor der Bergung hatte am Strand eine kleine Gedenkfeier für den Wal stattgefunden. Viele Besucher brachten Blumen mit und streuten Blütenblätter um den Wal, um ihre Anteilnahme auszudrücken.

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Die Pottwalpopulation hat sich seit den 1980er Jahren, nachdem die Internationale Walfangkommission ein Moratorium für den kommerziellen Walfang verhängt hatte, teilweise erholt. Dennoch bleibt die Art weiterhin gefährdet. Pottwale sind bekannt dafür, bis zu 600 Meter tief zu tauchen, um Tintenfische, Haie und Fische zu jagen, und können ein Alter von bis zu 60 Jahren erreichen. Ihr Name leitet sich von dem wachsartigen Ölsack in ihrem Kopf ab, der ihnen ein außergewöhnliches Hörvermögen verleiht – ein Merkmal, das sie einst zu einer Hauptzielgruppe der kommerziellen Walfangindustrie machte.