Ein Hantavirus-Ausbruch auf dem kleinen Expeditionskreuzfahrtschiff „MV Hondius“ hat bereits drei Menschen das Leben gekostet – darunter ein älteres niederländisches Ehepaar und einen Deutschen. Bei zwei der Todesopfer wurde das Virus inzwischen durch Labortests nachgewiesen, zudem gibt es laut WHO fünf weitere mutmaßliche Hantavirus-Fälle.

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Das Hantavirus wird üblicherweise durch Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Doch bei dem Anden-Typ des Virus, der in diesem Fall vermutet wird, seien auch Infektionen zwischen Menschen bei engem Kontakt möglich, erklärte WHO-Epidemiologin Maria Van Kerkhove. Dennoch sei es kein Virus wie Grippe oder Covid, sagte sie. Die WHO schätzt das Risiko dieses Ausbruchs für die breite Öffentlichkeit weiterhin als niedrig ein.

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Ungewissheit auf der MV Hondius: „Wir sind Menschen mit Familien“

Das genaue Ausmaß der Ansteckungen ist jedoch unklar und unter den Touristen herrscht aktuell viel Unsicherheit. Der amerikanische Reiseblogger Jake Rosmarin schildert die Zustände an Bord in einem emotionalen Video auf Instagram.

„Ich bin gerade an Bord der MV Hondius, und was hier gerade passiert, ist für uns alle sehr real“, sagte Rosmarin in einem Video, das er am Montag auf Instagram teilte. „Wir sind nicht nur eine Geschichte, wir sind nicht nur Schlagzeilen. Wir sind Menschen. Menschen mit Familien, mit einem Leben, mit Menschen, die zu Hause auf uns warten.“ „Es gibt viele Unsicherheiten, und das ist das Schwierigste“, fügte Rosmarin hinzu.

Alles, was sie sich wünschten, sei, sich sicher zu fühlen, Klarheit zu haben und nach Hause zu kommen. Der Blogger merkte in der Videobeschreibung an, dass es ihm zwar schwerfalle, über das Thema zu sprechen, es ihm aber derzeit gut gehe.

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Unter Rosmarins Beitrag häufen sich Kommentare von Menschen aus aller Welt – Fremde, die mitfühlen und Mut zusprechen. „Bleib stark. Niemand außer euch weiß, wie es wirklich ist, in dieser Situation zu sein. Das ist traumatisch“, schreibt ein Nutzer – der meistgelikte Kommentar mit mehr als 750 Likes.

WHO-Epidemiologin: „Wir wissen, dass ihr Angst habt“

Die WHO geht derzeit von insgesamt sieben Erkrankungsfällen aus. Der Transport von zwei Patienten an Bord in die Niederlande werde derzeit vorbereitet, sagte Van Kerkhove. Bislang sind nur in einem kleinen Teil der Fälle Hantaviren gesichert nachgewiesen worden. Laboruntersuchungen zu den übrigen Infektionen und zum genauen Typ des Virus laufen.

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Über das weitere Schicksal der rund 140 Passagiere herrschte zunächst Unklarheit. Van Kerkhove berichtete von Absprachen mit spanischen Behörden über eine Weiterfahrt auf die Kanarischen Inseln. Das spanische Gesundheitsministerium widersprach jedoch: Eine Entscheidung über den weiteren Kurs der „Hondius“ und ein mögliches Anlegen auf den Kanaren sei noch nicht gefallen. Sie hänge von Daten ab, die während des Aufenthalts vor der Küste der Kapverden gesammelt worden seien.

Van Kerkhove wandte sich direkt an die Menschen auf der „Hondius“, die derzeit in ihren Kabinen bleiben sollten und bislang in Kap Verde nicht an Land durften. „Wir wissen, dass ihr Angst habt“, sagte sie. Die WHO setze sich für ihre medizinische Versorgung und Heimreise ein.

pau mit dpa/afp