Zum Beitrag „Dem Osten fehlt die Jugend“ vom 11. August

Bei diesem Artikel wird vollkommen vergessen, dass sehr viele Kinder in den „Westen“ gegangen sind wegen der Arbeit, und wer dort eine gut bezahlte Arbeit hat, kehrt kaum zurück. Den hier gebliebenen Eltern und Großeltern nutzt die Zuwanderung wenig. Ihre Kinder und Enkel sind weg.
Martina Federwisch, Erfurt

Feierlichkeiten in Kandahar zu fünf Jahre Taliban.
Feierlichkeiten in Kandahar zu fünf Jahre Taliban.© AFP | Sanaullah Seiam

Zum Artikel „Das Leiden der Frauen in Afghanistan“ vom 15. August

Auch interessant

Dieser Beitrag zeigt erneut, wie irrwitzig die Politik der USA samt ihrer Verbündeten in den letzten Jahren war und auf die gleiche Weise noch ist. Der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) sagte: Unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt. Bis dann Onkel Sam keine Lust mehr hatte und seine Truppen abzog. Die Leute vor Ort, die an die Zusagen der USA glaubten, waren danach schlechter dran als vorher. Die dann beschlossenen westlichen Sanktionen treffen in der Hauptsache auch wieder die Normalbürger. Was hat also die gesamte Aktion für die dortigen Leute gebracht? Nichts. Ähnlich war es vor Jahren auch in Vietnam. Einen Scherbenhaufen gibt es ähnlich auch im Irak, in Libyen und in Syrien. Am Iran arbeitet man sich gerade gegenwärtig ab und nimmt durch die erhöhten Energiepreise den Rest der Welt in Geiselhaft. Man hört diesbezüglich natürlich das Wort „Angriffskrieg“ nicht. Warum kann man andere Länder beziehungsweise Völker nicht ihren eigenen Weg in der Entwicklung gehen lassen? Ich denke, die vorgeschobenen humanitären und sicherheitspolitischen Gründe sind nicht der Beweggrund, sondern rein wirtschaftliche und geopolitische Interessen.
Peter Stiebling, Waltershausen OT Fischbach

Lesen Sie auch

Zum Beitrag „Putin sucht die Schwachstellen der NATO in Europa“ vom 14. August

Feuerwehrleute versuchen, einen Brand auf einem städtischen Buchmarkt zu löschen, der nach einem russischen Raketenangriff ausgebrochen ist. (zu dpa: «Russland greift erneut Kiew an - Ukraine zielt auf Moskau»)
Feuerwehrleute versuchen in Kiew, einen Brand zu löschen, der nach einem russischen Raketenangriff ausgebrochen ist. (© Francisco Seco/AP/dpa

Putins Kriegsziele erschöpfen sich nicht in territorialen Gewinnen in der Ukraine. Sie zielen auf eine machtpolitische Neuordnung des östlichen Europas. Auf die Besetzung und Annexion des ukrainischen Südostens soll ein von Moskau abhängiges Regime in Kiew folgen. Ein verbleibender Reststaat könnte anschließend in den Unionsstaat von Russland und Belarus eingebunden werden. Wer glaubt, damit sei das Expansionsstreben des Kremls beendet, unterschätzt seine Logik. Die Sicherheit der NATO wird deshalb auch in der Ukraine verteidigt.

Auch interessant

Ein Ende dieses Krieges ist erst dann realistisch, wenn Russland ökonomisch und militärisch nicht mehr in der Lage ist, ihn fortzuführen. Die Stabilität des Systems Putin beruht wesentlich auf finanziellen Ressourcen, Zwang und Einschüchterung. Berichte über den Druck auf Soldaten, mehrjährige Verträge zu unterschreiben, fügen sich in dieses Bild. Die Angriffe der Ukraine auf Raffinerien, Häfen und Lagerhäuser sind militärisch rational. Sie richten sich gegen die ökonomische und logistische Basis russischer Kriegsführung. Solange die westliche Unterstützung trägt, wird Russland diesen Zermürbungskrieg nicht nach seinen Vorstellungen beenden können.
Talaibek Burkanow, Bad Sulza

Schreiben Sie uns gern Ihre Meinung

Leserbriefe sind in keinem Fall Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, Texte zu kürzen. Leserbriefe und auch Leserfotos senden Sie bitte per Mail an leserbriefe@thueringer-allgemeine.de unter Angabe des vollständigen Namens, der Anschrift und der Telefonnummer. Veröffentlicht werden davon nur Name und Ort. Leserbriefe sollten die Länge von 1400 Zeichen nicht überschreiten.