Juli und August sind die klassischen Urlaubsmonate in Griechenland. Aber während auf den Inseln früher im September die Nachsaison begann, wird der Herbst zunehmend zu einer eigenen Reisezeit. Fluggesellschaften haben in diesem Jahr für den Oktober rund 3,6 Millionen Plätze nach Griechenland eingeplant – etwa 600.000 mehr als im selben Monat des Vorjahres. Urlauber versuchen zunehmend, so die Hochsaison zu umgehen.

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Urlaub in Griechenland: Hitze und volle Strände verändern Gewohnheiten

Ein Grund ist das veränderte Klima. Die extremen Temperaturen der vergangenen Sommer machen die klassischen Hochsommermonate für manche Reisende unattraktiv. Hinzu kommen hohe Preise, überfüllte Strände, Engpässe bei Hotels und Gedränge in den Restaurants. Gerade in der Hochsaison kann aus der Erholung schnell Stress werden.

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Die Entwicklung lässt sich inzwischen auch an den Ankunftszahlen ablesen. In den ersten fünf Monaten des Jahres lagen die internationalen Ankünfte in Griechenland um 20,9 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig verschiebt sich das Gewicht innerhalb der Saison: Während der Anteil von Juli und August zurückgeht, steigen die Touristenzahlen im Mai und Juni sowie im September und Oktober.

Die griechischen Tourismusstrategen verfolgen das Ziel, den Fremdenverkehr stärker über das gesamte Jahr zu verteilen und die Reisesaison in den Herbst hinein zu verlängern. Griechenland sei dabei aber besonders erfolgreich, heißt es in einer jetzt veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Fitch Solutions. Die Hotelkapazitäten werden auf diesem Weg über einen längeren Zeitraum genutzt. So erreichen die Tourismusbetriebe eine bessere Auslastung. Zugleich wird die Infrastruktur in der Hochsaison entlastet.

Griechenland erlebt Boom bei den Flugreisen im Oktober

Am deutlichsten zeigt sich der Wandel derzeit bei den Flugverbindungen. Für Oktober haben die Airlines ihr Angebot nach Griechenland kräftig aufgestockt. Besonders stark wachsen die Kapazitäten nach Athen, Heraklion und Rhodos. Auch Kalamata auf der bei deutschen Reisenden beliebten Halbinsel Peloponnes verzeichnet einen deutlichen Zuwachs. Zu den wichtigsten Herkunftsländern gehören neben Deutschland auch Großbritannien, Frankreich und Italien.

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Gefragt sind im Herbst vor allem Inseln wie Rhodos, Kos und Kreta. Dort liegen die Temperaturen im Oktober immer noch bei 24 bis 25 Grad. Es gibt statistisch siebeneinhalb Sonnenstunden am Tag und nur drei bis fünf Regentage. Kykladeninseln wie Mykonos, Paros und Santorini kommen im Oktober auf Tagestemperaturen von 23 bis 24 Grad und durchschnittlich drei Regentage. Mit mehr Niederschlägen muss man im Herbst auf den ionischen Inseln Korfu, Kefalonia und Zakynthos rechnen. Das Meer lädt im Oktober überall in Griechenland mit Wassertemperaturen von 23 bis 24 Grad zum Schwimmen ein.

Die Reiseveranstalter reagieren auf den neuen Trend und verlängern ihre Programme, einige sogar bis in den November hinein. Nach Daten des Luxusreise-Netzwerks Virtuoso gehört Griechenland inzwischen zu den beliebtesten Reisezielen für den Herbst. Gleichzeitig steigen die Preise für hochwertige Hotels auf den griechischen Inseln deutlich: Im Herbst liegen die durchschnittlichen Tagesraten laut den vorliegenden Daten 131 Prozent über dem Niveau von 2019. Noch ist Griechenland weit davon entfernt, ein echtes Ganzjahresziel zu sein. Der Sommer bleibt mit Abstand die wichtigste Reisezeit. Doch die Grenzen verschieben sich.