Auf Ed Sheerans „Loop Tour“ sorgt inzwischen das Vorprogramm für mehr Schlagzeilen als die Musik. Nachdem Macklemore nach seinen pro-palästinensischen Äußerungen aus dem Line-up gestrichen wurde, ziehen nun vier weitere Acts Konsequenzen: Finneas, Lukas Graham, Aaron Rowe und Beoga sagen ihre Auftritte ab. Für Sheeran ist der Streit besonders heikel, weil er politische Botschaften bei seinen Konzerten gerade vermeiden wollte.

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Nach Macklemore-Aus: Finneas und drei weitere Acts ziehen sich zurück

Wie der „Guardian“ berichtet, erklärten die vier Acts ihren Rückzug aus Solidarität mit Macklemore. Finneas Baird O’Connell, Musiker und Bruder von Billie Eilish, hätte Sheeran bei sechs Konzerten im November begleiten sollen. Nun sagte er: „Künstlern darf nicht der Mund verboten werden, wenn sie sich für die Unterdrückten einsetzen.“ Er stehe an der Seite Palästinas und seiner Menschen.

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Auch der irische Sänger Aaron Rowe, die dänische Band Lukas Graham und die irische Gruppe Beoga wollen nicht mehr auftreten. Lukas-Graham-Sänger Lukas Forchhammer begründete den Schritt mit deutlichen Worten: „Es muss uns erlaubt sein (…) über Kinder zu sprechen, denen es zusteht, aufzuwachsen. Egal, wo sie leben. Egal, welche Flagge über ihnen weht.“

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Macklemore: So begann der Streit um seine Auftritte

Auslöser des Streits waren Macklemores Auftritte Anfang September im MetLife Stadium in New Jersey. Dort erklärte der 43-Jährige, er habe sich auch deshalb auf Sheerans Tour gefreut, weil er vor großem Publikum zwei Worte sagen könne, die ihm wichtig seien: „Free Palestine.“ Später betonte Macklemore, seine Kritik an Israel richte sich nicht gegen jüdische Menschen. Seine Botschaft gelte Frieden und Gleichberechtigung.

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Die Reaktionen folgten rasch. Nach Angaben des „Guardian“ startete der Israeli-American Council eine Petition gegen weitere Auftritte des Rappers. Zugleich lehnten mehrere Veranstaltungsorte eine Show mit Macklemore im Line-up ab. Besonders im Blickpunkt stand dabei Robert Kraft, Milliardär, Besitzer der New England Patriots und Betreiber des Gillette Stadium, der Medienberichten zufolge zu den Stadionverantwortlichen gehörte, die Macklemores Teilnahme ablehnten.

Der Tourveranstalter Messina Touring Group bestätigte gegenüber „Rolling Stone“, mehrere Stadien hätten mitgeteilt, Konzerte mit Macklemore nicht zuzulassen. Dadurch hätten im schlimmsten Fall ganze Termine ausfallen können. Nach Gesprächen mit allen Beteiligten sei deshalb entschieden worden, dass der Rapper bei den verbleibenden Shows nicht mehr auftreten werde.

Mehr von Israel-Korrespondentin Maria Sterkl

Macklemore sieht die Verantwortung bei Sheerans Team

Macklemore schildert den Vorgang allerdings anders. „Ed Sheeran und sein Team haben entschieden, mich von der The Loop Tour auszuschließen“, schrieb er auf Instagram. Sheeran betrachte er weiterhin als einen Bruder, zugleich seien beide an einen Punkt grundlegender Uneinigkeit gelangt.

Nach Macklemores Darstellung hätten mehrere Stadionbetreiber Sheeran vor die Wahl gestellt: Bleibe Macklemore Teil der Tour, könnten einzelne Konzerte nicht stattfinden. Für den Rapper erklärt das allerdings noch nicht, warum seine Aussagen ausgerechnet jetzt zum Problem wurden. Ähnliche Positionen habe er bereits früher vertreten. Der Unterschied sei diesmal die Bühne: „Warum ist es jetzt ein Problem? Weil ich nun die Bühne mit einem der größten Künstler der Welt teile, in einigen der größten Stadien Amerikas.“

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Ed Sheeran widerspricht Macklemore

Ed Sheeran weist zurück, Macklemore selbst von der Tour entfernt zu haben. In einer Stellungnahme auf Instagram schrieb er, die Entscheidung sei vom Tourveranstalter getroffen worden. Er habe zuvor mit Stadionbetreibern, dem Promoter und „Aktivisten auf beiden Seiten“ gesprochen, um doch noch eine Lösung zu finden. Ohne Erfolg.

Zum Krieg im Nahen Osten äußerte sich Sheeran zugleich ungewöhnlich deutlich. Er sei über das Leid auf beiden Seiten „entsetzt“. Dass er seine persönliche Haltung dazu nicht öffentlich vertrete, bedeute weder, dass er keine habe, noch dass ihm das Geschehen gleichgültig sei.

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Macklemores Einsatz für seine Überzeugungen respektiere er, schrieb Sheeran weiter. Für seine eigenen Konzerte habe er sich jedoch bewusst für einen anderen Weg entschieden. Zu seinem Publikum gehörten viele junge Menschen, oft auch Kinder mit ganz unterschiedlichen Hintergründen. Ihnen wolle er einen „Ort der Sicherheit und Zuflucht“ bieten und Gespräche offenhalten. Am Ende formulierte Sheeran auch eine grundsätzliche Kritik an der Art, wie solche Debatten geführt werden: „Wenn wir uns nur darauf konzentrieren, wer am lautesten schreit, wird sich nie etwas ändern.“

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Macklemores Palästina-Aktivismus sorgt seit Jahren für Diskussionen

Macklemores politische Haltung kommt nicht überraschend. Bereits 2024 veröffentlichte er mit „Hind’s Hall“ einen propalästinensischen Song, 2025 folgte „F—ed Up“. Darin übt er scharfe Kritik an Israel und wirft dem Land Genozid vor.

Trotz des Streits will Macklemore seine langjährige Freundschaft mit Sheeran nicht aufgeben. Dreizehn Jahre Freundschaft verschwänden nicht wegen einer schmerzhaften Meinungsverschiedenheit, schrieb er auf Instagram. Seine Tür stehe weiterhin offen.

Sheerans „Loop Tour“ läuft unterdessen ohne Macklemore weiter. Bis November stehen noch Konzerte in den USA an, anschließend führt die Tour nach Mexiko und Südamerika.