Zum Beitrag „IG Metall lässt Muskeln spielen“ vom 22. September:

Alle wissen es, aber niemand sagt es: Die Gehälter der Facharbeiter im Automobilbereich liegen seit Jahren etwa 25 Prozent über denen von Facharbeitern in anderen Branchen. Dazu kommt, dass nahezu alle Autofirmen ihren Mitarbeitern jährlich ein 13. Monatsgehalt in vier- bis fünfstelliger Höhe gezahlt haben. Und das bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 35 Stunden in den alten Bundesländern. Eine Hauptschuld an dieser Fehlentwicklung trägt die IG Metall. Bis heute hat die IG Metall nicht mal gleiche Arbeitsbedingungen in ihrer Branche in Ost und West durchgesetzt. Die hohen Arbeitskosten, verbunden mit kurzen Arbeitszeiten, haben sich zum größten Wettbewerbsnachteil entwickelt. Aber die Führer der IG Metall haben noch nicht begriffen, dass ihre Forderungen an den wirtschaftlichen Entwicklungen vorbeigehen. Sie sollten mal bei Karl Marx nachlesen. Der hatte schon festgestellt, dass das Kapital immer dahin geht, wo es die besten Verwertungsbedingungen vorfindet. Das ist leider nicht mehr in Deutschland der Fall.
Achim Hühn, Sundhausen

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Zum geplanten Wechsel an der Thüringer SPD-Spitze:

Nun will Georg Maier den Vorsitz der Thüringer SPD abgeben. Offenbar wächst die Angst vor ähnlich historischen Wahlergebnissen wie bei der mecklenburgischen CDU. Wächst aber auch das Bewusstsein, dass die amtierende Landesregierung wohl kaum bis zum Ende der Legislatur durchhalten kann? Mit Katharina Schenk bekommt die SPD eine sehr gute Landesvorsitzende, die als Sozialministerin die Probleme sehr gut kennt und auf die Bürger zugehen kann. Dies ist auch bitter nötig, allerdings auch nicht einfach, denn oft vertritt die Sozialministerin, aus sehr guten Gründen, völlig gegensätzliche Positionen zur CDU und zu Friedrich Merz. Vielleicht gelingt es ihr, die verfahrene Situation im Landtag zu klären.
Cornelius Ludwig, Niederdorla

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Zu einem Leserbrief vom 23. September:

Der Beitrag enthält viel Richtiges, etwa über das umweltschädliche Fracking-Gas und dass unsere Menschen keinen Krieg wollen. Aber er enthält auch vier Ungereimtheiten, die nicht unwidersprochen bleiben dürfen: 1. Die hohen Energiepreise, besonders an Tankstellen, sind vorwiegend auf die Folgen des Krieges von Trump gegen den Iran zurückzuführen und nicht auf die verfehlte Politik unserer Regierung.
2. Jeder Vorschlag für Friedensverhandlungen im Angriffskrieg auf die Ukraine wird von Putin abgelehnt und nicht von der deutschen Regierung, von Europa oder der Ukraine. Der Leser tut ja so, als hätte die Ukraine das friedliche Russland überfallen.
3. Es gibt viele vernünftige Leute mit Verständnis dafür, dass Europa sich selbst einen Bärendienst täte, wenn es die um ihre Existenz kämpfende Ukraine nicht unterstützen würde. Dass das „niemandem“ zu vermitteln ist, stimmt keinesfalls.
Über Jahrhunderte glaubte Europa der Erzählung, dass die Ukraine ein Teil Russlands sei. Sie wurde von Russland erobert und unterdrückt. Sie hat eindeutig ihre Unabhängigkeit von Russland deklariert und keine Lust, weiterhin das „Stiefkind“ von Russland zu sein.
Europa muss also entscheiden, ob es die Ukraine im Stich lassen und das Geld lieber in die Infrastruktur stecken will, die uns natürlich auch am Herzen liegt. Uns fehlt jeder Euro, der in die Rüstung geht. Aber Putin hat jedenfalls deutlich gemacht, dass eine unterworfene Ukraine nur der Anfang ist. Vergleiche mit dem Zweiten Weltkrieg halte ich für abwegig.
Dr. Hans Erich Müller, Mühlhausen

Weitere Lesermeinungen

Zum geplanten Tankrabatt:

Veräppeln können wir uns selbst, die Bundesregierung brauchen wir dafür nicht. Welch Gnadengeschenk, 17 Cent weniger pro Liter Benzin/Diesel. Davon wird man letztlich nichts merken, der Effekt wird ganz schnell verpuffen. Die Lösung wäre dabei ganz einfach: CO₂‑Steuer ersatzlos streichen. Ich muss zum Glück nur sehr selten tanken, aber was macht der Arbeiter mit 50 Kilometer Arbeitsweg täglich?
Nun hatte ich die große Freude, die CDU aus dem ersten Parlament ausscheiden zu sehen, endlich! Wir haben einen Bundeskanzler von einer Splitterpartei, so nennt man das wohl. Ich bin felsenfest überzeugt, die CDU wird ab jetzt jede Wahl verlieren! Und der SPD sollte man zurufen: Freut euch nur nicht zu früh!
Andreas Schütze, Kölleda

Zum Beitrag „Müssen Landtagsabgeordnete alle Ordnungsrufe hinnehmen?“ vom 17. September:

15 Monate nach zwei Ordnungsrufen im Thüringer Landtag gegen einen AfD-Abgeordneten wird das Verfassungsgericht bemüht, die Rechtmäßigkeit zu klären. Natürlich ist Rechtssicherheit wichtig. In der gleichen Zeit verlieren immer mehr Bürger unseres Landes ihren Arbeitsplatz. Die Verteuerung in allen Bereichen des Lebens bringt viele Menschen an den Rand der Existenz. Die Produkte der im Thüringer Obermaßfeld gegründeten Marke „Thüringer Land“ werden heute ausschließlich in Bayern veredelt. Wurstwaren aus Weimar kommen heute zu einem großen Teil aus Niedersachsen. Marmeladen aus Mühlhausen kommen bis auf das Pflaumenmus aus Mönchengladbach. Von der Herzgutmolkerei in Rudolstadt ist nichts geblieben. Die Produkte der ThüFleiWa in Apolda sollten nach deren Insolvenz im Jahr 2025 nicht vom Markt verschwinden, sind aber kaum noch zu finden.
Und viele Gaststätten haben es immer noch nicht verstanden, dass unsere Gäste und Besucher auch lokale Produkte probieren möchten. Man möge sich eine bayrische Gaststätte vorstellen, in der es kein bayrisches Bier gibt. Unmöglich! Und der Weggang von Zalando aus Erfurt war der letzte Höhepunkt des Niedergangs der Thüringer Wirtschaft. Und die jungen Leute ziehen der Arbeit hinterher. Es ist also absehbar, dass Thüringen weiter verzwergt und vergreist.
Im Landtag beschäftigt man sich aber scheinbar lieber mit sich selbst, statt mit dem Leben des Souveräns.
Ralf Lucas, Erfurt

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