Die vorgezogene Bundestagswahl am 23. Februar hat die Kleinparteien in Thüringen unter Druck gesetzt. Nicht alle konnten die hohen Anforderungen innerhalb von kurzer Zeit erfüllen. Diese Kleinparteien gehen im Freistaat dennoch mit einer eigenen Landesliste an den Start.
Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD)
„Make Socialism Great Again“ – mit diesem Slogan geht die MLPD in den Bundestagswahlkampf. Die kommunistische Partei kämpft gegen die globalen Umweltkatastrophen, den Faschismus und für ein uneingeschränktes Asylrecht für „alle Unterdrückten auf antifaschistischer Grundlage“.
Zudem fordert die Partei eine „Umweltsteuer für Konzerne, Monopole und Superreiche“ und einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr. Militäreinsätze und die Atomkraft wird abgelehnt. Das Bundesamt sowie verschiedene Landesämter des Verfassungsschutzes – darunter auch Thüringen – stufen die MLPD aufgrund ihrer Vorstellung, den demokratischen Verfassungsstaat abschaffen zu wollen, als linksextremistisch ein.
Die Liste der Partei wird angeführt von dem Thüringer MLPD-Landesvorsitzenden Tassilo Timm aus Erfurt.

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Volt Deutschland (Volt)
Die paneuropäische Partei Volt setzt sich für die Stärkung der europäischen Institutionen ein. Die Reform sieht unter anderem eine europäische Regierung mit einem vom Parlament gewählten Premierminister und Präsidenten vor. National soll ein eigenes Digitalministerium eingerichtet werden. Bis 2040 strebt Volt die Klimaneutralität an.
Zudem möchte die Partei den „Föderalismus in der deutschen Bildung“ abbauen, Autonomie bezüglich Personal- und Budgetentscheidungen schaffen, eine Zuckersteuer einführen, die Anzahl der Krankenkassen reduzieren und den Solidaritätszuschlag abschaffen.
Auf der Landesliste in Thüringen steht die 51-jährige Landwirtin Gerit Brockmann aus dem Kyffhäuserkreis an der Spitze.

Freie Wähler
Das Kernanliegen der Freien Wähler bezieht sich vor allem auf die Stärkung der Kommunen und fordert für diese eine eigene Finanzhoheit. Beispielsweise soll die Erbschaftssteuer abgeschafft, das Verbrennerverbot aufgehoben und der Familiennachzug von Flüchtlingen begrenzt beziehungsweise Rückkehrhilfen geschaffen werden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Partei möchte zudem das „Qualitätssiegel Made in Germany“ pflegen und kleine und mittlere Unternehmen entlasten. Durch Volksentscheide sollen die Bürger mehr beteiligt werden. Eigenheime sollen als vierte Säule in der Rentenversicherung gefördert werden.
Andreas Hummel, der erst im November 2024 zum Landesvorsitzenden gewählt wurde, steht in Thüringen an der Spitze der Partei.

Bündnis Deutschland
Mehr Freiheit, weniger Staat – für diese Devise steht laut eigener Aussage das Bündnis Deutschland. Zentrale Forderungen sind unter anderem die Einführung von Volksentscheiden nach dem Vorbild der Schweiz, die Kündigung des Medienstaatsvertrags, ein „modernes und liberales Waffenrecht“ und der Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation.
Die digitale Infrastruktur soll zudem konsequent ausgebaut, eine Grundrente eingeführt und Mehrarbeit steuer- und sozialversicherungsfrei gestellt werden. Das Bündnis Deutschland fordert stärkere Grenzkontrollen, auch an der EU-Außengrenze. Ein Verbrennerverbot, die Luftverkehrssteuer und den Mindestlohn lehnt die Partei ab.
Wie schon zur Landtagswahl führt die Lehrerin Steffi Brönner, einst in der AfD und bei den „Bürger für Thüringen“, die Landesliste der Partei in Thüringen an.
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