So schwer ist die Region um Kiew seit Langem nicht mehr getroffen worden: Als Antwort auf Schläge auf Moskau hat Kreml-Chef Wladimir Putin die ukrainische Metropolregion attackieren lassen. Es zeichnet sich ein Bild der Zerstörung ab. Denn zum Einsatz kamen nicht nur Geschosse und Drohnen, mit denen Putin seit Jahren das Land terrorisiert. Dieses Mal kam seine „Wunderwaffe“ zum Einsatz.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Öffentlich ist nicht viel bekannt über die Oreschnik (russisch für „Haselstrauch“). Der neuartige Raketentyp, der von der Nato SS-X-34 bezeichnet wird, ist in Russland entwickelt worden und baut wohl auf der Interkontinentalrakete RS-26 Rubesch auf. Wie das Onlineportal „telepolis“ schreibt, teilt sich die Hyperschallrakete dabei in sechs Hauptgefechtsköpfe auf, die sich jeweils in sechs weitere Submunitionseinheiten aufteilen – insgesamt könnten so 36 Ziele gleichzeitig attackiert werden.

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Oreschnik: Augenzeugen berichten von „erdbebenartigem Ereignis“

Der Raketentyp ist in der Lage, sowohl nukleare als auch konventionelle Sprengköpfe zu tragen. Ob letzterer bei der Attacke auf Kiew verwendet wurde, bleibt unklar. Der Militärexperte Nico Lange schreibt bei X, dass vermutlich „leere Test-Sprengköpfe“ zum Einsatz kamen. Wie auf Bildern aus Kiew zu sehen ist, entfalteten bereits diese eine enorme Zerstörungskraft.

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Abgesehen von der jüngsten Attacke kam die Hyperschallrakete bereits im November 2024 zum Einsatz. Damals wurde das Yuzhmash-Werk in Dnipro, eine der größten Rüstungsfabriken der Ukraine, komplett zerstört. Statt von Explosionen und Feuersäulen hätte sich der Aufschlag laut Augenzeugen dabei eher wie ein „erdbebenartiges Ereignis“ angefühlt. Die Ukraine gab an, dass die Rakete nach ihrem Start im Süden Russlands nur etwa 15 Minuten bis zum Einschlag gebraucht hätte. Sie habe eine Geschwindigkeit von 13.600 Kilometern pro Stunde erreicht. Andere Quellen sprechen von 12.000.

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Oreschnik: Nicht nur die Geschwindigkeit bereitet Experten Kopfzerbrechen

Kopfschmerzen macht Experten aber vor allem die Reichweite: Die Oreschnik soll bis zu 5000 Kilometer weit fliegen können. Damit gefährdet sie nicht nur ganz Europa, sondern – bei einer Stationierung im Osten Russlands – auch die US-Westküste. Mittlerweile wurden die Raketen auch in Belarus stationiert, womit Ziele in Westeuropa praktisch ohne Vorwarnzeit attackiert werden könnten. Putin selbst prahlte, dass es schier unmöglich sei, das Waffensystem abzufangen.

Dass ihre Zerstörungskraft einer Atomwaffe gleichkäme, halten Militärexperten laut der Nachrichtenagentur Reuters aber für übertrieben. Mittlerweile produziert Russland die selbst ernannte „Wunderwaffe“ in Serie. Wo sie, neben Belarus, überall stationiert ist, bleibt unklar. Allerdings ist das System mobil – kann also zum Einsatzort per Lkw gebracht und von dort aus auch abgefeuert werden.

Mit Material von AFP