US-Präsident Donald Trump (79) hat den Vereinten Nationen schwere Vorwürfe gemacht: „Die UN lösen nicht nur zu selten die Probleme, die sie lösen sollten, sondern schaffen sogar neue Probleme, die wir lösen müssen“, erklärte er bei seiner Rede vor mehr als 140 Staats- und Regierungschefs bei der UN-Generaldebatte. 

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Unter anderem machte er die Vereinten Nationen für die unkontrollierte Immigration verantwortlich. „Die UN unterstützen Menschen, die illegal in die Vereinigten Staaten einreisen, und dann müssen wir sie wieder herausholen.“ Die UN unterstützten Menschen ohne legale Einreiseerlaubnis unter anderem mit Lebensmitteln und Unterkünften.

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Doch die UN waren nicht das einzige Opfer der Trump-Rede. Über Londons Bürgermeister Sadiq Khan behauptete Trump dreist: „London hat einen schrecklichen Bürgermeister. Die wollen jetzt die Scharia einführen.“ Die Scharia bezeichnet ein islamisches Rechtssystem, in dem ein einziger Gott (Allah) als oberster Gesetzgeber gilt. Khan ist das erste muslimische Stadtoberhaupt Londons. Er amtiert dort seit Mai 2016. Beim Wahlkampf damals war das wichtigste Thema des Labour-Politikers die Bewältigung der Wohnungsnot, weil Immobilien-Preise und Mieten ins Unermessliche gestiegen waren.

Trumps Attacke auf Londons Bürgermeister: Hängt sie mit dem Besuch letzte Woche zusammen?

In London protestierten erst in der letzten Woche Tausende gegen den US-Präsidenten, der zu einem Staatsbesuch nach Großbritannien gereist war. Als Trumps Air Force One auf einem Londoner Flughafen gelandet war, hatten Aktivisten Bilder des US-Präsidenten und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf einen Turm des Schlosses in Windsor projiziert – das waren Aufnahmen, die Trump sicher nicht sehen wollte.

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Im Zusammenhang mit dem Besuch schrieb Khan zudem in einem Gastbeitrag des „Guardian“, dass Trump und sein Zirkel in den vergangenen Jahren vielleicht am meisten dazu beigetragen hätten, „die Flammen spaltender, rechtsextremer Politik auf der ganzen Welt anzuheizen“. Möglich, dass Trump einfach nur etwas Rache an Khan üben wollte.

Lobende Worte fand der US-Präsident hingegen für die Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz (CDU). „Ich zolle Deutschland großen Respekt. Deutschland wurde auf einen sehr kranken Weg geführt, sowohl in der Einwanderungspolitik als auch in der Energiepolitik“, sagte er und spielte auf die Förderung von erneuerbaren Energien durch die Ampel-Regierung des damaligen Kanzlers Olaf Scholz (SPD) an. „Sie wurden grün und gingen bankrott.“

News aus den USA

Trump behauptete fälschlicherweise, die neue Bundesregierung sei deshalb wieder auf fossile Brennstoffe und Atomkraft umgeschwenkt. „Ich spreche Deutschland dafür großes Lob aus“, sagte er. Tatsächlich ist Deutschland aus der Atomkraft ausgestiegen. In der schwarz-roten Bundesregierung gibt es aber Stimmen, die das Aus für die Atomkraft falsch finden und auch einen wieder stärkeren Einsatz von Gas als Übergangsenergie in Erwägung ziehen.

dpa/dw