Auf dem Weg zur Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Berichten zufolge eine ungewöhnliche Flugroute gewählt. Das israelische Staatsflugzeug mied nach Angaben von Nachrichtenagenturen wie AFP und KNA mehrere europäische Staaten und flog rund 600 Kilometer Umweg.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Laut Aufzeichnungen von Flug-Tracking-Diensten führte der Weg diesmal nicht wie üblich über Frankreich oder Spanien, sondern südlicher über Griechenland, Italien und schließlich die Straße von Gibraltar. Frankreich hatte Israel zwar die Nutzung seines Luftraums gestattet, doch Netanjahus Maschine wich dennoch aus. Offiziell äußerte sich die israelische Regierung nicht zu den Gründen.

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Netanjahu: Spekulationen über Haftbefehl

Israelische Medien vermuten, dass die Entscheidung mit dem internationalen Haftbefehl gegen Netanjahu zusammenhängt. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hatte im November 2024 wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg Haftbefehle gegen Netanjahu und den damaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant erlassen.

Wäre das Flugzeug in einem Unterzeichnerstaat des Rom-Statuts zur Notlandung gezwungen gewesen, hätte dort eine Festnahme drohen können. Es sei das erste Mal, dass Israels Staatsflieger die Route in die USA geändert habe, hieß es.

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Scharfe Worte vor seinem Abflug

Kurz vor seiner Abreise hatte Netanjahu erneut die Anerkennung Palästinas durch mehrere westliche Länder kritisiert. „Ich werde jene Staats- und Regierungschefs verurteilen, die den Mördern, Vergewaltigern und Kinderverbrennern statt deren Verurteilung einen Staat im Herzen Israels geben wollen“, erklärte er am Flughafen von Tel Aviv.

In Washington will er kommende Woche mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen, um über die Kriegsziele Israels zu sprechen: die Befreiung der verbliebenen Geiseln und die Zerschlagung der Hamas im Gazastreifen.

Aktuelle News aus dem Nahen Osten

Für zusätzliche Schlagzeilen sorgte unterdessen Slowenien: Die Regierung in Ljubljana erklärte Netanjahu zur „unerwünschten Person“ und untersagte ihm damit die Einreise. Bereits im Sommer hatte das EU- und NATO-Mitgliedsstaat zwei ultrarechten Ministern aus Netanjahus Kabinett die Einreise verweigert.