Tony Blair ist begeistert von Donald Trumps Friedensplan für Gaza. Er sei „mutig und intelligent“, sagte der ehemalige britische Premierminister. Trumps Plan könne den Krieg beenden und dafür sorgen, dass Hilfsgüter nach Gaza gelangen. Er biete die Chance auf eine „bessere Zukunft für die Menschen in Gaza“, gleichzeitig sorge er für die Sicherheit Israels, so Blair.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Dass sich der Ex-Premier sich so überzeugt hinter den Vorstoß des US-Präsidenten stellt, dürfte auch daran liegen, dass Blair selbst eine wichtige Rolle zukommen wird: Er soll im „Friedensausschuss“ (Board of Peace) sitzen, das gemäß dem Trump-Plan die neue Übergangsverwaltung in Gaza überwachen soll.
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Israel: Tony Blair beriet sich mit Trump-Schwiegersohn
Blair hatte selbst über ein Jahr lang an einem Friedensplan für Gaza gearbeitet, zusammen mit dem Tony Blair Institute for Global Change, das er leitet. Er war dazu im engen Austausch mit Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn. Die beiden besuchten im August den US-Präsidenten im Weißen Haus, um mit ihm und seinen Beratern über Gaza zu reden. Das Treffen war offenbar ein Erfolg – Trumps Plan enthält Elemente aus dem Blair-Kushner-Vorschlag.
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Der Nahe Osten ist seit längerer Zeit ein Fokus von Tony Blair. Nach seiner Demission als britischer Premierminister 2007 wurde er zum Sondergesandten des sogenannten Nahostquartetts ernannt. Das Quartett, bestehend aus den Vereinten Nationen, der Europäischen Union, Russland und den Vereinigten Staaten, wurde 2002 gegründet, um den Friedensprozess voranzubringen. Blair war bis Ende 2015 auf diesem Posten. Auch heute pflegt er enge Beziehung zu arabischen Staaten – das macht ihn in den Augen mancher Beobachter zu einem geeigneten Mitglied des Friedensausschusses.

Kritik an Rolle für Tony Blair: „Viel Misstrauen“
Aber Blair ist eine sehr kontroverse Figur, und die Aussicht, dass er im neuen Friedensplan für Gaza eine wichtige Rolle übernehmen soll, hat bei vielen Kopfschütteln ausgelöst. Die große Mehrheit der Briten hat es Blair nicht verziehen, dass dieser sein Land 2003 in den Krieg im Irak zog – und dass er jetzt als Friedensstifter auftreten will, eckt darum bei vielen an. Auch haben Vertreter europäischer und arabischer Länder Bedenken, dass sich Blair zu sehr auf die Interessen Israels konzentriere und die Palästinenser vernachlässige; damit würde ihm die nötige Legitimierung fehlen. „Angesichts der Erfahrungen der Palästinenser während Tony Blairs Amtszeit als Nahost-Gesandter gibt es bereits viel Misstrauen gegen ihn“, sagte Xavier Abu Eid, ein ehemaliger Unterhändler der Palestine Liberation Organisation PLO.
Auch zu Hause gibt es Vorbehalte. Gesundheitsminister Wes Streeting sagte, eine mögliche Rolle Blairs im Friedensplan „sorgt für Stirnrunzeln, gelinde ausgedrückt“: Viele würden sich fragen, ob er der richtige Mann ist. Andere Labour-Politiker sind schroffer in ihrem Urteil. „Es ist, als sei der Drehbuchautor einer Fernsehsendung ausgetickt“, sagte ein namentlich nicht genannter Minister gegenüber der „Financial Times“.








