Trump behandelt Lateinamerika wie ein ungezogenes Kind, das hart bestraft gehört. Wie vor einem halben Jahrhundert legen sich die USA mit linken und widersprechenden Staatschefs an und arbeiten mehr oder minder offen am Sturz von Regierungen. Man denkt an Chile 1973 oder Panama 1989 zurück, als Washington indirekt oder direkt unliebsame Machthaber stürzte.

Klaus Ehringfeld
Klaus Ehringfeld ist Südamerika-Korrespondent.© Pablo Castagnola | Pablo Castagnola

Gleichzeitig pflegt Donald Trump die Freundschaft zu ultrarechten Gleichgesinnten. So wie Javier Milei in Argentinien und Nayib Bukele in El Salvador. Den Argentinier hat er mit einem 40-Milliarden-Paket im Wahlkampf unterstützt. Und El Salvador wird gut dafür entlohnt, dass das Land Trump‘sche Häftlinge aufnimmt. 

Trump: „Wir werden einfach die Menschen töten, die Drogen in unser Land bringen“

Die USA nutzen die Nachbarn im Süden also als Straflager oder als Hinrichtungsstätte - siehe die Karibik vor Venezuela oder jüngst auch den Pazifik vor Kolumbien. Der Präsident sagt ungeniert Sätze wie diesen: „Ich denke, wir werden einfach die Menschen töten, die Drogen in unser Land bringen.“ Die US-Regierung plant also staatlich organisierte Morde auf fremdem Staatsgebiet, eine klare Verletzung des Völkerrechts.

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Washington dagegen sieht sich in einem „bewaffneten Konflikt“ gegen die lateinamerikanischen Drogenbanden, der Präsident sieht sich befugt, tödliche Gewalt anzuwenden, um Gefahr von den USA abzuwenden.  Juristen kritisieren dagegen, dass die US-Regierung weder nachgewiesen habe, dass sich die USA in einem bewaffneten Konflikt mit den Drogen-Kartellen befinden, noch habe sie argumentiert, dass sie dem Kriegsrecht unterliegen. Trump ersetzt das Völkerrecht durch Gewalt, es ist eine Verhöhnung aller internationaler Normen.

Exklusiv aus den USA – für Sie recherchiert