Wie geht es weiter mit der gesetzlichen Rente in Deutschland – lässt sich die Alterssicherung reparieren? Mit dem Einsatz eines Schraubendrehers ist es zumindest nach den Worten von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas nicht getan. „Es wird nicht reichen, nur an zwei Schräubchen zu drehen, sondern wir brauchen ein ganz neues System“, ist die SPD-Vorsitzende überzeugt. Als mögliche Vorbilder sieht Bas Schweden, die Niederlande, Dänemark und Österreich.
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Was genau lässt sich aber von den Staaten in der Nachbarschaft für ein deutsches Rentenmodell mitnehmen? Aus Sicht der Arbeitsministerin und ihrer SPD zum Beispiel, dass in Österreich neben Angestellten auch Selbständige und Beamte in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Dieses Modell befürwortet auch Bas, sie will zudem auch Abgeordnete einbeziehen. Als vorbildlich gilt Anhängern des österreichischen Systems zudem die durchschnittliche Höhe der Altersrente, die mit gut 1800 Euro im Monat etwa 600 Euro höher liegt als in Deutschland.

Der konservative Wirtschaftsrat der CDU blickt jedoch anders auf das Rentensystem im Nachbarland. Die höhere Durchschnittsrente in Österreich sei ein Artefakt, da dort (zumindest anteilig) wesentlich mehr Menschen als in Deutschland in die gesetzliche Rentenkasse einzahlten, ohne je davon zu profitieren, heißt es in einer Analyse des CDU-nahen Verbands, der dieser Redaktion vorliegt. Denn in Österreich sind 15 Beitragsjahre erforderlich, um eine gesetzliche Altersrente zu bekommen – in Deutschland sind es fünf Jahre.
Kritisch sieht der Verband den im Vergleich zu Deutschland höheren Rentenbeitragssatz. Zudem spielten die private und die betriebliche Altersvorsorge kaum eine Rolle. Das Fazit des Wirtschaftsrats: „Vom österreichischen Alterssicherungssystem lässt sich höchstens lernen, wie man es nicht machen sollte.“
Renteneintrittsalter: Deutschlands Nachbarn wollen Arbeitszeit verlängern

Am schwedischen Modell lobt der Wirtschaftsrat der CDU den hohen kapitalgedeckten Anteil, unter anderem durch einen Staatsfonds. Dänemark habe den Zuzug in seine Sozialsysteme wirksam begrenzt. Die Niederlande fallen dem Verband wegen seiner breiten betrieblichen Altersvorsorge positiv auf, die 90 Prozent der Arbeitnehmer erfasse, in Deutschland seien es nur 40 Prozent.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Vor allem aber hebt der Wirtschaftsrat die Erhöhung des Renteneintrittsalters in den drei Staaten hervor: In Schweden sei eine Erhöhung auf 70 Jahre geplant, in Dänemark komme ein Anstieg von derzeit 67 Jahren auf 68 Jahre ab 2030, auf 69 Jahre ab 2035 und schließlich auf 70 Jahre ab 2040. Die Niederlande wollten das Renteneintrittsalter von aktuell 67 Jahren auf 71 Jahre bis 2067 anheben. Die Bewertung des CDU-nahen Verbandes: „Vorbildlich.“ Eine pauschale Anhebung des Renteneintrittsalters lehnen Bas und die SPD allerdings ab, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) befürwortet dies.
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Der Blick auf die Rentenmodelle in Schweden, Dänemark oder die Niederlande zeige, wie wichtig nachhaltige Lösungen seien, findet Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU. „Konsequente Erhöhung des Renteneintrittsalters auch über den 67. Geburtstag hinaus, Aufbau eines Kapitalstocks zur Altersvorsorge und Beteiligung der Rentnergeneration an den Lasten der Bevölkerungsalterung sind in diesen Staaten entscheidende Säulen für eine zukunftsfeste Alterssicherung“, sagte Steiger dieser Redaktion.







