Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela wächst in einigen Ländern die Sorge vor ähnlichen Angriffen. Katie Miller, Frau von Stephen Miller, dem stellvertretenden Stabschef im Weißen Haus, postete am Sonntag auf dem Portal X ein Bild von Grönland in Farben der US-Flagge. „SOON“ (dt.: „Bald“) überschrieb sie das Bild in Großbuchstaben. Ein Überblick, wer jetzt vor Donald Trump zittert.

Grönland: Unendliches Reservoir an Bodenschätzen in der Arktis  

Grönland liegt zwar nicht in der westlichen Hemisphäre. Dennoch hat Trump seit seiner ersten Amtszeit deutlich gemacht, dass er die Insel in die USA eingliedern will – notfalls mithilfe des Militärs. FDP-Verteidigungsexpertin Agnes Strack-Zimmermann wertete gegenüber unserer Redaktion Trumps Vorgehen in Venezuela als „unmissverständliche Drohbotschaft“ an Dänemark und Grönland. Sie zeige, wozu Trump bereit sei, wenn er seine Ziele nicht auf freiwilligem Wege erreiche.

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Grönland ist in vielen Bereichen autonom, gehört aber zum EU- und Nato-Mitglied Dänemark. Wenn man sich die Insel entlang der Küste anschaue, sehe man überall russische und chinesische Schiffe, sagte der US-Präsident. „Wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit. (...) Wir müssen es haben.“ 

Im Boden der weltgrößten Insel lagern wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Seltene Erden, Kupfer, Graphit oder Kobalt. Durch neu eröffnete Seewege infolge des Klimawandels ist das geostrategische Interesse an der Arktis von Seiten der USA, Chinas und Russlands deutlich gewachsen. Eine militärische Einnahme Grönlands durch die USA ist zwar schwer vorstellbar – dies würde die westliche Nato-Allianz de facto sprengen. Aber Trump wird alles versuchen, Grönland durch wirtschaftliche Vorteile und ein umfassendes militärisches Schutzversprechen zu ködern.  

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Mexiko: Hochburg der Fentanyl-Produktion 


Kurz nach der Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro hat sich US-Präsident Donald Trump Mexiko vorgenommen. Drogenkartelle würden Mexiko regieren, nicht die gewählte Regierung, so Trump. Präsidentin Claudia Sheinbaum von der linken Morena-Partei habe Angst vor den Schmuggelnetzwerken und sei nicht in der Lage, entschieden gegen diese vorzugehen, sagte der Amerikaner. Er habe ihr gegenüber angedeutet, Washington könne zu härteren Maßnahmen greifen. „Mit Mexiko wird etwas geschehen müssen“, betonte Trump. 

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Tatsächlich operieren in Mexiko mächtige Drogen-Syndikate wie das Sinaloa-Kartell oder das Jalisco-Kartell. Sie machen Milliardenumsätze und sind oft besser mit modernen Waffen ausgestattet als die Armee. Mexiko ist beim Drogenschmuggel für die USA viel gefährlicher als Venezuela. Im südlichen Nachbarland der Vereinigten Staaten wird vor allem die Horrordroge Fentanyl hergestellt, das 50mal stärker als Heroin wirkt.

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Ein Soldat der mexikanischen Nationalgarde an der Grenze. Aus Mexiko kommen die meisten Drogen in die USA.© picture alliance / Anadolu | Christian Torres

Eine Militäraktion wie im Falle Venezuelas ist allerdings wenig wahrscheinlich. Nicht auszuschließen sind allerdings gezielte US-Einsätze gegen Drogenkartelle auf mexikanischem Boden. Darüber hinaus gilt Mexiko als Land mit wichtigen Rohstoffen wie Öl, Gas, Silber, Kupfer und Lithium sowie landwirtschaftlichen Produkten. Der Druck auf Mexiko, sich amerikanischen Interessen unterzuordnen, wird zunehmen. 

Kolumbien: Zentrum der Kokainherstellung 

Im Kampf gegen organisierten Drogenschmuggel aus der Karibik kündigte Trump an, neben Venezuela auch andere Länder ins Visier zu nehmen. Er habe gehört, dass Kolumbien in Fabriken Kokain herstelle, das dann in die USA geliefert werde, erklärte Trump. „Jeder, der das tut und es in unser Land verkauft, muss mit Angriffen rechnen.“ Kolumbiens linker Präsident Gustavo Petro, ein ehemaliges Mitglied der Guerilla-Gruppe „Movimiento 19 de Abril“, kritisierte die Äußerungen scharf. Wie Mexiko verfügt auch Kolumbien über reichhaltige Bodenschätze wie Erdöl, Kohle oder Gold. 

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US-Angriff auf Venezuela: Maduro festgesetzt – was jetzt folgt
Im Krisenmodus
 

Kuba: Die verhasste kommunistische Insel in Amerikas Hinterhof 

Das kommunistisch regierte Kuba ist seit der Machtergreifung von Fidel Castro 1959 ein Hassobjekt für jede amerikanische Regierung. Kuba und Venezuela gelten als enge Verbündete. Venezuela lieferte billiges Öl an die Karibikinsel und bekam dafür medizinisches Personal und Geheimdienstagenten für den eigenen Überwachungsstaat. Im Falle Kubas setzt Trump offenbar auf die Implosion des heruntergewirtschafteten sozialistischen Landes. Militärische Maßnahmen ziehe er nicht in Betracht, erklärte Trump: „Nein, Kuba wird ganz von selbst fallen.“ 

Nicaragua: Teil der linksgerichteten Achse in Lateinamerika 

Auch Nicaraguas sozialistischer Präsident Daniel Ortega ist den Amerikanern ein Dorn im Auge. Wie Kuba hängt Nicaragua am Öltropf Venezuelas. Zusammen bildeten die drei verbündeten Länder eine linksgerichtete Achse in Lateinamerika. Im Zuge der massiven Marine-Präsenz der Vereinigten Staaten in der Karibik warf Ortega Trump vor, einen Umsturzversuch in seinem Land zu planen. Ausgeschlossen ist das nicht – zumindest dürfte der Druck aus Washington zunehmen. Nicaragua ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas und hatte in der Vergangenheit eine starke Migration Richtung USA, was den Chef des Weißen Hauses immer wieder auf die Palme brachte.

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Iran – der Erzfeind im Nahen Osten  

Wie Grönland liegt auch Iran außerhalb der westlichen Hemisphäre. Doch drohte Trump dem mit Venezuela verbündeten Mullah-Regime kürzlich unverblümt: Wenn Iran friedliche Demonstranten töte, „werden die Vereinigten Staaten von Amerika ihnen zu Hilfe kommen“, kündigte er an. Im Zwölftagekrieg im Juni 2025 hatten die USA Israel beim Angriff auf iranische Atomanlagen mit bunkerbrechenden Bomben unterstützt. Kürzlich brachte Trump weitere US-Militärschläge ins Spiel, sollte Teheran sein Nuklearprogramm fortsetzen. 

Die Blaupause für Venezuela: die neue nationale US-Sicherheitsstrategie 

Die neue nationale Sicherheitsstrategie der USA bietet die Blaupause für den Militäreinsatz in Venezuela. In dem Papier ist ausdrücklich die Rede von einer Wiederauflage der Monroe-Doktrin: US-Präsident James Monroe hatte 1823 die Devise „Amerika den Amerikanern“ verkündet. Es war eine Warnung an die europäischen Mächte, sich nicht in Nord- und Südamerika einzumischen. Heute ist jedoch nicht Europa der große Konkurrent in der westlichen Hemisphäre, sondern vor allem China, aber auch Russland. US-Medien sprechen von Trumps „Donroe-Doktrin“. 

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Die US-Sicherheitsstrategie listet den rigorosen Kampf gegen illegale Migration und Drogenkartelle auf. Das wichtigste Motiv ist jedoch wirtschaftlicher Art: Die westliche Hemisphäre solle „ein zunehmend attraktiver Markt für den Handel und das Investment Amerikas“ werden. Ein Schlüsselsatz: „Die Bedingungen unserer Bündnisse und die Kriterien, nach denen wir jedwede Art von Hilfe gewähren, müssen davon abhängen, gegnerischen Einfluss von außen zurückzufahren. Dies betrifft die Kontrolle militärischer Einrichtungen, Häfen und zentraler Infrastruktur bis hin zum Kauf von strategischen Wirtschaftsgütern.“ Trump schwebt eine Zone USA-freundlicher Regierungen in Zentral- und Südamerika an. 

Die Sicherheitsstrategie ist in erster Linie eine Kampfansage an China, das seit vielen Jahren seinen wirtschaftlichen Einfluss in Lateinamerika massiv ausgebaut hat. Subventionierte Firmen aus Fernost sicherten sich Zugang zu kritischen Rohstoffen, errichteten Häfen, Eisenbahnlinien und Straßen und gewährten billige Kredite. Russland ist in Lateinamerika wirtschaftlich nicht so präsent wie China, hat aber einen großen Fußabdruck als Waffenlieferant.