Die Nachricht, dass ihr Sohn Mohammad den Gazastreifen endlich verlassen kann, um in Ägypten eine bessere medizinische Behandlung für seine Verletzung zu erhalten, freut die Palästinenserin Randa Abu Mustafa sehr. Kurz vor der Ausreise bekam sie den Anruf, dass sie eine Genehmigung für die Reise über Rafah nach Ägypten erhalten habe.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Mohammad wurde laut seiner Mutter vor eineinhalb Jahren bei einem israelischen Angriff in Khan Yunis verletzt. Seitdem kann er unter anderem nicht mehr richtig sehen. „In dieser Zeit mussten wir trotz der Kämpfe und Luftangriffe fast jeden Tag von einem Krankenhaus zum anderen“, so Abu Mustafa.
Aktuelle News aus dem Nahen Osten
UN: Anzeichen für ethnische Säuberungen in Gaza
Nach dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg hat sich die ohnehin katastrophale humanitäre Lage im Gazastreifen weiter verschlechtert. Laut den dortigen Gesundheitsbehörden wurden dabei mehr als 70.000 Menschen getötet. Auch Israels Militär geht inzwischen von einer ähnlichen Zahl aus.
Aufgrund des Krieges ist die medizinische Versorgung im Gazastreifen weitgehend zusammengebrochen. Krankenhäuser wurden angegriffen, Hilfslieferungen blockiert, und es fehlt an Medikamenten, sauberem Wasser sowie medizinischem Personal. Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf sieht sogar Anzeichen für ethnische Säuberungen in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten. Israel weist dies zurück.

Gaza: Trumps Friedensplan geht in die zweite Phase
Der von US-Präsident Trump vorgestellte Friedensplan leitete im Oktober 2025 eine Waffenruhe ein. Nun geht die Umsetzung des Plans in die zweite Phase. Dazu gehören der Beginn des Wiederaufbaus, die Einsetzung einer Übergangsregierung und die vollständige Entmilitarisierung der Hamas.
Um diesen Plan zu überwachen, hatte Trump Anfang des Jahres seinen Friedensrat ins Leben gerufen. Dessen Charta haben bisher mehr als 20 Staaten, darunter Israel und Saudi-Arabien, offiziell unterzeichnet. Das sogenannte „Board of Peace” soll mit mehr als fünf Milliarden US-Dollar ausgestattet werden, um den Wiederaufbau im Gazastreifen zu ermöglichen.
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Deutschland beobachtet Friedensrat und fordert Hilfe für Gaza
Die Bundesregierung steht Trumps Rat allerdings bisher skeptisch gegenüber und hat eine offizielle Mitgliedschaft abgelehnt. Trotzdem haben Vertreter der Bundesregierung an diesem Treffen als Beobachter teilgenommen. „Deutschland ist nicht Teil dieses Friedensrats, aber wir stehen in intensivem Austausch mit seinen Mitgliedern“, so Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD).
Die SPD-Ministerin fordert dabei konkrete Hilfen für die Menschen im Gazastreifen. Laut Alabali-Radovan ist es wichtig, dass das Treffen am Donnerstag tatkräftiges Handeln und konkrete Hilfen in den Fokus stelle, von denen die Menschen in Gaza profitieren. Das sollte gemäß dem Friedensplan in der zweiten Phase eigentlich möglich sein. Deshalb wurde der Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen am Montag, dem 2. Februar, erstmals seit mehr als einem Jahr wieder teilweise für den Personenverkehr geöffnet.

Rafah: Nur 640 Menschen konnten Gaza verlassen
Den Behörden im Gazastreifen zufolge haben seit der Öffnung des Grenzübergangs 640 Personen den Gazastreifen verlassen, während 508 zurückgekehrt sind. Eine von ihnen war Huda Abdallah. Die Palästinenserin war vor einem Jahr zur medizinischen Behandlung nach Ägypten evakuiert worden. Jetzt kehrt sie wieder nach Gaza zurück. „Ich wollte zurück zu meiner Familie und in mein Zuhause. Ich liebe Gaza und seinen Boden und kann mir nicht vorstellen, woanders zu leben“, sagte sie kurz nach ihrer Ankunft.
Doch die Einreise war nicht einfach. Nach langem Warten auf der ägyptischen Seite von Rafah kam endlich die Genehmigung von der israelischen Seite. „Nur zwölf Personen durften einreisen, die anderen wurden zurückgeschickt“, erzählt sie. Nach der Einreise wurden sie einige Stunden lang von israelischen Soldaten verhört. „Das hat zwei bis drei Stunden gedauert“, sagt sie und ergänzt: „Sie haben all unsere Sachen genommen, sogar die Kinderspielzeuge. Jeder von uns durfte nur mit einem Koffer hereinkommen.“ Insgesamt habe die Einreise zwölf Stunden gedauert.
EU unterstützt palästinensische Grenzschutzkräfte
Inzwischen hat die EU die Öffnung des Grenzübergangs Rafah für den Personenverkehr begrüßt. Wie die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mitteilte, sind auch Experten der zivilen EU-Mission Eubam Rafah vor Ort, um den Betrieb des Grenzübergangs zwischen Gaza und Ägypten zu überwachen und die palästinensischen Grenzschutzkräfte zu unterstützen.
Für kranke und verwundete Menschen aus dem Gazastreifen sei die Wiedereröffnung lebenswichtig. Zudem werde sie es Familien ermöglichen, nach viel zu langer Trennung wieder zusammenzukommen. „Praktische Schritte wie diese helfen, den Waffenruheplan voranzubringen, und müssen fortgesetzt werden“, erklärte Kallas.
Laut der Organisation Save the Children sind etwa 20.000 verletzte Menschen, darunter 4000 Kinder, auf eine medizinische Evakuierung angewiesen. „Weil sie im Gazastreifen keine angemessene Versorgung erhalten“, hieß es von der Organisation. Die Organisation kritisiert jedoch den aktuellen Mechanismus der Ausreisen. Denn bei der aktuellen Anzahl der täglichen Genehmigungen für einen Grenzübertritt würde es mehr als ein Jahr dauern, bis alle den Gazastreifen verlassen könnten. In einer Pressemitteilung schreibt die Organisation: „Beschränkungen gelten weiterhin für Güter und Hilfslieferungen, für Studierende und für Familien, die auf eine Zusammenführung hofften.“








