Polizei und Sicherheitsleute an etlichen Kreuzungen, Ausweiskontrollen, Absperrungen: Die Münchner Sicherheitskonferenz hält die bayerische Landeshauptstadt an diesem Wochenende auf Trab. Am weltweit wichtigsten Expertentreffen zur Sicherheitspolitik nehmen vom Freitag bis Sonntag mehr als 60 Staats- und Regierungschefs und rund 100 Außen- und Verteidigungsminister teil. Insgesamt werden etwa 120 Länder in München vertreten sein und damit etwa zwei Drittel aller Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen. Am Freitag hat Bundeskanzler Friedrich Merz mit einer selbstbewussten Rede vor allem Richtung USA bereits den Ton gesetzt. Weitere Rednerinnen und Redner werden mit besonderer Spannung erwartet:

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Samstag, 9 Uhr: Marco Rubio

Der US-Außenminister führt die amerikanische Delegation bei der MSC in diesem Jahr an. Seine Rede wird mit Spannung erwartet. Beobachter halten ihn für weniger ideologisch als Vizepräsident JD Vance. Dieser hatte den Deutschen im vergangenen Jahr in München unter anderem vorgeworfen, mit der Strafverfolgung von Hatespeech die Meinungsfreiheit einzuschränken. Marco Rubio wird möglicherweise nicht ganz so heftig vom Leder ziehen – viele Experten halten ihn für einen traditionellen Republikaner, dem die transatlantischen Beziehungen am Herzen liegen. Gleichwohl darf man einen Aspekt dabei nicht vergessen: Rubios bedingungslose Loyalität zu US-Präsident Trump. Eine reine Hymne auf die Freundschaft (die im Übrigen ziemliche Kratzer davongetragen hat) ist daher nicht zu erwarten.

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Samstag, 9.30 Uhr: Wang Yi

Der chinesische Außenminister Wang Yi spricht direkt nach Marco Rubio. Als Wirtschafts- und Militärmacht zieht China besondere Aufmerksamkeit auf sich. Entsprechend selbstbewusst könnte Wang Yi auftreten.

Samstag, 10 Uhr: Ursula von der Leyen und Keir Starmer

Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der britische Premier Keir Starmer stellen sich auf der Bühne den Fragen von CNN-Moderatorin Christiane Amanpour. Unter dem Titel „Macht ausüben in einer Welt im Umbruch“ dürfte es darum gehen, was die Europäer jetzt tun müssen, um als globaler Player wahr- und ernstgenommen zu werden.

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Samstag, 11.45 Uhr: Wolodymyr Selenskyj

Der ukrainische Präsident tritt zu einer für ihn schwierigen Zeit auf die Bühne in München. Russland überzieht die Ukraine weiter mit heftigen Drohnenangriffen, Dutzende Menschen starben dabei in den vergangenen Wochen. Gleichzeitig ist es um die Energieinfrastruktur des Landes schlecht bestellt. Menschen harren bei Minusgraden in kalten Wohnungen aus, ohne Strom. Gleichzeitig gehen die Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation in Abu Dhabi kaum voran. Aus Washington erklingen ungeduldige Töne. Bei der Sicherheitskonferenz kommt es für Selenskyj daher erneut darauf an, um die Unterstützung der USA und Europas zu werben. Nach seiner Rede ist ein Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte, EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola und Roger F. Wicker, dem Vorsitzenden des US-Senatsausschusses für Streitkräfte, geplant.

Samstag, 13 Uhr: Subrahmanyam Jaishankar

Der indische Außenminister wird mit Bundesaußenminister Johann Wadephul sprechen. Bundeskanzler Merz hat Mitte Januar mehrere Tage in Indien verbracht und war dort frenetisch empfangen worden. Die Bundesregierung hält es für geboten, angesichts der amerikanischen Abkehr von Europa neue „Kooperationsmöglichkeiten, die wir vorher vielleicht nicht so gesehen haben“, anzugehen, wie der Transatlantikkoordinator der Bundesregierung, Metin Hakverdi (SPD), im Vorfeld der MSC sagte. Dazu gehörten neben Indien auch Japan, Australien, Neuseeland und Brasilien.

Die Münchner Sicherheitskonferenz endet offiziell am Sonntag. Hauptprogrammtage sind Freitag und Samstag.