Nach mehr als sechs Stunden hinter verschlossenen Türen trat Hillary Clinton am Donnerstagabend sichtlich genervt vor Kameras und Reporter. Ihr erster Satz war ein Vorwurf an den Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses, der die frühere First Lady und Außenministerin in der Epstein-Affäre zur Vernehmung gezwungen hatte: „Es war enttäuschend, dass sie sich geweigert haben, eine öffentliche Anhörung abzuhalten.” Nur darum müsse sie „hier draußen“ stehen und das Geschehen „für Sie charakterisieren“.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Inhaltlich blieb Clinton bei ihrer seit Monaten bekannten Linie, wenn es um das Netzwerk des Sexualstraftäters ging: Sie habe nichts beizutragen. „Ich kann mich nicht daran erinnern, Herrn Epstein jemals begegnet zu sein. Ich bin nie mit seinem Flugzeug geflogen und habe weder seine Insel noch seine Häuser oder Büros besucht“, erklärte sie in einer schriftlichen Stellungnahme.
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Epstein: Clinton fühlt sich als „Requisite in einem politischen Theaterstück“
Später sagte sie, die Fragen seien unangenehm wiederholend gewesen: „Ich weiß nicht, wie oft ich sagen musste, dass ich Jeffrey Epstein nicht kenne.“ Sie fühle sich „als Requisite in einem parteiischen, politischen Theaterstück“ benutzt, um eine „politische Partei und einen Amtsträger (Donald Trump – d. Red.) zu schützen, anstatt Wahrheit und Gerechtigkeit für die Opfer und Überlebenden zu suchen“.

Der von dem Republikaner James Comer geführte Ausschuss fragte auch nach Ghislaine Maxwell, Epsteins Komplizin. Clinton charakterisierte sie als „Bekannte“. Sie sei bei der Hochzeit ihrer Tochter Chelsea „als Gast von jemand anderem“ aufgetaucht, sagte Clinton nach der Vernehmung.
Clinton kritisiert Fragen zu Verschwörungstheorien
Politisch wurde es trotzdem schmutzig. Im Lauf der Vernehmung sei es „sehr ungewöhnlich“ geworden, sagte sie. Fragen zu „Ufos“ und „Pizzagate“ seien aufgekommen – Letzteres für Clinton „eine der abscheulichsten falschen Verschwörungstheorien“. Dabei geht es um den Vorwurf, Demokraten in Washington würden ein Pädophilie-Netzwerk betreiben.
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Die Republikaner konterten. Es gehe nicht um Parteitheater, sondern um Aufklärung. Ausschusschef Comer sagte, niemand werfe den Clintons Straftaten vor (ihr Mann Bill, der frühere Präsident, sollte im Laufe des Freitags vernommen werden); man habe aber Fragen: „Wie hat er so viel Reichtum angehäuft? Wie hat er es geschafft, sich mit einigen der mächtigsten Männer der Welt zu umgeben?“ Was exakt gefragt und gesagt wurde in den Vernehmungen, soll per Video und Transkript veröffentlicht werden.
Foto-Leak: Republikanerin bringt Clinton-Vernehmung in Aufruhr
Zum Symbol des Tages wurde eine Zwangspause, nachdem ein Foto von Clinton aus dem Vernehmungsraum plötzlich online bei einem rechten Podcaster aufgetaucht war. Die republikanische Abgeordnete Lauren Boebert hatte den Schnappschuss gegen alle Gepflogenheiten gemacht und verbreitet.
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Dient das alles der Wahrheitsfindung? Fraglich, sagen US-Analysten. Vor der Vernehmung ihres Mannes, über den viele Fotos zusammen mit Epstein und Maxwell existieren, gab seine Frau einen Vorgeschmack. Er werde sagen, dass die „große Mehrheit“ der Menschen, die Epstein vor dem Schuldeingeständnis und der Verurteilung 2008 kannten, von dessen Taten nichts gewusst hätte: „Genau das wird mein Mann bezeugen.“









