• Der Leopard 2 gehört zu dem Besten, was Deutschland derzeit an Panzern produziert
  • Nun soll ihm in der Ukraine ein Rekord-Abschuss gelungen sein
  • Ob es den Treffer tatsächlich gab, ist allerdings nicht sicher

Einer ukrainischen Leopard-2-Besatzung soll ein wahrlich abenteuerlicher Abschuss gelungen sein. In Militärkreisen und bei LinkedIn kursiert derzeit die Geschichte, nach der ein Leopard 2A6 auf 5,5 Kilometer Distanz einen russischen T-72 abgeschossen haben soll.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Sollte der Abschuss bestätigt werden, wäre es ein außergewöhnlicher Treffer: Der längste bestätigte Abschuss gelang einer britischen Panzerbesatzung im Zweiten Golfkrieg, im Jahr 1991. Die Crew eines Challenger 1 der Royal Scots Dragoon Guards zerstörte einen irakischen T-55 auf eine Entfernung von 5,1 Kilometern – bislang Rekord.

Tim De Zitter, ein belgischer Experte für Panzerabwehrwaffen, verbreitet die Geschichte des 5,5-Kilometer-Abschusses derzeit – schränkt aber explizit ein, dass es sich um Berichte handelt, nicht um einen bestätigten Treffer.

Panzer im Ukraine-Krieg: Schwieriger Einsatz

Gerade im Ukraine-Krieg werden solche Angaben häufig schnell verbreitet, sind aber nicht immer unabhängig belegbar. Im vorliegenden Fall fehlt bislang eine belastbare öffentliche Dokumentation. „Bislang sind noch keine Fotos, Videos oder ballistische Analysen öffentlich geworden“, schreibt De Zitter bei LinkedIn. Der Experte hält so einen Treffer aber für grundsätzlich möglich.

Prinzipiell lässt sich in dem Krieg beobachten: Panzer werden mehr und mehr an den Rand des Schlachtfelds gedrängt. Die schweren Kettenfahrzeuge geben gute Ziele für Drohnen ab – denen sie oft nichts oder nur sehr wenig entgegenzusetzen haben. Auch, weil Drohnen die Panzer an besonders verwundbaren Stellen treffen können. So lassen sich die oft sehr teuren Panzer mit vergleichsweise geringem (finanziellen) Aufwand bekämpfen. Mehrere Leopard 2 gingen bereits an Drohnen verloren – es würde also durchaus Sinn ergeben, dass eine Besatzung ihr Ziel auf maximale Distanz bekämpft, um nicht selbst zum Ziel zu werden.

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Leopard-2-Panzer in der Ukraine: Rekord-Abschuss im Bereich des Möglichen

Der Panzer Leopard 2A6 verfügt über ein hochpräzises 120-Millimeter-Geschütz, Laser-Entfernungsmesser und Thermalsichtgeräte. Ukrainische Besatzungen berichten von Trefferquoten nahe 100 Prozent auf 3 Kilometer. Bei 5,5 Kilometern spielen Wind, der Coriolis-Effekt und Zielbewegung eine Rolle – Drohnenaufklärung könnte helfen, diese mit genauen Zieldaten zu kompensieren.

Bekannte bestätigte Treffer liegen bei 2–2,8 Kilometern, wie ein Video aus 2023 zeigt: Ein Leopard 2 traf einen T-72 aus 2,26 Kilometern, führte aber nur zu einem „Mission-Kill“, bei dem Sensoren zerstört wurden, der Panzer aber fahrbereit blieb.

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Die Distanz von 5,5 Kilometern liegt am oberen Rand dessen, was ein Panzergefecht überhaupt hergibt. Moderne Kampfpanzer verfügen zwar über präzise Feuerleitsysteme, leistungsfähige Wärmebildtechnik und exakte Entfernungsmessung.

Dennoch sind Treffer in dieser Größenordnung selten und hängen von mehreren Faktoren ab: Sichtbedingungen, Zielbewegung, Munitionstyp, Gelände und gegebenenfalls Unterstützung durch Aufklärungsmittel wie Drohnen.