Trotz vereinbarter Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest werfen sich die Ukraine und Russland gegenseitig massive Verstöße vor. Von friedlicher Pause kann keine Rede sein – stattdessen sprechen beide Seiten von Tausenden Angriffen, Beschuss und Drohnenattacken binnen weniger Stunden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der ukrainische Generalstab registrierte seit Samstag 2299 Verletzungen der Waffenruhe, wie er am Morgen bei Facebook mitteilte. Konkret gab es demnach unter anderem 479 Fälle von Beschuss und rund 1800 Angriffe mit kleineren Drohnen. „Schläge mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen vom Typ Shahed gab es nicht“, teilte der Generalstab weiter mit.
Auch ukrainische Luftstreitkräfte meldeten, dass es für sie eine Pause von 18 Stunden gegeben habe. Am Morgen habe es allerdings im Gebiet Sumy einen für die Flugabwehr relevanten russischen Drohnenangriff gegeben.
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Russland: „Alle Attacken abgewehrt“
Das russische Verteidigungsministerium warf der Ukraine ebenfalls gezielte Angriffe vor. „Insgesamt wurden im Zeitraum vom 11. April, 16.00 Uhr, bis zum 12. April, 8.00 Uhr, 1971 Verstöße gegen den Waffenstillstand durch Einheiten der ukrainischen Streitkräfte registriert“, teilte das Ministerium in Moskau mit. Die ukrainische Armee habe trotz des Osterfriedens russische Stellungen unter anderem im Raum Pokrowsk im Gebiet Donezk sowie im Gebiet Dnipropetrowsk angegriffen. „Alle Attacken wurden abgewehrt“, hieß es.
Auch versuchte Vorstöße der ukrainischen Truppen etwa im Gebiet Sumy seien vereitelt worden. Zugleich behauptete das Ministerium, dass sich „alle Truppenverbände“ an die von Kremlchef Wladimir Putin angeordnete Waffenruhe hielten. Putin hatte verfügt, dass die Waffen bis Mitternacht (23.00 Uhr MESZ) am Sonntag schweigen sollen.
Schon bei Feuerpausen in der Vergangenheit haben sich die Kriegsparteien gegenseitig massenhafte Verstöße vorgeworfen. Auch diesmal hatten beide Seiten angekündigt, auf Angriffe des Gegners entsprechend zu reagieren.
Aktuelle News zum Ukraine-Krieg
Selenskyj lobt Durchhaltevermögen der Ukrainer im fünften Kriegsjahr
In seiner Osterbotschaft hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Mut und die Standhaftigkeit seiner Landsleute im fünften Jahr des russischen Angriffskriegs hervorgehoben. Nach den schweren russischen Angriffen auf Energieanlagen habe das Land „den schwersten Winter seiner Geschichte“ überstanden, sagte Selenskyj. Ziel sei es, dass auf das fünfte Osterfest im Krieg „das erste friedliche Osterfest“ für die ganze Ukraine folge.
Russlands Präsident Wladimir Putin erwähnte den Krieg in seinen Ostergrüßen kaum, hob jedoch die Rolle der russisch-orthodoxen Kirche bei der Unterstützung russischer Soldaten hervor. Die orthodoxen Christen feiern in diesem Jahr eine Woche nach den westlichen Kirchen Ostern.
pau/dpa








