Tanken, Heizen, Lebensmittel: Das Leben in Deutschland wird wieder spürbar teurer. Vor diesem Hintergrund ist es eine gute Nachricht für Verbraucher, dass zumindest an einer Stelle kein weiterer Schub in Sicht ist: Die Deutsche Bahn will jetzt im Mai erneut auf eine Erhöhung der Ticketpreise im Fernverkehr verzichten und diese für ein Jahr stabil halten. Bereits 2025 war die sonst übliche Fahrpreiserhöhung ausgefallen.
Eisenbahn: Ein Grund mehr, öfter mal das Auto stehen zu lassen
Die neue Bahnchefin Evelyn Palla ist offenkundig bemüht, das Vertrauen der Kunden in ihr heruntergewirtschaftetes Unternehmen zurückzugewinnen. Bahnhöfe sollen sicherer und sauberer werden, Zugbistros und Toiletten zuverlässiger funktionieren, die Reisenden sollen schneller wichtige Informationen erhalten. Das hilft zwar nicht gegen die chronischen Verspätungen im Fernverkehr, ist aber ein erster wichtiger Schritt, um die Bahn wieder attraktiver zu machen. Die Stabilisierung der Fahrpreise ist ein weiterer. Um die Bahn insgesamt wieder nach vorn zu bringen, braucht es aber mehr – nämlich die Beseitigung des riesigen Investitionsstaus. Das wird noch viele Jahre in Anspruch nehmen.

Zur Wahrheit gehört nämlich auch: Die Deutsche Bahn ist in einem so erbärmlichen Zustand, dass eine erneute Erhöhung der Fahrpreise gegenüber den Kunden nicht zu rechtfertigen wäre. Der Verzicht darauf wird das Ergebnis des staatseigenen Konzerns drücken, zumal sich ja auch hier steigende Kosten bemerkbar machen. Die Verbraucher aber haben einen weiteren Anreiz, öfter mal das Auto stehen zu lassen und in den Zug zu steigen. Das schont nicht nur das Klima, sondern mitunter sogar den Geldbeutel.


