Kleinen Unternehmen und Selbstständigen fehlen häufig finanzielle Rücklagen, um auch längere Schwächephasen überbrücken zu können. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Erhebung des Meinungsforschungsunternehmens Civey im Auftrag der Businessmanagement-Plattform Tide, die dieser Redaktion vorab vorliegt. Demnach ist die finanzielle Widerstandsfähigkeit vieler Betriebe begrenzt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Rund 50 Prozent der befragten Kleinunternehmen geben an, ihre laufenden Kosten bei wegfallenden Einnahmen maximal drei Monate decken zu können. Lediglich ein Fünftel der befragten Unternehmer schätzt ein, gut abgesichert zu sein: Würden Einnahmen wegbrechen, reichten angesparte Mittel sogar für ein halbes Jahr oder länger.
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Krise: Kleine Firmen im Osten können mögliche Engpässe wohl schlechter bewältigen
Westdeutsche Unternehmen sind der Befragung zufolge tendenziell etwas besser abgesichert als Betriebe im Osten. Während im Westen häufiger Rücklagen für mehr als sechs Monate vorhanden sind, ist im Osten der Anteil der Betriebe höher, die weniger als einen Monat überbrücken könnten.
Civey hatte im Auftrag von Tide, das in Deutschland seit 2024 aktiv ist, 1000 Entscheider in Kleinunternehmen mit weniger als 50 Angestellten sowie Selbstständige befragt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ. Die Befragung wurde Mitte bis Ende März durchgeführt, also einige Wochen nach dem Angriff der USA auf den Iran, der auch in der Bundesrepublik zu steigenden Energiepreisen führte.
Krise: Chefs kleinerer Firmen fühlen sich von der Politik alleingelassen
Knapp die Hälfte der befragten Entscheider (44 Prozent) nennt auch anziehende Preise für Sprit, Strom oder Gas als derzeit größte Belastung für das eigene Unternehmen. Rund ein Viertel gibt an, die schwache Nachfrage sowie mangelnde Planungssicherheit als zentrale Herausforderungen anzusehen.
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Gleichzeitig zeigt die Umfrage auch eine Entfremdung zwischen der Wirtschaft und der Politik: Rund 90 Prozent der Befragten fühlen sich von politischen Entscheidungsträgern alleingelassen. Ein noch höherer Anteil (91 Prozent) ist überzeugt, dass kleine Unternehmen weniger Anerkennung erfahren als große Konzerne. Dabei arbeiten viele Deutsche bei Firmen, deren Größe eher überschaubar ist: Laut Statistischem Bundesamt sind etwa 40 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland in kleinen Unternehmen und Kleinstunternehmen beschäftigt. 3,6 Prozent der Erwerbstätigen gelten als selbstständig.






