Deutschlands Wirtschaftskraft bröckelt. Im Inland lassen hohe Energiepreise und sinkende Nachfrage das erwartete Mini-Wachstum schrumpfen. Im Ausland überholen uns andere Anbieter technologisch, „Made in Germany“ als Verkaufsschlager zieht nicht mehr. Dieser teuflische Cocktail nagt an der deutschen Wirtschaftsstruktur. Insolvenzen in der Industrie, aber auch in anderen Branchen (Mäc Geiz) nehmen zu.
Auch interessant
Wann und ob sich die Lage bessert, ist nicht abzusehen. Eine neue Umfrage jedenfalls untermauert, dass kleine Betriebe kaum finanzielle Puffer haben, um längere Durststrecken zu überstehen. Das muss Sorgen machen, zumal die Firmen auch das Vertrauen in politische Entscheidungsträger verlieren.
Rund um Friedrich Merz – das sollten Sie lesen
Merz und das Buh: Mit noch mehr Pleiten ist auch keinem geholfen
Dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) darauf Antworten geben will, zeigen die Reaktionen, die ihm beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) entgegenschlugen, nachdem er auf die Notwendigkeit tiefgreifender Reformen hinwies. Bei den schäbigen Buhrufen und Pfiffen muss man sich ernsthaft fragen, ob die Belegschaftsvertreter noch die hart arbeitende Mitte abbilden. Denn niemandem ist geholfen, wenn in der Bundesrepublik reihenweise Firmen in die Pleite rutschen, weil sich hier Unternehmertum nicht mehr lohnt. Was dann droht, ist der Achtstundentag für viele Arbeitnehmer – aber auf der Couch!

Aber auch Merz selbst ist gefragt, an seiner Erzählung zu arbeiten. Wer Reformen will, muss sie mit neuen Stärken verbinden und nicht nur mit Belastungen. In jedem Fall gilt: Man darf die Augen nicht vor der Realität verschließen. Was sich Teile der Koalition, aber eben auch die Sozialpartner zu Herzen nehmen sollten.







