Die AfD präsentiert sich bei ihrem Bundesparteitag in Erfurt geschlossen und bestätigt ihre beiden Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla im Amt. Beide hatten wie schon vor zwei Jahren in Essen keine Gegenkandidaten und sind als Doppelspitze unangefochten. Auch wenn Chrupalla einen deutlichen Dämpfer hinnehmen muss.

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Interessant ist an diesem denkwürdigen Datum aber, was sich in der zweiten Reihe tut – auf den Tag genau 100 Jahre nach dem Reichsparteitag der NSDAP in Weimar: Stefan Möller, ein enger Vertrauter des Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke, wird zu einem von drei stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Und sein Ergebnis kann sich sehen lassen. Es ist das Beste aller drei Bundesvize.

AfD-Führung: Höcke baut auf enge Zusammenarbeit mit Möller

Seit zwölf Jahren stehen beide gemeinsam an der Spitze der AfD in Thüringen. Höcke selbst hatte bereits im Vorfeld frohlockt, er wisse, mit Möller im Bundesvorstand habe er jemanden, mit dem er im engsten Austausch und angeschlossen sei, ohne selbst die Arbeit machen zu müssen.

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Möller ist das freundlichere Gesicht des Thüringer Landesverbandes, den der Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem einstuft. Aber am Ende ist der Erfurter Jurist und Bundestagsabgeordnete nicht minder radikal in seinen Ansichten.

Höcke entmachtet Brandner und setzt neuen Thüringer AfD-Vize durch

Der bisherige Thüringer Bundesvize, Stephan Brandner, trat nicht erneut an. Er wurde von Höcke abserviert. Es ist die Quittung dafür, dass der Rechtsanwalt aus Gera als freies Radikal und bisweilen klamaukiger Krawallbruder mehr die eigenen Interessen vertrat als die der Thüringer AfD.

Aktuelle Nachrichten aus Thüringen

Mit Möller als Berliner Statthalter stehen die Chancen gut, dass Höckes Einfluss in der Bundespartei und auf das Führungsduo Weidel/Chrupalla wächst.

AfD ringt um Kurs: Gemäßigte streben Bündnis mit CDU an

Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis ein zentraler Konflikt zum Tragen kommt: Während der gemäßigte Teil der Partei eine Machtoption mit der CDU sieht, wollen die völkischen Höcke-Getreuen – von Umfragewerten beflügelt – lieber allein regieren.