Abseits der allermeisten Blicke auf CDU-Ministerpräsident Mario Voigt hält sein Generalsekretär Niklas Waßmann beim Parteitag in Eisenach eine bemerkenswerte Rede. Aus zweierlei Gründen: Der 41-Jährige scheint nach zwei Jahren im Amt die Abteilung Attacke für sich entdeckt zu haben. Und: Er verordnet der Union, dass die Jammerei der vergangenen Jahre nun endlich (aber wirklich) ein Ende finden muss.

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Ersteres gehört zum Wesen eines Generalsekretärs. Attacke auf den politischen Gegner. Dass Waßmann die AfD offen adressiert und klarmacht, dass eben nicht die Union für den politischen Richtungswechsel nach Bernd Lucke verantwortlich ist, sitzt – vor allem außerhalb der Halle. Denn es dauert nicht lange, bis z.B. der Thüringer AfD-Generalsekretär Daniel Haseloff einen Ausschnitt in sozialen Medien verbreitet und reflexartig „Aber Merkel …“ schreibt. Warum? Weil einer versucht, die Union aus den Fesseln der immer gleichen Erzählung zu befreien.

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Union muss sich an eigenen Erfolgen und Fehlern messen lassen

Und gleichzeitig will Waßmann seine Parteifreunde aus ihrer eigenen Komfortzone holen. Bislang musste immer irgendeine Begründung für die miserablen Wahlergebnisse der vergangenen Jahre herhalten. Und geändert hat sich danach genau nichts. Wie aber die AfD selbst für ihren Kurs verantwortlich zeichnet, ist auch die Union für ihre Taten und ihr Programm.

Daran muss sie sich messen lassen. Ob die Thüringer Union durchhält, sich selbst unter noch stärkeren Druck zu setzen? Zweifel sind angebracht.