Wer in Thüringen noch von Normalzustand spricht, verschließt die Augen vor dem Offensichtlichen. Hier zerbricht eine Regierungskoalition in Zeitlupe. Die „Brombeere“, einst mit Tamtam gestartet, hängt längst vertrocknet am Strauch. Auch wenn die allermeisten Verantwortlichen immer noch das Gegenteil behaupten.

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Thüringer Krise immer schlimmer: Wie geht’s weiter mit der „Brombeere“?
Tacheles Thüringen
 

Am Mittwoch traten drei Abgeordnete aus der BSW-Fraktion aus und setzten damit dem Chaos in der Wagenknecht-Truppe ein weiteres Kapitel hinzu. Nun spürt das auch das Parlament. Man kann das kleinreden: Der Landtag verschiebt nur formale Ausschuss-Beschlüsse wie die Entlastung der Landesregierung. Beamte warten mindestens einen Monat länger auf ihre Nachzahlung. Zu verschmerzen, sicher.

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Politisch aber wiegt das schwerer. Dass die Ausschüsse vor der nächsten Landtagssitzung nichts Wichtiges zu entscheiden hatten, war vor allem eines: Glück. Und Glück ist keine Geschäftsgrundlage. Soll davon abhängen, ob Thüringen regiert wird und der Landtag arbeiten kann?

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Denn wie soll es weitergehen, wenn das BSW schon bald die nächste Volte schlägt? Wenn weitere Mitglieder die Fraktion verlassen, die Partei oder beides? Die Lage ist dynamisch. Sie wird es in den nächsten Tagen bleiben.

Aktuelle Nachrichten aus Thüringen

Thüringen hat den politischen Normalzustand, den es zwischenzeitlich auch nur ansatzweise gab, wieder verlassen. Wer das nicht sehen will, den werden die Entwicklungen nicht einholen. Sie werden ihn schlicht überrollen.