Warum wächst in einer zunehmend komplexen Welt die Sehnsucht nach einfachen Antworten? Und wie hängen gesellschaftliche Ungleichheit, Diskriminierung und autoritäres Denken zusammen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die neue Ringvorlesung der Thüringer Allgemeinen, der Universität Erfurt und des Thüringer Landtags. Die Veranstaltungsreihe steht unter dem Motto „Die neue Lust am Autoritären – Warum Menschen wieder nach einfachen Wahrheiten verlangen“.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Zum Auftakt am 11. November ist die französische Politikwissenschaftlerin, Bestsellerautorin und Aktivistin Emilia Zenzile Roig zu Gast. Ihr Vortrag trägt den Titel „Auf dem Weg zu einer Welt frei von systemischer Unterdrückung“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie unterschiedliche Formen gesellschaftlicher Benachteiligung miteinander zusammenhängen und sich gegenseitig verstärken.

Intersektionalität zeigt, wie Diskriminierung sich überschneiden kann

Dabei geht es insbesondere um das Konzept der Intersektionalität. Es beschreibt, wie sich beispielsweise Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Herkunft oder sozialer Stellung überschneiden kann. Menschen können demnach gleichzeitig von mehreren Formen der Benachteiligung betroffen sein, die sich nicht einfach getrennt voneinander betrachten lassen.

Anhand konkreter Beispiele will Roig verdeutlichen, welche Verbindungen zwischen Patriarchat, Rassismus und Kapitalismus bestehen und wie diese gesellschaftliche Machtverhältnisse beeinflussen. Dabei geht es auch um die Frage, weshalb bestimmte Ungleichheiten häufig als selbstverständlich wahrgenommen werden und welche Möglichkeiten es gibt, festgefahrene Denkmuster aufzubrechen.

Soziale Gerechtigkeit: Roig fordert zum Perspektivwechsel auf

Die promovierte Politikwissenschaftlerin beschäftigt sich seit vielen Jahren mit sozialer Gerechtigkeit und struktureller Diskriminierung. Sie lehrt an Universitäten und tritt europaweit als Rednerin auf. Roig gehört einem internationalen Netzwerk von Menschen an, die sich für gesellschaftliche Veränderungen einsetzen. In ihren Vorträgen beschäftigt sie sich unter anderem mit Feminismus, Rassismus, Machtstrukturen und persönlicher Verantwortung.

In Erfurt möchte sie ihr Publikum dazu anregen, eigene Wahrnehmungen und Überzeugungen zu hinterfragen und neue Perspektiven auf soziale Ungerechtigkeit zu entwickeln. Dabei dürfte auch die Frage eine Rolle spielen, warum gesellschaftliche Veränderungen auf Widerstände stoßen und weshalb einfache Erklärungen in einer komplizierten Welt zunehmend Anziehungskraft entfalten.

Aktuelle Nachrichten aus Thüringen

Lesen Sie auch

Mittwoch, 11. November, Einlass: 18 Uhr, Beginn: 18.15 Uhr. Universität Erfurt, KIZ, Hörsaal 2, Nordhäuser Str. 63, 99089 Erfurt. Teilnahme kostenlos nach Anmeldung unter thueringer-allgemeine.de/ringvorlesung

red