Pandemie

Corona und Grippe: Ärztevertreter warnen vor Labor-Engpässen

Berlin.  Ärztevertreter warnen vor wachsenden Labor-Engpässen bei Abstrichen durch das Zusammentreffen von Coronavirus und der Grippe-Saison.

Ärztevertreter warnen vor Engpässen in den Laboren.

Ärztevertreter warnen vor Engpässen in den Laboren.

Foto: Patrick Pleul / ZB

Ärztevertreter warnen vor wachsenden Engpässen bei den Laborkapazitäten in Deutschland: Die beginnende Grippesaison werde die Zahl der nötigen Abstriche vervielfältigen, sagte die Vorsitzende des Berufsverbands der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, unserer Redaktion. Bereits jetzt seien die Laborkapazitäten knapp. „Bei steigenden Infektionszahlen müssen wir im Herbst mit größeren Engpässen und längeren Wartezeiten rechnen.“ Um Grippe-Infektionen und Corona-Infektionen zu unterscheiden, sei in jedem Verdachtsfall ein Rachenabstrich nötig.

In der Debatte um eine Verkürzung der Isolations- und Quarantänezeiten forderte Teichert ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern: „Es muss bundesweit einheitliche Regeln für die Dauer einer Isolierung von Corona-Infizierten, Verdachtspersonen und Kontaktpersonen geben.“ Die aktuelle Debatte um kürzere Isolations- und Quarantänezeiten dürfe nicht zu einem Flickenteppich aus regional unterschiedlichen Regeln führen.

Corona plus Grippe: Pakt sollte Gesundheitsämtern Entlastung bringen

Vor der virtuellen Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Leitern von Gesundheitsämtern, Gesundheitsdezernenten, Landräten und Oberbürgermeistern am kommenden Dienstag mahnte Teichert kurzfristige Maßnahmen zur Entlastung der Gesundheitsämter vor Ort an: Der von Bund und Ländern für den öffentlichen Gesundheitsdienst geschlossene Pakt einschließlich der zugesagten 5000 Dauerstellen sei ausdrücklich zu begrüßen.

Doch der Pakt schaffe kurzfristig noch keine Entlastung. „Kaum eine der zugesagten Vollzeitstellen wird unter den aktuellen Bedingungen bereits in diesem Herbst besetzt sein können“, so Teichert. Bis alle Lücken geschlossen seien, werde es Jahre dauern. Die Gesundheitsämter aber brauchten dringend auch kurzfristige Hilfe: „Sollten die Infektionszahlen im Herbst wieder deutlich steigen, sind erneut Tausende von Freiwilligen nötig, um Infektionsketten nachzuverfolgen und Quarantäne-Maßnahmen zu kontrollieren“, forderte die Ärztevertreterin. (fmg)

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