Corona-Pandemie

Neue Quarantänepflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten

Berlin.  Das Kabinett hat eine Musterverordnung zur Quarantänepflicht verabschiedet, die ab 8. November gilt. Antworten auf wichtige Fragen.

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  • Wer in ein Risikogebiet reist, muss anschließend mit einer Quarantäne rechnen
  • Die neue Quarantänepflicht soll ab dem 8. November gelten. Ursprünglich sollten die Neuerungen allerdings schon zum 15. Oktober kommen
  • Rückkehrende aus ausländischen Risikogebieten müssen sich ab dem 8. November unverzüglich für zehn Tage in häusliche Selbstisolation begeben
  • Wir zeigen, wie man die Quarantäne beenden kann

Die Coronazahlen in ganz Europa steigen wieder dramatisch an – immer mehr Regionen im Ausland werden aufgrund der Zahl der Neuinfektionen zu Risikogebieten erklärt. Doch was ist eigentlich zu tun, wenn man in einem solchen Gebiet aufgehalten hat und dann zurück nach Deutschland kommt? Eine Antwort auf diese Frage gibt die neue Musterverordnung zur Quarantänepflicht für Rückkehrer aus ausländischen Corona-Risikogebieten, die ab 8. November gelten soll.

Die Musterquarantäneverordnung wurde vom Bundeskabinett am Mittwoch verabschiedet. Sie soll laut Regierungssprecher Steffen Seibert eine „gemeinsame Arbeitshilfe für alle Länder“ darstellen.

Ab wann gilt die neue Regel?

Die neue Quarantänepflicht soll ab dem 8. November gelten. Ursprünglich sollten die Neuerungen allerdings schon zum 15. Oktober kommen.

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Für wen gilt die neue Quarantänepflicht?

Die Pflicht zur Quarantäne gilt für Personen, die sich in den zehn Tagen vor ihrer Einreise nach Deutschland in einem vom Robert Koch-Institut (RKI) als Risikogebiet eingestuften Land oder einer solchen Region aufgehalten hat.

Die allermeisten Infektionen würden derzeit aus dem Ausland in die Bundesrepublik getragen, sagte Seibert. Nur etwa zehn Prozent der Infektionen ereigneten sich im Inland.

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Wie lange muss man sich in Isolation begeben?

Rückkehrende aus ausländischen Risikogebieten müssen sich ab dem 8. November unverzüglich für zehn Tage in häusliche Selbstisolation begeben. Bis dahin gilt für Einreisende aus Risikogebieten noch eine Pflichtquarantäne von 14 Tagen.

Kann man die Quarantäne mit einem negativen Coronatest umgehen?

Jeder Einreisende aus ausländischen Risikogebieten muss sich zunächst in Quarantäne begeben. Wer die Selbstisolation vorzeitig beenden möchte, kann frühestens am fünften Tag nach der Einreise einen Coronavirus-Test durchführen lassen. Wenn das Ergebnis negativ ist, endet die Pflicht zur Quarantäne.

Fallen aber trotz eines negativen Ergebnis innerhalb von zehn Tage Symptome einer Covid-19-Erkrankung auf, müssen Betroffene einen weiteren Test machen.

Muss das Gesundheitsamt informiert werden?

Ja, Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten müssen das örtliche Gesundheitsamt informieren. Entscheiden sich die Rückkehrer zur Durchführung eines Coronatests, um die Quarantäne gegebenenfalls vorzeitig beenden zu können, müssen die Behörden ebenfalls über das Testergebnis in Kenntnis gesetzt werden.

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Gilt die neue Quarantänepflicht auch für innerdeutsche Risikogebiete?

Nein, die Quarantänepflicht gilt nur für Risikogebiete im Ausland.

Gilt die Regelung zur neuen Quarantänepflicht bundesweit?

Die Vorgaben müssen noch von den Ländern auf dem Verordnungsweg umgesetzt werden. Die Musterverordnung solle aber eine „möglichst bundesweit einheitliche Regelung“ gewährleisten, sagte Regierungssprecher Seibert. Das „gemeinsame Ziel“ von Bund und Ländern sei es, „neue Infektionsherde durch Einreisen nach Deutschland zu verhindern“.

Gibt es Ausnahmefälle, die Reisende von der Quarantänepflicht befreien?

Ja, die Musterverordnung sieht auch Ausnahmen von der Test- und Quarantänepflicht vor. Wer sich lediglich auf einer Transitreise durch das Risikogebiet befindet, muss nicht in Quarantäne. Auch für Reisen in Nachbarländer von weniger als 24 Stunden Dauer oder für Besuche aus familiären Gründen von bis zu 72 Stunden gelten Ausnahmen.

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Berufs- und Studienpendler sowie für Beschäftigte im Waren- und Personenverkehr, für Beschäftigte im Gesundheitswesen und für „hochrangige Repräsentanten staatlicher Organe“ sind ebenfalls von der Quarantänepflicht entbunden – in diesen Fällen ist aber jeweils das Vorliegen eines Schutz- und Hygienekonzepts erforderlich.

Bei welchen Ausnahmefällen ist ein Coronatest erforderlich?

Eine weitere Regelung in der neuen Musterverordnung sieht mehrere Ausnahmen von der Quarantänepflicht vor, wobei sich Betroffene in diesen Fällen einem Coronatest unterziehen müssen: Dies gilt etwa für Besuche aus familiären Gründen von mehr als 72 Stunden, für „zwingend notwendige berufliche Tätigkeiten“ für bis zu fünf Tage und für Teilnehmer internationaler Sportveranstaltungen.

Zudem soll es Sonderregelungen für Saisonarbeiter, Bundeswehrangehörige und Urlaubsrückkehrer geben, soweit ein Schutz- und Hygienekonzept im Urlaubsland vorliegt und keine „Infektionslage“ der Sonderregelung entgegensteht.

(raer/dpa/afp)

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