US-Wahl

Zweites TV-Duell: Biden siegt laut Umfrage über Trump

Washington.  Das Chaos beim ersten TV-Duell von Trump und Biden war legendär. Beim zweiten ging es anders zu. Alle Infos zur US-Wahl im Newsblog.

Trumps kontroverse Freunde: "Je härter und gemeiner, desto besser"

In seiner Amtszeit hat Donald Trump schon die Hände vieler autoritär gesinnter Machthaber geschüttelt, darunter Nordkoreas Diktator Kim Jong Un und Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman. Seine umstrittenen diplomatischen Beziehungen erklärte Trump einst so: "Je härter und gemeiner die Leute sind, desto besser komme ich mit ihnen aus." of Donald Trump with authoritarian leaders

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  • Das zweite und letzte TV-Duell von Donald Trump und Joe Biden lief gesitteter ab als das erste. Eine Umfrage des Nachrichtensender CNN sieht Biden als Sieger
  • Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist alarmiert: US-Sicherheitskräfte scheiterten daran, friedliche Demos vor der Wahl zu schützen
  • Ein Niederländer will den Twitter-Account von Donald Trump gehackt haben – Twitter und das Weiße Haus dementieren
  • Demokratische Wähler in mehreren Bundesstaaten haben Droh-E-Mails erhalten. Sie stammen offenbar aus Russland und dem Iran
  • Ex-Präsident Barack Obama hat seinen Nachfolger Donald Trump bei einer Wahlkundgebung in Pennsylvania als „unfähig“ kritisiert
  • Mehr als 30 Millionen Wähler haben in den USA bereits jetzt ihren Stimmzettel abgegeben – überdurchschnittlich viele zu diesem Zeitpunkt

In weniger als zwei Wochen wählt Amerika einen neuen Präsidenten. Der Demokrat und frühere Vizepräsident unter Barack Obama, Joe Biden, fordert den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump heraus.

US-Wahl 2020: Alle News zum Duell Trump gegen Biden

Die Prognosen zur US-Wahl 2020 sahen zuletzt Biden als wahrscheinlichen Sieger. Der unter anderem für seinen Umgang mit der Corona-Pandemie massiv in der Kritik stehende Trump hat nicht nur im landesweiten Umfrageschnitt einen Rückstand von rund zehn Prozentpunkten. Auch in besonders wichtigen Schlüsselstaaten wie Michigan, Pennsylvania und Wisconsin liegt Trump hinter Biden.

Dass Umfragen nur eine begrenzte Vorhersagekraft für den Ausgang der Wahl am 3. November haben, weiß wohl niemand so gut wie Hillary Clinton. Auch sie lag kurz vor der US-Wahl 2016 in Umfragen deutlich vor Trump, – und das trotz eines Vorsprungs von landesweit zwei Millionen Stimmen.

Trump wollte bis zuletzt keine geordnete Amtsübergabe im Falle einer Niederlage garantieren.

Alle Entwicklungen zum Duell Trump versus Biden finden Sie in unserem Newsblog zur US-Wahl 2020:

Freitag, 23. Oktober: US-Astronautin hat aus dem All gewählt

12.57 Uhr: Zu den Millionen von US-Bürgern, die schon vor dem eigentlichen Termin der Präsidentschaftswahl am 3. November gewählt haben, gehört auch eine Astronautin im All. „Ich habe heute gewählt“, erklärte Kate Rubins, die sich derzeit in der Internationalen Raumstation (ISS) aufhält, am Donnerstag im Internetdienst Twitter. Die Astronautin gab ihre Stimme auf elektronischem Weg ab.

Zu Rubins’ Internetbotschaft stellte die Weltraumbehörde Nasa ein Foto der 42-Jährigen, auf dem ihr langes blondes Haar in der schwerelosen Umgebung horizontal von ihrem Kopf absteht. Sie steht vor einem Schrank, an dem ein Zettel mit den Worten „ISS Wahlurne“ hängt. Rubins hält sich ein halbes Jahr lang in der Raumstation auf.

Ihr war ein elektronischer und gegen Datenraub geschützter Wahlzettel per E-Mail vom texanischen Verwaltungsbezirk Harris County zugeschickt worden. Zu dem Bezirk gehört die Großstadt Houston, wo die Nasa eines ihrer Zentren hat. Rubins füllte den Wahlzettel elektronisch aus und schickte ihn auf gleichem Wege zurück. Rubins hatte bereits bei der Wahl vor vier Jahren ihre Stimme aus der ISS heraus abgegeben. Der US-Kongress hatte 1997 per Gesetz die Stimmabgabe aus dem All erlaubt.

Hacker behauptet, Passwort für Trumps Twitter-Konto zu haben

9.30 Uhr: Ein niederländischer Hacker will das Twitter-Konto des US-Präsidenten Donald Trump mit einem simplen Passwort (maga2020!) gehackt haben. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet über entsprechende Nachrichten zweier niederländischer Zeitungen. Allerdings bestreiten außer dem Hacker alle Beteiligten, dass es wirklich so war, wie dieser behauptet. Twitter erklärte, man habe keine Belege gesehen, dass sich der Hacker habe einloggen können. Trumps Konto sei besonders gut gesichert. Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte dem britischen „Independent“, die Behauptung des Hackers sei „absolut unwahr“.

CNN-Umfrage sieht Biden im zweiten TV-Duell vorn

8.00 Uhr: Für US-Präsident Donald Trump war es die letzte Chance vor einem Millionenpublikum, unentschlossene Wähler für sich zu mobilisieren. Es ging viel gesitteter zu als beim chaotischen ersten Duell. Zentrale Themen der Debatte in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee waren der Kampf gegen die Corona-Krise, Hilfen für Unternehmen und Verbraucher, die Gesundheitsversorgung der Amerikaner, Rassismus sowie die Energiepolitik.

Biden wagte sich diesmal deutlich weiter als zuvor aus der Deckung, was eine Energiewende angeht. Er betonte, dass die Ölindustrie mit ihm als Präsidenten keine Subventionen aus Washington mehr bekommen solle. Auch wolle er die Wirtschaft vom Öl schrittweise auf erneuerbare Energien umstellen.„Das ist eine große Aussage“, rief Trump aus. Er behauptet stets, dass Biden die amerikanische Ölindustrie zerstören und damit viele Jobs vernichten werde.

In einer Blitzumfrage des Nachrichtensenders CNN sahen 53 Prozent der Zuschauer Biden vorn, für 39 Prozent war Trump der Sieger. Lesen Sie hier: So lief das zweite und letzte TV-Duell Trump gegen Biden

6.01 Uhr: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die US-Regierung aufgefordert, Protestierende vor der Präsidentschaftswahl besser vor Gewalt zu schützen. Sicherheitskräften gelinge es derzeit nicht, die Störung friedlicher Versammlungen zu verhindern, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht.

Ordnungskräfte müssten aber dafür sorgen, dass das Grundrecht auf friedliche Versammlung wahrgenommen werden könne. Amnesty empfiehlt unter anderem, rund um die Präsidentschaftswahl am 3. November das Tragen von Waffen an öffentlichen Orten, in Parks und Wahllokalen sowie bei friedlichen Versammlungen einzuschränken.

Das berühmte Time-Magazin ruft zur Wahl auf

5.00 Uhr: Zum ersten Mal in seiner fast 100-jährigen Geschichte hat das berühmte Time Magazine seinen Namen auf der Titelseite geändert. Dort steht nun das Wort „Vote“. Das neue Time-Cover zeigt zudem eine Frau mit Gesichtsmaske, die mit einer Wahlurne verziert ist und eine Botschaft sendet, wählen zu gehen. „Nur wenige Ereignisse werden die Welt mehr prägen als das Ergebnis der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen“, schrieb Edward Felsenthal, Chefredakteur und CEO von Time, in einem begleitenden Beitrag.

Donnerstag, 22. Oktober: Donald Trump will Samstag in Florida wählen

22.25 Uhr: US-Präsident Donald Trump wird am Samstag im Bundesstaat Florida seine Stimme für die Präsidentschaftswahl abgeben. „Präsident Trump plant, am Samstag in West Palm Beach, Florida, im Voraus zu wählen“, erklärte sein Sprecher Judd Deere am Donnerstag. West Palm Beach an Floridas Atlantikküste ist neben dem Weißen Haus Trumps offizieller Wohnort. Der einst in New York gemeldete Immobilienmogul besitzt dort ein Golfresort.

Die Präsidentschaftswahl findet eigentlich erst am 3. November statt. Die Bürger können aber in den meisten Bundesstaaten schon im Vorfeld ihre Stimme abgeben, persönlich im Wahllokal oder per Post.

In diesem Jahr gibt es einen wahren Ansturm beim sogenannten Early Voting: Nach Angaben des US Elections Project des Politikwissenschaftlers Michael McDonald haben schon mehr als 46 Millionen Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Hintergrund ist unter anderem die Corona-Pandemie.

Demokraten boykottieren Ausschussabstimmung über Richterin Barrett

9.50 Uhr: Die Demokraten im Justizausschuss des US-Senats werden am Donnerstag die Abstimmung über Amy Coney Barrett als Kandidatin für das Oberste Gericht des Landes boykottieren. Damit wolle man das von den Republikanern durchgeboxte Verfahren nicht weiter legitimieren, erklärten die demokratischen Abgeordneten im Ausschuss am Mittwoch. Die Sitzung des Gremiums ist ein Zwischenschritt vor der für kommenden Montag erwarteten Abstimmung über Barrett im gesamten Senat.

Droh-Mails an demokratische US-Wähler sorgen für Aufregung

9.45 Uhr: Droh-Mails an als Demokraten registrierte US-Wähler haben knapp zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl für Wirbel gesorgt. In den Bundesstaaten Florida, Pennsylvania, Arizona und Alaska bekamen Wähler E-Mails, in denen sie in drohendem Ton zur Stimmabgabe für Präsident Donald Trump aufgefordert wurden. Absender war eine E-Mail-Adresse mit dem Namen der rechtsradikalen Gruppierung „Proud Boys“. Offenbar stammten die Mails aber aus Russland und dem Iran: Lesen Sie dazu: Droh-Mails an US-Wähler: Iran und Russland stecken dahinter

Trump im Wahlkampfmodus – Das sind seine Methoden

8.58 Uhr: In der Endphase des Wahlkampfs steht Donald Trump mit dem Rücken zur Wand. Der US-Präsident schlägt um sich – und hofft auf ein Wunder. Lesen Sie dazu: US-Wahlkampf: Poltern, holzen, keilen – die Methode Trump

Obama rügt „Unfähigkeit“ von Trumps Regierung im Kampf gegen Corona

8.49 Uhr: Es war die erste offene Wahlkundgebung Barack Obamas zugunsten Joe Bidens. Der Ex-Präsident ging Trump so heftig an wie noch nie. Lesen Sie hier: Obama greift in Philadelphia Turmp aggressiv an: „Unfähig“

Star-Komiker Mel Brooks mit 94 in erstem Polit-Video – für Joe Biden

Oscar-Preisträger Mel Brooks („The Producers“) ruft mit 94 Jahren in seinem ersten politischen Video zur Wahl des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden auf. Donald Trump würde „verdammt noch mal“ nichts gegen das Coronavirus unternehmen.

„So viele Menschen sind gestorben. Und wenn du tot bist, kannst du nicht viel machen“, wettert Brooks in dem kurzen Videospot gegen den US-Präsidenten. Er möge Joe, denn der möge Fakten und Wissenschaft.

Republikaner Romney verweigert Trump seine Stimme

0.24 Uhr: Der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat bei der US-Wahl nicht für Amtsinhaber Donald Trump gestimmt. Das sagte der als innerparteilicher Kritiker Trumps bekannte Senator dem Fernsehsender CNN am Donnerstag. Ob er seine Stimme dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden gab, verriet Romney nicht. „Ich habe nicht für Präsident Trump gestimmt“, sagte er bloß. Auf wen seine Wahl fiel, wolle er „zu diesem Zeitpunkt für mich behalten“.

Mittwoch, 21. Oktober: Trump im Umfrage-Tief: Hat er schon aufgegeben?

20.46 Uhr: Umfragen zur US-Wahl sehen Donald Trump im konstanten Sinkflug. Hat er noch Chancen, das Ruder herumzureißen und Wählerstimmen zu gewinnen? Ein US-Journalist sieht „wachsende Anzeichen“ dafür, dass Trump längst „aufgegeben hat“. Lesen Sie dazu: Kurz vor der Wahl wirkt Donald Trump immer verzweifelter

Harvard-Professor warnt vor „Weimarer Verhältnissen“ in den USA

17.47 Uhr: Der deutsche Politikwissenschaftler und Harvard-Professor Karl Kaiser sieht im Fall einer Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump die Demokratie in den USA in Gefahr. „Als jemand, der in Deutschland aufgewachsen ist, sehe ich die Parallelen zur Weimarer Republik. Ich halte Weimarer Verhältnisse in den USA für möglich“, sagte Kaiser (85) der Zeitung „Die Welt“ (Mittwoch).

„Trump benötigt kein Ermächtigungsgesetz. Er könnte mithilfe des ihm hörigen, korrupten Justizministers in einer von ihm zielstrebig geschaffenen Situation der Verwirrung bei der Wahl die Macht ergreifen. Trumps Auftritte, sein Umgang mit Andersdenkenden erinnern mich oft an Figuren wie Hitler und Mussolini.“

Kaiser machte deutlich, dass er Adolf Hitler und die Nationalsozialisten nicht verharmlosen wolle. „Ich prognostiziere weder einen Holocaust noch einen Weltkrieg“, sagte er. „Aber mir graut es bei dem Gedanken, dass ein so unbeherrschter und unwissender Mann den Finger auf dem nuklearen Knopf hat.

Biden: Korruptionsvorwürfe sind Verleumdungskampagne

17.47 Uhr: Joe Biden hat Korruptionsvorwürfe der Republikaner von US-Präsident Donald Trump gegen sich und seine Familie zurückgewiesen. „Es ist der letzte Versuch in dieser verzweifelten Kampagne, mich und meine Familie zu verleumden“, sagte Biden dem Sender WISN in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin am Dienstag (Ortszeit). Bei den Vorwürfen, die keinerlei Grundlage hätten, handele es sich um „Müll“.

Knapp zwei Wochen vor der Wahl am 3. November wächst der Druck auf den Ex-Vizepräsidenten, sich zu früheren Auslandsgeschäften seines Sohnes Hunter Biden und zu seiner möglichen eigenen Rolle dabei zu erklären.

Das „Wall Street Journal“ schrieb am Mittwoch in einem Kommentar, Joe Biden schulde den Wählern Antworten, statt die Vorwürfe pauschal abzutun. Das gelte besonders mit Blick auf mögliche frühere Geschäfte Hunter Bidens mit China. Sollte Joe Biden die Wahl gewinnen, werde der Umgang mit dem Land eine seiner größten außenpolitischen Herausforderungen.

Präsident Trump hatte am Dienstag Justizminister Bill Barr zu Ermittlungen gegen die Biden-Familie aufgerufen. „Es handelt sich um erhebliche Korruption, und das muss vor der Wahl bekannt sein“, sagte Trump dem Sender Fox News.

„New York Times“ berichtet über Trump-Konto in China

11.25 Uhr: Die „New York Times“ hat ein neues Licht auf frühere Geschäftsbemühungen von US-Präsident Donald Trump in China geworfen und berichtet über die Existenz eines bisher unbekannten Kontos dort. Es tauche nicht in öffentlich zugänglichen Auflistungen von Trumps persönlichen Vermögenswerten auf, da es unter dem Firmennamen Trump International Hotels Management geführt werde, schrieb das Blatt am Dienstag (Ortszeit) unter Berufung auf Steuerunterlagen. In der Vergangenheit hat sich Trump immer wieder kritisch über US-Firmen geäußert, die in China Geschäfte machen.

Trump bricht Interview mit CBS ab

3.03 Uhr: Zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl in den USA hat Amtsinhaber Donald Trump ein TV-Interview vorzeitig abgebrochen. Das teilte der Fernsehsender CBS am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Trump drohte auf Twitter damit, einen Mitschnitt noch vor dem geplanten Ausstrahlungstermin am kommenden Sonntag selbst zu veröffentlichen.

Er kritisierte das mit der renommierten Journalistin Lesley Stahl für die CBS-Sendung „60 Minutes“ geführte Gespräch als „Fake“ und „parteiisch“. Vor der Wahl sollte das Interview Teil einer „60 Minutes“-Sonderausgabe über den Republikaner Trump und seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden an diesem Sonntag sein.

Trumps Wahlkampfberater Jason Miller bestritt einen Abbruch und sprach von „fake news“. „Kein Drama, das Interview hat nicht abrupt geendet“, zitierte CBS Miller.

Trump sprach von einem „furchtbaren Eingriff“ in die Wahl am 3. November. Bei einem Wahlkampfauftritt am Dienstagabend in Erie im US-Bundesstaat Pennsylvania schien er CBS zu drohen. „Ihr müsst Euch anschauen, was wir mit „60 Minutes“ machen. Ihr werdet einen solchen Kick daraus bekommen“, sagte der Präsident vor jubelnden Anhängern. „Lesley Stahl wird nicht glücklich darüber sein.“ Bereits zuvor hatte Trump ein kurzes Video auf Twitter veröffentlicht, zu dem er schrieb: „Lesley Stahl von „60 Minutes“ ohne Maske im Weißen Haus nach ihrem Interview mit mir. Da kommt noch viel mehr.“

Dienstag, 20. Oktober: Trump tanzt bei Wahlkampfauftritten und wird verspottet

21.46 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich aus europäischer Sicht schon mit einer Vielzahl an skurrilen Wahlkampfauftritten ausgezeichnet. Nun garniert Trump, der eher für seinen Golf- als Hüftschwung bekannt ist, seine Auftritte mit kleinen Tanzeinlagen. Dem Präsident wird dabei im Gegensatz zu seinem Corona-Test kein positives Ergebnis attestiert. Im Internet hagelt es unter anderem Spott von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

US-Geheimdienstmitarbeiter sehen Russland hinter Kampagne gegen Biden

13.21 Uhr: Mehr als 50 ehemalige hochrangige US-Geheimdienstmitarbeiter sehen Russland hinter einer Kampagne gegen den Sohn des demokratischen Herausforderers bei der Präsidentenwahl, Joe Biden. Die Veröffentlichung von E-Mails, die angeblich Bidens Sohn Hunter gehören sollen, wiesen „alle klassischen Merkmale einer russischen Informationsoperation auf“, hieß es in einem Brief, den die Website „Politico“ am Montag (Ortszeit) veröffentlichte.

Hintergrund ist ein Bericht in der „New York Post“, der Biden mit Geschäften seines Sohnes Hunter in der Ukraine in Verbindung zu bringen versuchte. Die Zeitung berichtete, eine E-Mail, die auf einem Notebook in einer Reparaturwerkstatt gefunden worden sei, deute auf ein Treffen von Joe Biden mit einem Geschäftspartner seines Sohnes im Jahr 2015 hin. Ein Sprecher Bidens wies diesen Vorwurf zurück.

Die früheren Geheimdienstmitarbeiter legten in ihrem Brief keine neuen Beweise vor. Sie gaben stattdessen an, ihre Erfahrung in Fragen der nationalen Sicherheit mache sie zutiefst misstrauisch. „Wenn wir recht haben, dann versucht Russland zu beeinflussen, wie die Amerikaner bei dieser Wahl abstimmen, und wir haben den festen Glauben, dass die Amerikaner sich dessen bewusst sein müssen.“

Zu den Unterzeichnern gehören die ehemaligen CIA-Direktoren Leon Panetta, John Brennan und Mike Hayden sowie die ehemaligen Direktoren John McLaughlin und Michael Morell.

Trump und Biden sollen bei TV-Duell stumm geschaltet werden

6.30 Uhr: Beim TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden am Donnerstag sollen die Mikrofone der Kandidaten nach Ablauf ihrer Redezeit abgeschaltet werden. Die für die Veranstaltung zuständige Kommission hoffe, „dass die Kandidaten auf diese Weise ihre jeweilige Redezeit respektieren, was eine zivilisierte Debatte befördern und so den Nutzen für die Zuschauer steigern wird“, hieß es in einer Erklärung.

Jedem Kandidaten sollen zur Beantwortung einer Frage des Moderators zwei Minuten zur Verfügung stehen. Danach werde das Mikrofon stumm geschaltet. In der anschließenden offenen Diskussion bleiben die Mikrofone eingeschaltet. Trumps Wahlkampfmanager Bill Stepien reagierte verärgert auf die Ankündigung. Trump sei entschlossen, mit Biden zu debattieren, unabhängig von „in letzter Minute von der voreingenommenen Kommission erlassenen Regeländerungen, um ihrem favorisierten Kandidaten einen Vorteil zu verschaffen“.

Trump und Biden hatten sich Ende September ein chaotisches Fernsehduell geliefert, bei dem der Präsident seinem demokratischen Herausforderer pausenlos ins Wort gefallen war. Das TV-Duell am Donnerstag wird das letzte vor der Wahl am 3. November sein.

Montag, 19. Oktober: Trump-Team kritisiert Debatten-Kommission vor letztem TV-Duell

22.42 Uhr: Das Wahlkampfteam von Präsident Donald Trump hat vor der letzten TV-Debatte mit Konkurrent Joe Biden scharfe Kritik an den Organisatoren geübt. Wahlkampfberater Jason Miller warf der Debatten-Kommission in einer Telefonschalte mit Journalisten „anhaltende Wahlbeeinflussung“ zugunsten Bidens vor.

Bei der letzten Debatte vor der Wahl gehe es traditionell um Außenpolitik, sagte Miller. Beim TV-Duell an diesem Donnerstagabend (Ortszeit) in Nashville im Bundesstaat Tennessee liege darauf aber nicht der Schwerpunkt. „Wir glauben, dass das auf Bitten des Biden-Wahlkampfteams so ist.“

Man habe auch gehört, dass womöglich Regeln für die Debatte geändert werden sollten. Trump hatte eine wegen der Corona-Pandemie angedachte virtuelle zweite Debatte bereits nach dem ersten TV-Duell mit Biden abgelehnt.

Trump verspricht erneut baldiges Ende der Pandemie

20.09 Uhr: Donald Trump hat erneut ohne jede Grundlage ein baldiges Ende der Corona-Pandemie versprochen. „Die Pandemie ist bald vorbei“, versprach er seinen Anhängern bei einem Wahlkampfauftritt im südwestlichen Bundesstaat Arizona – obwohl das im Widerspruch zur aktuellen Entwicklung in den USA steht, wo die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder anstieg.

Zuvor hatte der US-Präsident den führenden US-Gesundheitsexperten Anthony Fauci Medienberichten zufolge als „Katastrophe“ bezeichnet und ihm Fehler in der Pandemie vorgeworfen. Das sagte Trump nach Berichten des Senders CNN und der „New York Times“ in einer Telefonschalte mit seinem Wahlkampfteam am Montag. „Jedes Mal, wenn er im Fernsehen auftritt, gibt es immer eine Bombe, aber es gibt eine größere Bombe, wenn man ihn feuert. Der Typ ist eine Katastrophe“, sagte Trump nach Angaben der „New York Times“. „Die Leute haben es satt, Fauci und diese Idioten zu hören, all diese Idioten, die Fehler gemacht haben.“

In der Schalte habe der Präsident Fauci auch einen „netten“ Typen genannt. Trump sagte nach Angaben von CNN mit Blick auf Fauci: „Wenn ich auf ihn gehört hätte, hätten wir 500.000 Tote.“ Die Zahl der Toten in den USA nach einer Infektion mit dem Coronavirus liegt derzeit bei rund 220.000.

Bidens Vize-Kandidatin Kamala Harris steigt wieder in Wahlkampf ein

11.35 Uhr: Die demokratische Kandidatin für das US-Vizepräsidentenamt, Kamala Harris, geht nach einer Pause wegen Corona-Fällen in ihrem Umfeld wieder auf Wahlkampftour. Harris wolle am Montag in Orlando und Jacksonville im Bundesstaat Florida Frühwähler mobilisieren, teilte ihre Wahlkampagne mit.

Vor der Präsidentenwahl am 3. November können seit Montag Frühwähler in Florida persönlich ihre Stimme abgeben. Florida gehört zu den besonders umkämpften Swing States, in denen Mehrheiten zwischen Demokraten und Republikanern immer wieder wechseln.

Harris hatte am Donnerstag ihre Wahlkampfreisen ausgesetzt, weil ihre Kommunikationschefin Liz Allen und ein Mitglied einer Flugbesatzung am Mittwoch positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Harris musste nach Vorgabe der US-Gesundheitsbehörde CDC nicht in Quarantäne gehen, weil sie binnen zwei Tagen vor den positiven Tests nicht in unmittelbarer Nähe der Infizierten gewesen war. Lesen Sie auch: US-Wahlkampf: Republikaner gehen auf Distanz zu Donald Trump

US-Wahl: Mehr als 27 Millionen Amerikaner haben Stimme schon abgegeben

8.03 Uhr: Bereits mehr als 27 Millionen Wählerinnen und Wähler haben ihre Stimme für die Präsidentschaftswahl abgegeben. Das geht aus Daten des „U.S. Elections Project“ des Politikwissenschaftlers Michael McDonald von der Universität Florida hervor.

Laut CNN sei damit schon jetzt, gut zwei Wochen vor dem Wahltag, rund ein Fünftel der Stimmen abgegeben worden, die bei der Wahl 2016 abgegeben worden waren. 2016 waren bis zum vergleichbaren Zeitpunkt weniger als sechs Millionen Stimmzettel bei den Behörden eingegangen.

Nach den Daten des Projekts scheinen bislang erheblich mehr registrierte Demokraten als Republikaner ihre Stimme frühzeitig abgegeben zu haben. Die Registrierung bei einer Partei sagt allerdings nicht unbedingt etwas über das Stimmverhalten aus.

In vielen Bundesstaaten können die Wahlberechtigten schon jetzt persönlich oder per Post ihre Stimme abgeben, in einigen Staaten schon seit rund einer Woche.

Trump verteidigt Ablehnung von wissenschaftlichen Ratschlägen

2.46 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat seinen Widerstand gegen den Rat von Wissenschaftlern in der Corona-Pandemie verteidigt. „Hätte ich komplett auf die Wissenschaftler gehört, hätten wir jetzt ein Land, das in einer massiven Depression wäre“, sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Carson City im US-Bundesstaat Nevada am Sonntag (Ortszeit). „Stattdessen sind wir wie ein Raketenschiff.“

Trump machte sich über seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden lustig, weil dieser verspricht, sich im Kampf gegen das Coronavirus am Rat der Wissenschaftler zu orientieren. Wenig später warf Trump Biden vor, einen „unwissenschaftlichen Lockdown“ zur Eindämmung des Coronavirus zu verhängen, wenn er gewählt werde.

Am 3. November hätten die Amerikaner die Wahl zwischen einer „Trump-Super-Erholung“ der Wirtschaft und einer „Biden-Depression“, sagte Trump. Er warnte, mit Biden würden die Steuern steigen und Jobs ins Ausland abwandern. Dabei verspricht Biden, US-Firmen mit Strafsteuern von der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland abzuhalten und für niemanden Steuern zu erhöhen, der weniger als 400.000 Dollar (340.000 Euro) im Jahr verdient, wenn er gewinnt.

Trump schwingt die Hüften zu YMCA

1.57 Uhr: Im Ringen um ein weiteres Corona-Hilfspaket machen die Demokraten im US-Kongress Druck auf die Regierung von Präsident Donald Trump. „Es hängt von der Regierung ab“, ob es weitere Hilfen bis zur Wahl am 3. November gebe, sagte die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, am Sonntag dem Sender ABC News. Dafür müsse es bis Dienstag eine Einigung geben. Pelosi machte deutlich, dass es weiterhin Differenzen zwischen ihr und Finanzminister Steven Mnuchin gebe.

Regierung und Kongress verhandeln seit Monaten ein weiteres billionenschweres Konjunkturpaket. Die Notenbank Fed hat gewarnt, dass die Erholung der Wirtschaft ins Stocken geraten könnte, falls es keine neue staatliche Geldspritze geben sollte.

Die Regierung hatte jüngst ein Paket in Höhe von rund 1,8 Billionen Dollar vorgeschlagen, die Demokraten fordern jedoch weitergehende Maßnahmen. Trump sagte am Sonntagabend im US-Bundesstaat Nevada, er wolle eine noch höhere Zahl als Pelosi – das bedeute aber nicht, dass alle Republikaner seiner Meinung seien. „Aber ich denke, sie werden es am Ende sein, wenn sie auch mitgeht“, sagte Trump.

Sonntag, 18. Oktober: Trump verschärft Angriffe auf Biden

18.45 Uhr: Donald Trump hat die Angriffe auf seinen Herausforderer Joe Biden und dessen Familie verschärft. „Joe Biden ist und war immer ein korrupter Politiker“, sagte Trump am Samstagabend in Janesville im Bundesstaat Wisconsin. „Die Biden-Familie ist ein kriminelles Unternehmen.“ Biden selbst hielt sich am Wochenende im Wahlkampf weitgehend im Hintergrund. Bei einem Auftritt in Durham (North Carolina) warf er Trump vor, die Amerikaner in der Corona-Krise weiter anzulügen.

Pro Tag hält Trump mittlerweile mehrere Wahlkampfauftritte ab, ungeachtet der Pandemie vor dicht gedrängten Anhängern. Neben Warnungen vor angeblich für die USA schädlichen und radikalen Plänen Bidens wiederholte Trump in den vergangenen Tagen vor seinen Anhängern die immer gleichen, nicht bewiesenen Vorwürfe gegen seinen Herausforderer. „Er ist ein Krimineller. Er hat Verbrechen begangen“, sagte Trump am Samstag in Muskegon (Michigan). Am Freitag beschuldigte Trump in Ocala (Florida) Biden und seine Familie, reich geworden zu sein, „während Amerika ausgeraubt wurde“.

Tausende Teilnehmer bei Anti-Trump-Protesten in den USA

8.25 Uhr: Tausende Menschen haben sich am Samstag in den USA an Protesten gegen US-Präsident Donald Trump und für Frauenrechte beteiligt. In Washington und anderen Städten versammelten sich vor allem Frauen, um gegen eine mögliche Wiederwahl Trumps und seine Kandidatin für den Obersten Gerichtshof, Amy Coney Barrett, zu protestieren.

In der US-Hauptstadt starteten die Teilnehmer ihren Protestmarsch nahe dem Weißen Haus. Weitere Märsche gab es den Organisatoren zufolge in allen Bundesstaaten. Nach Angaben der Veranstalter nahmen im ganzen Land mehr als 100.000 Menschen an rund 430 Kundgebungen und Demonstrationen teil.

Viele Teilnehmerinnen trugen den sogenannten Pussy Hat – das Symbol der Protestaktion „Women’s March“ – in Anspielung auf Trumps Äußerung, dank seiner Berühmtheit könne er Frauen jederzeit in den Schritt fassen. Andere trugen wie ihr Vorbild, die verstorbene linksliberale Oberste Richterin Ruth Bader Ginsburg, einen weißen Kragen oder Masken und Plakate mit deren Abbild.

Trump verurteilt bei Wahlkampfauftritt Ermordung eines Lehrers bei Paris

7.15 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die mutmaßlich terroristisch motivierte Ermordung eines Lehrers bei Paris verurteilt und sie für eine Botschaft an seine Wähler genutzt. „Einwanderungssicherheit ist nationale Sicherheit“, sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) in Janesville im Bundesstaat Wisconsin. „Wir brauchen Grenzen. Eine Nation ohne Grenzen ist keine Nation“, sagte er und drückte unmittelbar im Anschluss sein „sehr aufrichtiges Beileid“ an seinen „Freund“ Präsident Emmanuel Macron aus.

In Frankreich habe es am Freitag „eine bösartige, bösartige islamische Terror-Attacke“ gegeben, sagte Trump vor seinen Anhängern. „Enthauptung. Eine schreckliche Sache.“ Trump fuhr fort: „Frankreich hat eine schwere Zeit, und Macron ist ein großartiger Kerl, und ich möchte nur sagen, was immer wir tun können...“ Die USA seien hart gegen „islamischen Terror“ vorgegangen und hätten zum Beispiel einen Einreisestopp verhängt, sagte Trump.

Trump macht Stimmung gegen Gouverneurin Whitmer: „Sperrt sie alle ein“

5.14 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat bei einem Wahlkampfauftritt im US-Bundesstaat Michigan Stimmung gegen die dortige Gouverneurin Gretchen Whitmer gemacht. „Ihr müsst eure Gouverneurin dazu bringen, euren Staat zu öffnen“, rief Trump am Samstag (Ortszeit) seinen Anhängern in Muskegon zu und spielte damit auf Corona-Eindämmungsmaßnahmen an. Daraufhin skandierten seine Anhänger: „Sperrt sie ein!“ Trumps sagte: „Sperrt sie alle ein.“

Vergangene Woche hatten Ermittlungen der Bundespolizei FBI und des Justizministeriums in Michigan zur Festnahme von mehr als einem Dutzend Verdächtigen geführt, die unter anderem die Entführung von Gouverneurin Whitmer und den Sturm auf das Parlament in Lansing geplant haben sollen. „Ich glaube, sie sagten, sie wurde bedroht“, sagte Trump, als die Rufe erneut aufbrandeten. „Und sie hat mir die Schuld gegeben!“

Whitmer hatte Trump vorgeworfen, in der Corona-Pandemie Wut angefacht zu haben. Trump hatte im Frühjahr Proteste gegen Whitmers Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus angeheizt und etwa auf Twitter „Befreit Michigan!“ geschrieben. Whitmer meldete sich bei Twitter auf Trumps Äußerungen zu Wort. „Das ist genau die Rhetorik, die das Leben von mir, meiner Familie und anderer Regierungsbeamter in Gefahr gebracht hat. Es muss aufhören“, schrieb sie auf Twitter.

Samstag, 17. Oktober: Biden nennt fehlende Verurteilung rassistischer Gruppen durch Trump „erstaunlich“

11.32 Uhr: US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat den Unwillen von Amtsinhaber Donald Trump zur Verurteilung weißer rassistischer Gruppierungen als „erstaunlich“ bezeichnet. Diese seien „inländische Terroristen“ sagte Biden mit Bezug auf einen kürzlich bekannt gewordenen Entführungsplan am Freitag (Ortszeit) zu rund 20 Gästen und Journalisten in der Stadt Southfield im US-Bundesstaat Michigan.

Biden stand bei seiner Rede neben der Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer, einer scharfen Kritikerin von Trump. In der vergangenen Woche waren 13 Extremisten festgenommen worden, die mutmaßlich eine Entführung Whitmers geplant hatten, um einen „Bürgerkrieg“ anzuzetteln.

„Das ist ein Verhalten, das Sie von Isis erwarten würden“, sagte Biden. Es müsse jeden US-Amerikaner schockieren. „Das Versäumnis, diese Leute zu verurteilen, ist erstaunlich“, sagte der Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Trump hatte in einem Tweet nach dem Bekanntwerden des Plans gegen die Gouverneurin gewettert: „Statt danke zu sagen“ für die erfolgreiche Arbeit des FBI, „behandelt sie mich wie einen weißen Rassisten“.

Donald Trump bezeichnet Familie von Joe Biden als „kriminelles Unternehmen“

10.27 Uhr: Zweieinhalb Wochen vor der Präsidentenwahl in den USA hat Amtsinhaber Donald Trump seine Angriffe gegen die Familie seines Herausforderers Joe Biden verschärft. „Joe Biden ist ein korrupter Politiker“, sagte der Republikaner am Freitag (Ortszeit) bei einem Wahlkampfauftritt in Ocala im US-Bundesstaat Florida. „Und die Biden-Familie ist ein kriminelles Unternehmen.“ Er fügte hinzu: „Die Bidens wurden reich, während Amerika ausgeraubt wurde.“

Trump bezeichnete „Mainstream-Medien“ als „Volksfeinde“ und warf ihnen vor, über „die weltweit größte Geschichte“ nicht zu berichten – gemeint war die angebliche Korruption des Demokraten Biden. Trump-Anhänger skandierten bei der Nennung von Bidens Namen „Sperrt ihn ein“ – mit dieser Parole hatten Trump-Unterstützer im Wahlkampf vor vier Jahren dessen Herausforderin Hillary Clinton bedacht. Trump erhebt seit langem und ohne Beweise Korruptionsvorwürfe gegen Ex-Vizepräsident Biden und dessen Sohn Hunter.

Maas hofft auf bessere Beziehungen zu Washington nach US-Präsidentschaftswahl

8.25 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hofft auf eine Verbesserung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses nach der US-Präsidentschaftswahl. „Ich wünsche mir, dass sich der Umgang miteinander ändert – völlig unabhängig davon, wer diese Wahl gewinnt“, sagte Maas den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

„Mit Donald Trump als Präsidenten ist das transatlantische Verhältnis komplizierter geworden“, fügte der Minister hinzu. „Da wurden immer wieder ohne vorherige Absprache Entscheidungen getroffen, die wir nicht nachvollziehen konnten“, erklärte Maas und verwies auf die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran.

Zugleich warnte der Minister vor Illusionen im Falle eines Wahlsiegs von Trumps Herausforderer Joe Biden. „Ich gehöre nicht zu denen, die meinen, dass mit einem Präsident Biden ,alles wieder gut‘ würde“, sagte Maas. Die USA richteten seit Jahren ihre im Kalten Krieg angenommene außen- und sicherheitspolitische Rolle in der Welt strategisch neu aus.

Freitag, 16. Oktober: Trump fällt auf Satire-Text rein

  • „Wow, das gab es noch nie in der Geschichte“, kommentierte Trump in einem Tweet: US-Präsident Donald Trump ist auf einen Satire-Artikel reingefallen, wonach Twitter komplett abgeschaltet wurde, um die Verbreitung eines negativen Berichts über seinen Herausforderer Joe Biden zu stoppen. „Lenkt mehr Aufmerksamkeit auf den schläfrigen Joe und Big T.“ Mit „Big T“ meinte er vermutlich „Big Tech“, die großen Technologie-Konzerne, denen Trump und andere Republikaner vorwerfen, konservative Ansichten zu unterdrücken. Trump verlinkte in seinem Tweet zu einem Bericht der Satire-Website „Babylon Bee“, der den kurzzeitigen Twitter-Ausfall in der Nacht zum Freitag behandelte. Dort hieß es unter anderem, Twitter-Chef Jack Dorsey habe versucht, die Server mit einem Vorschlaghammer zu demolieren.
  • Pop-Sängerin Lady Gaga hat ihre Fans mit einem Song zur Abstimmung bei den US-Wahlen am 3. November aufgerufen. „Ich weiß, das ist kitschig“, kommentierte die 34-Jährige in einem etwa einminütigen Video, das sie auf ihrem Twitter-Account veröffentlichte. Darin sitzt sie am Klavier und wirbt singend für eine Webseite mit Informationen zu den Wahlen. „Sie helfen euch bei der Registrierung, zeigen euch, wie man wählt“, heißt es in dem Lied, das die Sängerin augenzwinkernd als ihre „neue Single“ bezeichnete.

Trump und Biden in getrennten TV-Bürgerfragestunden

Donnerstag, 15. Oktober: Joe Biden nimmt Rekordsumme an Wahlkampfspenden ein

  • Joe Biden hat für seinen Wahlkampf eine Rekordsumme eingenommen. Insgesamt 383 Millionen US-Dollar (326 Millionen Euro) nahm das Wahlkampfteam des Trump-Herausforderers in Form von Spenden allein im September ein. Bereits im August spendeten Unterstützer der demokratischen Partei 365 Millionen US-Dollar (rund 311 Millionen Euro). Für das Gegenlager dürfte die Rekordsumme ein Schlag sein. Noch gibt es keine offiziellen Zahlen zu den Wahlkampfspenden der Republikaner im September, im August waren es mit 210 Millionen Dollar (rund 179 Millionen Euro) allerdings deutlich weniger als die Summe der Demokraten.

Mittwoch, 14. Oktober: Trump kritisiert Merkel

  • US-Präsident Donald Trump hat sich in der Radioshow des rechtskonservativen Moderators Rush Limbaugh über sein Verhältnis zu Kanzlerin Angela Merkel geäußert. Trump sagte, er komme mit der Kanzlerin gut aus – um dann aber gegen Merkel auszuholen. So kritisierte er etwa das Nord-Stream-2-Projekt zwischen Deutschland und Russland: „Wartet einen Moment, Ihr gebt Russland Milliarden Dollar und wir sollen Euch vor Russland beschützen. Was ist das für ein Deal?“ Auf die Frage Limbaughs, wie die Kanzlerin auf diese Kritik reagierte, sagte Trump, sie habe nur gelächelt, weil sie „eine sehr kluge Frau“ sei. Sie habe nicht gewusst, wie sie antworten soll, so Trump. Der US-Präsident habe ihr gesagt: „Angela, du musst auf diese Frage nicht antworten.“ Er habe sie nicht blamieren wollen und mit einem Lächeln davon kommen lassen. Der US-Präsident sagte, er verstehe auch, warum ihn die Deutschen weniger mögen als seinen Vorgänger Obama. Limbaugh sagte er: „Deutschland hat die USA für eine lange Zeit ausgenutzt. Und ich will, dass das aufhört.“ Lesen Sie auch: Antikörper: Versuche mit Trumps „Heilmittel“ unterbrochen
  • Nach seiner Corona-Infektion verbreitet US-Präsident Donald Trump in den Augen seines Herausforderers Joe Biden mehr Falschinformationen über das Virus als zuvor. „Ich habe für seine Genesung gebetet, als er Covid bekommen hat, und ich hatte gehofft, dass er wenigstens etwas geläutert daraus hervorgehen würde“, sagte Biden am Dienstag bei einem Auftritt in Pembroke Pines im US-Bundesstaat Florida. „Aber was hat er getan? Er hat die Fehlinformationen nur intensiviert, die er zuvor gemacht hat, und macht es damit noch schlimmer.“ Lesen Sie hier: Umfragehoch: Was ist Bidens Vorsprung vor Trump wert?

Dienstag, 13. Oktober: Trump zurück im Wahlkampf

  • US-Präsident Donald Trump hat sich bei seiner Rückkehr auf die Wahlkampfbühne von seinen Anhängern im US-Bundesstaat Florida feiern lassen. „Ich fühle mich so stark“, sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) während seines rund einstündigen Auftritts in Sanford bei Orlando vor dicht gedrängten Anhängern. Der 74-Jährige betonte wie schon am Wochenende, er sei nun immun. „Ich werde jeden in diesem Publikum küssen. Ich werde die Kerle und die schönen Frauen küssen (...). Ich werde euch einfach allen einen dicken, fetten Kuss geben.“ Florida ist ein potenziell entscheidender Bundesstaat für die Präsidentenwahl am 3. November. Lesen Sie dazu: Nach Corona-Infektion – So lief Trumps Wahlkampf-Comeback

Montag, 12. Oktober: Trump wohl mehrfach negativ auf Coronavirus getestet worden

  • US-Präsident Donald Trump ist nach Angaben seines Leibarztes negativ auf das Coronavirus getestet worden. Schnelltests seien an „aufeinanderfolgenden Tagen“ negativ ausgefallen, erklärte Sean Conley am Montag (Ortszeit) in einer Mitteilung. Er fügte hinzu, dass neben den Antigentests auch andere Labordaten hinzugezogen worden seien, um zu ermitteln, dass der Präsident nach seiner Corona-Infektion nicht mehr ansteckend sei. Wann Trump das erste Mal negativ getestet wurde und wie oft, blieb unklar.
  • Twitter hat eine Botschaft von US-Präsident Trump zu seiner angeblichen Immunität gegen das Coronavirus mit einer Warnung vor Falschinformationen versehen. Der Tweet habe gegen Regeln zur „Verbreitung irreführender und womöglich gesundheitsschädlicher Informationen“ beim Thema Covid-19 verstoßen, hieß es am Sonntag.
  • Der führende US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hat nach eigenen Worten der Nutzung eines Interview-Ausschnitts für einen Wahlkampf-Werbeclip von US-Präsident Donald Trump nicht zugestimmt. „Ich war total überrascht“, zitierte die „New York Times“ am Sonntag den renommierten Immunologen. Die Äußerungen aus einem im März veröffentlichten Interview mit dem Sender Fox News für das 30 Sekunden lange Werbevideo seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Die Verwendung seines Namens und seiner Worte sei ohne seine Erlaubnis erfolgt, sagte Fauci.
YouTube- Werbeclip von Trump mit Fauci
  • Das Ringen um die Besetzung des freien Postens am Obersten Gericht der USA geht in die heiße Phase. Im US-Senat soll am Montagnachmittag (Ortszeit) die mehrtägige Anhörung der Kandidatin von US-Präsident Donald Trump beginnen. Am ersten Tag geht es im Justizausschuss zunächst um die Vorstellung der konservativen Juristin Amy Coney Barrett und einleitende Stellungnahmen. Die Anhörung geht am Dienstag mit der Befragung der Kandidatin weiter. Trump und die Republikaner im Senat wollen Barrett noch vor der Präsidentenwahl am 3. November ins Oberste Gericht bringen. Der Präsident machte keinen Hehl daraus, dass es ihm dabei auch um mögliche gerichtliche Auseinandersetzungen zur Auszählung der Stimmen bei der Wahl geht. Trump hatte Barrett als Nachfolgerin der verstorbenen liberalen Richterin Ruth Bader Ginsburg nominiert. Mit ihrer Ernennung bekämen die Konservativen im Supreme Court eine dominierende Mehrheit von sechs der neun Sitze am Gericht.

Sonntag, 11. Oktober: Trump erklärt sich für immun gegen Coronavirus

  • Donald Trump startet nach seiner Corona-Infektion wieder in den US-Wahlkampf – doch die Spitzen seiner Partei fürchten ein Wahldebakel. Lesen Sie hier: Die Angst der Republikaner vor Bidens Erdrutschsieg
  • Vor der Wiederaufnahme seiner Wahlkampftour hat sich US-Präsident Donald Trump für immun gegen das Coronavirus erklärt. „Es sieht so aus, als wäre ich immun für, ich weiß nicht, vielleicht lange Zeit und vielleicht eine kurze Zeit, es könnte für immer sein, niemand weiß es wirklich, aber ich bin immun“, sagte Trump am Sonntag in einem Telefoninterview mit dem Sender Fox News.

Samstag, 10. Oktober: Greta Thunberg ruft zur Wahl von Joe Biden auf

  • Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat die US-Bürger zur Wahl des demokratischen Kandidaten Joe Biden aufgerufen. „Ich mische mich nie in die Parteipolitik ein. Aber die kommende US-Wahl geht weit darüber hinaus“, schrieb sie am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Auch wenn Bidens Versprechen in der Klimapolitik nicht weit genug gingen, sei er verglichen mit US-Präsident Donald Trump die bessere Wahl.„Organisiert euch einfach und seht zu, dass alle Biden wählen“, fügte die 17-Jährige hinzu. Trump äußert immer wieder Zweifel am menschengemachten Klimawandel. Thunberg musste sich wiederholt Spott von ihm gefallen lassen.
  • Nun hat es auch das Weiße Haus bestätigt: US-Präsident Donald Trump kehrt in den Wahlkampf zurück und wird schon am Samstag zu seinen Anhängern sprechen. Wenige Tage nach seiner Rückkehr in den Amtssitz des US-Präsidenten werde bei einem „friedlichen Protest für Recht und Ordnung“ auf der Südwiese seiner Residenz sprechen, teilte das Weiße Haus am Freitagabend (Ortszeit) mit. US-Medien hatten zuvor berichtet, rund 2000 Personen seien eingeladen worden. Trump wolle sich vom Balkon des Weißen Hauses an sie wenden. Unklar ist, ob Trump nach seiner Covid19-Erkrankung noch ansteckend ist.
  • Das für die kommende Woche geplante zweite TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden ist offiziell abgesagt worden. Diese Entscheidung verkündete am Freitagabend die für die Organisation der Präsidentschaftsdebatten zuständige Kommission. „Es wird keine Debatte am 15. Oktober geben“, hieß es von der Kommission.Die Absage hatte sich bereits angebahnt. Trotz seiner Corona-Infektion hatte sich Trump zunächst dafür ausgesprochen, die zweite TV-Debatte wie geplant abzuhalten. Damit stieß er auf Kritik und Widerstand. Sein Herausforderer Joe Biden zeigte sich offen für ein virtuelles Format, auch die Kommission unterbreitete diesen Vorschlag, um „Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten zu schützen.“ Trump hingegen lehnte die Pläne ab. Das erste TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden war höchst chaotisch verlaufen, weil sich die Kontrahenten permanent unterbrachen. Deutlich gemäßigter lief das TV-Duell der beiden potenziellen Vizepräsidenten, Mike Pence und Kamala Harris. Das TV-Duell hatte einen heimlichen Star: Eine Fliege auf dem Kopf von Mike Pence.

Freitag, 9. Oktober: Trump will Hunderte vor Weißem Haus empfangen

  • Nur wenige Tage nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus plant US-Präsident Donald Trump offenbar, Hunderte Menschen auf dem Südrasen des Weißen Hauses zu empfangen. Das berichtete der US-Sender „ABC“ zuerst. Das Event soll am Samstag stattfinden. Es gebe sogar eine offizielle Einladung, die dem Sender vorliege
  • Donald Trump hat fürs Wochenende die ersten Wahlkampfauftritte seit seiner Covid-19-Erkrankung in Aussicht gestellt. Er wolle am Samstag nach Florida und am Sonntag nach Pennsylvania, sagte Trump in einem Telefoninterview mit dem TV-Sender Fox News. Sein Leibarzt teilte zuvor mit, dass der Präsident die ihm verschriebene Covid-Behandlung abgeschlossen habe und zum Samstag wieder öffentliche Termine absolvieren dürfe

Donnerstag, 8. Oktober: Hickhack um TV-Duell mit Biden – Nach Absage will Trump Verschiebung

Mittwoch, 7. Oktober: US-Behörde dämpft Hoffnung auf schnelle Zulassung von Corona-Impfstoff

  • Donald Trump hat Gespräche über ein weiteres, milliardenschweres Konjunkturpaket für die schwer angeschlagene US-Wirtschaft abgebrochen. Republikaner sehen darin einen „Schuss ins eigene Knie“. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Corona-Krise: Trump lässt Milliarden-Hilfspaket platzen
  • Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Hoffnung auf eine schnelle Zulassung eines Corona-Impfstoffes in den USA gedämpft. Die Behörde veröffentlichte am Dienstag (Ortszeit) ihre Richtlinien für die beschleunigte Zulassung eines Corona-Impfstoffs. Demnach müssen Hersteller in der dritten und letzten Testphase eine Nachbeobachtungszeit einhalten, die es de facto unmöglich macht, noch vor der Präsidentschaftswahl am 3. November einen Impfstoff auf den Markt zu bringen.
  • Donald Trump nimmt aufgrund seiner Coronavirus-Infektion das Medikament Dexamethason. Lesen Sie hier, welche (Neben-)Wirkungen das Mittel haben kann.

Dienstag: 6. Oktober: Michelle Obama nennt Trump rassistisch

  • Die frühere First Lady Michelle Obama ist vier Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl hart mit Amtsinhaber Donald Trump ins Gericht gegangen. Trump sei im Umgang mit der Corona-Pandemie „gescheitert“, er schüre Ängste vor Afroamerikanern, spalte das Land und verbreite Verschwörungstheorien, sagte die Ehefrau des ersten schwarzen US-Präsidenten Barack Obama am Dienstag in einer Videobotschaft. „Was der Präsident macht, ist offenkundig falsch, moralisch falsch und ja, es ist rassistisch.“
  • US-Präsident Trump hat die Verhandlungen mit den oppositionellen Demokraten für ein neues Corona-Hilfspaket abgebrochen. Trump schrieb am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter, er habe seine Unterhändler angewiesen, die Gespräche bis zur Präsidentschaftswahl am 3. November einzustellen. Während die Demokraten die Entscheidung scharf kritisierten, rutschten an der New Yorker Börse die Aktienkurse in die Tiefe.
  • Donald Trump hat auf Twitter verkündet, dass er seinen wegen der Erkrankung ausgesetzten Wahlkampf bald wieder aufnehmen werde. Er plane auch weiterhin, an der zweiten TV-Debatte mit Herausforderer Joe Biden am 15. Oktober teilzunehmen

Montag, 5. Oktober: Joe Biden erneut negativ auf das Coronavirus getestet

  • Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden ist erneut negativ auf das Coronavirus getestet worden
  • Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, ist bisher nicht direkt über den Gesundheitszustand des an Covid-19 erkrankten Präsidenten Donald Trump unterrichtet worden.
  • Trotz seiner Infektion mit dem Coronavirus hat US-Präsident Donald Trump kurzzeitig das Krankenhaus verlassen und sich bei einer Fahrt im gepanzerten Wagen von Anhängern bejubeln lassen. Lesen Sie dazu: Kranker Trump tritt kurz vor Fans auf – Scharfe Kritik

Sonntag, 4. Oktober: US-Politinsider Daniel Banjamin über Trumps Corona-Infektion

  • Daniel Benjamin kennt die amerikanische Politik von innen wie nur wenige. Er war Redenschreiber von Präsident Bill Clinton und Anti-Terrorismus-Koordinator unter US-Außenministerin Hillary Clinton. Im Interview spricht er über Trumps Corona-Infektion und mögliche Gewaltausbrüche nach der Wahl. Lesen Sie, warum Corona „ein enormer Schlag für Trumps Wahlkampf“ ist.
  • Da Donald Trump nach seiner Corona-Infektion vorerst als Wahlkämpfer ausfällt, sollen seine Kinder und Vizepräsident Mike Pence für ihn einspringen. Der Präsident sagte in einer Videobotschaft aus dem Krankenhaus, er wolle „den Wahlkampf so abschließen, wie er begonnen hat“. Er war mehrmals pro Woche zu Events in verschiedenen Städten geflogen.
  • Als Zeichen der Transparenz will Joe Biden die Ergebnisse seiner Corona-Tests künftig veröffentlichen

Samstag, 3. Oktober: Corona-Infektionen: Keine Senatssitzungen für zwei Wochen

  • Der US-Senat setzt nach Corona-Infektionen von mindestens drei Mitgliedern für zwei Wochen seine Plenarsitzungen aus. Zugleich solle der Justizausschuss trotzdem mit den Anhörungen der Kandidatin der das Oberste Gericht der USA, Amy Coney Barrett, fortfahren, betonte der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell am Samstag. Die Demokraten kritisierten diese Entscheidung.
  • US-Präsident Trump hat sich nach seiner Coronavirus-Infektion ins Militärkrankenhaus Walter Reed bei Washington begeben. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, hieß es aus dem Weißen Haus
  • Trumps Sohn Donald Trump Jr. sagte dem Sender Fox News, es sei „offensichtlich“, dass sein Vater seine Corona-Infektion „sehr ernst“ nehme. „Aber er ist ein Kämpfer“, fügte Trump Jr. hinzu. Lesen Sie hier: Donald Trump hat Corona: Was das für die US-Wahl bedeutet

Freitag, 2. Oktober: Trump setzt Wahlkampfauftritte nach Corona-Infektion aus

  • Donald Trump setzt seine persönlichen Wahlkampfauftritte aus. Trumps Wahlkampfchef Bill Stepien teilte am Freitag mit, alle bereits angekündigten Wahlkampfveranstaltungen unter Teilnahme des Präsidenten würden entweder verschoben oder online abgehalten. Lesen Sie dazu: Trump infiziert: Wie kam das Coronavirus ins Weiße Haus?

Donnerstag, 1. Oktober: Trumps Leibarzt: Präsident kann Amtsgeschäfte weiterführen

  • Der US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Der Leibarzt des US-Präsidenten erwartet, dass Donald Trump trotz seiner Corona-Infektion die Amtsgeschäfte „ohne Unterbrechung“ weiterführen kann
  • Nach dem chaotischen TV-Duell mit seinem Herausforderer Joe Biden hat sich US-Präsident Donald Trump zum Sieger der ersten Debatte vor der Präsidentschaftswahl erklärt. „Wir haben die Debatte gestern Abend nach jedem Maßstab mühelos gewonnen“, sagte der Republikaner am Mittwoch im Garten des Weißen Hauses.
  • Mehrere Republikaner haben sich nach der Weigerung Donald Trumps, rechte Gruppierungen eindeutig zu verurteilen, von dem US-Präsidenten distanziert. Trump seinerseits versuchte sich am Mittwoch in Schadensbegrenzung. „Ich weiß nicht, wer die Proud Boys sind“, sagte Trump mit Blick auf eine gleichnamige rechte Vereinigung, die am Vortag bei der TV-Debatte mit Herausforderer Joe Biden zum Thema geworden war. „Wer auch immer sie sind, sie müssen sich zurückhalten und die Strafverfolgungsbehörden ihre Arbeit machen lassen.“
  • Einer der größten Verlierer des TV-Duells am Dienstag war der Moderator: Chris Wallace hat sich stark frustriert über den chaotischen Verlauf des ersten Fernsehduells zwischen Präsident Donald Trump und dessen Wahl-Herausforderer Joe Biden geäußert. Er sei „einfach traurig“ darüber, wie die Debatte abgelaufen sei, sagte der Moderator des konservativen Senders Fox News am Mittwoch der „New York Times“. Er hätte nie gedacht, dass die Debatte derart „entgleisen“ würde.

Mittwoch, 30. September: Der Tag des ersten TV-Duells zwischen Biden und Trump

„Proud Boys, stand back and stand by“ – Wen meinte Trump?

Dienstag, 29. September: Biden veröffentlicht Steuererklärung

  • Kurz vor dem mit Hochspannung erwarteten ersten TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden hat der demokratische Präsidentschaftskandidat seine jüngste Steuererklärung veröffentlicht. Laut der am Dienstag auf der Website des Kandidaten veröffentlichten Dokumente zahlten Biden und seine Frau Jill im vergangenen Jahr 299.346 Dollar (rund 255.000 Euro) an Bundessteuern
  • Donald Trump manövriert die USA weiterhin im Zick-Zack-Kurs durch die Corona-Pandemie. Sinnierte der US-Präsident in den vergangenen Wochen mehrfach davon, dass es ja eigentlich besser sei, wenn weniger Corona-Tests durchgeführt würden, weil es dann auch weniger Fälle gäbe, will er nun die Testkapazität deutlich hochfahren.

Montag, 28. September: 100 Millionen Zuschauer bei TV-Duell erwartet

  • Stolze 100 Millionen Fernsehzuschauer werten erwartet, wenn es am Dienstagabend zum TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden kommt. Es bleibt abzuwarten, ob es wirklich zu der erwarteten Schlammschlacht zwischen den beiden Kontrahenten kommt. Aussagen von Trump im Vorfeld lassen es jedenfalls vermuten
  • Kurz vor dem ersten Fernsehduell zwischen Donald Trump und Joe Biden sorgt ein Zeitungsbericht für Wirbel, wonach Trump über Jahre hinweg nur minimale oder gar keine Einkommensteuer auf Bundesebene entrichtet hat. Wie die „New York Times“ am Sonntag unter Berufung auf Steuerunterlagen berichtete, zahlte Trump im Wahljahr 2016 und in seinem ersten Amtsjahr 2017 nur jeweils 750 Dollar an die Bundessteuerbehörde IRS. Mehr als 70.000 Dollar setzte Trump nach Recherchen der „New York Times“ für das Styling seiner Frisur während der Laufzeit seiner Show „The Apprentice“ von der Steuer ab. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Trump soll jahrelang keine Bundessteuern gezahlt haben
  • Donald Trumps früherer Wahlkampfmanager Brad Parscale ist am Sonntag laut Medienberichten in ein Krankenhaus eingeliefert worden – offenbar nach einem Suizidversuch, wie unter anderem CNN berichtet

US-Wahl 2020 - Alles zum Duell Trump vs. Biden

Sonntag, 27. September: Trump fordert Doping-Test von Biden vor TV-Duell

  • Zwei Tage vor dem TV-Duell mit Joe Biden hat US-Präsident Donald Trump seinen Rivalen aufgefordert, einen Dopingtest zu machen. Entweder vor oder nach dem für Dienstagabend geplanten Duell solle sich Biden einem solchen Test unterziehen, verlangte Trump am Sonntag auf Twitter
  • Joe Biden hat Donald Trump vorgeworfen, wie Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels zu lügen. „Er ist so in etwa wie Goebbels. Man erzählt eine Lüge lange genug, wiederholt sie, wiederholt sie, wiederholt sie – und sie gilt als Allgemeinwissen“, sagte Biden in einem am Samstag ausgestrahlten Interview des TV-Senders MSNBC. Auslöser war eine Frage nach Trumps Behauptungen, Biden sei ein Sozialist
  • Die Nominierung von Amy Coney Barrett für den Supreme Court ist wie erwartet höchst umstritten. Unser US-Korrespondent sieht als mögliche Folge nicht nur eine weitere Polarisierung innerhalb der Bevölkerung, sondern auch eine Gefahr für die Demokratie. Lesen Sie hier den gesamten Kommentar von Dirk Hautkapp: Trump verschärft mit Wahl für Supreme Court Spaltung der USA
  • US-Präsident Donald Trump hat Amy Coney Barrett als Richterin für die Nachfolge von Ruth Bader Ginsburg am Supreme Court nominiert. Die tiefgläubige Katholikin gilt als entschiedene Abtreibungsgegnerin und würde die konservative Mehrheit am Obersten Gerichtshof der USA zementieren. Lesen Sie hier mehr über Trumps neue Richterin: So radikal ist Amy Coney Barrett
  • US-Präsident Donald Trump hat ungeachtet der Kritik aus seiner eigenen Partei bekräftigt, dass er keine Machtübergabe in Fall einer Wahlniederlage vorab garantieren wolle. Zugleich betonte er erneut seine Überzeugung, dass er die Präsidentenwahl am 3. November nur durch Betrug verlieren könne
  • Ein US-Artikel hat skizziert, wie Donald Trump versuchen könnte, die Wahl zu stehlen. Seitdem herrscht in den USA Alarmstimmung. Lesen Sie hier, welchen Trick Donald Trump anwenden könnte, um die Wahl von Joe Biden zu stehlen.

Freitag, 25. September: Nichte klagt gegen US-Präsident Donald Trump

Donald Trump – Mehr zum US-Präsidenten

  • Begleitet von Protesten hat Trump der verstorbenen Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg die letzte Ehre erwiesen. Trump kam am Donnerstag mit seiner Ehefrau Melania zum vor dem Obersten Gerichtshof in Washington aufgebahrten Sarg der liberalen Richterin. Der Präsident trug dabei – wie nur sehr selten – eine Gesichtsmaske zum Schutz vor dem Corona-Virus. Lesen Sie hier: So geht es nach dem Tod von Ruth Bader Ginsburg weiter
  • Szenen von den Protesten gegen Trump sehen Sie hier in unserem Video:

    Vote him out - Protestrufe gegen Trump am Supreme Court

    Trump will dagegen schon am Samstag eine Nachfolgekandidatin präsentieren.

    Darum ist die Besetzung so umstritten:

    • Trump setzt darauf, dass diese dann noch vor der Präsidentschaftswahl in knapp sechs Wochen vom Senat bestätigt wird.
    • Die oppositionellen Demokraten und Joe Biden haben Trump vergeblich aufgefordert, erst die Präsidentschaftswahl abzuwarten.
    • 2016 hatten die Republikaner im Senat die Neubesetzung eines vakanten Supreme-Court-Postens durch den damaligen Präsidenten Obama blockiert.
    • Sie argumentierten, über die Personalie solle erst nach der Präsidentschaftswahl entschieden werden.
    • Trump konnte den Posten dann nach seinem Wahlsieg besetzen. (fmg/dpa/afp)

    Joe Biden - Mehr Infos zum Trump-Gegner