Eine aktuelle Studie zur psychischen Gesundheit in Deutschland wird erstmals auch konkrete Aussagen über das aktuelle Wohlbefinden der Thüringer liefern. Die Umfrage unter der Leitung einer Expertengruppe der Universitätskliniken Jena und Halle fragt bis 11. Oktober das gesamte Spektrum der psychischen Gesundheit in kurzer Form ab. Das Hauptaugenmerk liege dabei auf den häufigsten Symptomen wie Veränderung der Stimmung und Ängstlichkeit, erklärt der Jenaer Psychiatrie-Professor Nils Opel. Es gehe aber auch um die generelle Verfassung, aktuelle Beschwerden und die momentane Belastung, das empfundene Stresslevel.

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Eine Studie des Robert-Koch-Institutes hatte bereits vor einigen Jahren einen erschreckenden Anstieg an psychischen Belastungen und depressiven Symptomen im Land festgestellt. Die neue Studie zielt nun auf eine deutlich größere Personengruppe ab. Sie fragt zudem nach belastenden sowie stärkenden Faktoren. „Geplant ist, die Befragung regelmäßig zu wiederholen“, sagt Nils Opel. Die beteiligten Wissenschaftler erhoffen sich obendrein, ein genaueres Bild davon zu erhalten, wie sich Lebensveränderungen durch Pandemie, Kriege, wirtschaftliche Belastungen oder die Klimaerwärmung auf die psychische Gesundheit auswirken.
Zu erübrigende Zeit für die Fragen: zehn Minuten
Die aktuelle Umfrage ist Teil eines deutschlandweiten Projekts zur digitalen Gesundheitsforschung der Universität Halle, der Digi-Hero-Studie: Über eine projekteigene Internet-Plattform werden regelmäßig Bürgerbefragungen zu Gesundheitsschwerpunkten durchgeführt. Für Thüringen werden noch neue Teilnehmer gesucht. Mitmachen kann jeder; die Teilnehmer müssen sich zuvor nur auf der Website registriert haben. Bislang haben das rund 90.000 Menschen aus dem Bundesgebiet getan. „Bei der letzten Befragung gab es Rückmeldungen von 40.000 Teilnehmern“, sagt Nils Opel. Für eine Teilnahme an der neuen Studie müssten etwa zehn Minuten eingeplant werden.
Dieser Beitrag ist Teil einer losen Reihe über psychische Gesundheit, hier sind weitere Folgen:
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Innerhalb der Hallenser Digi-Hero-Studie wurde bereits untersucht, welche Auswirkungen der Ukrainekrieg auf die psychische Gesundheit hatte. Dabei zeigte sich, dass der Konflikt für einen großen Teil der Deutschen eine hohe Belastung darstellte. Eine zweite Erhebung einige Monate später offenbarte dann, dass sich die Belastung beim überwiegenden Teil wieder gelegt hatte. Ein kleiner Teil jedoch litt weiterhin unter anhaltenden Ängsten und Sorgen aufgrund des Krieges. „Darunter waren mehr Frauen als Männer sowie bestimmte vulnerable, also verletzliche, Personengruppen“, erläutert Opel. „Wir müssen aus Präventionsgründen genauer hinsehen, welche Menschen gezielte Unterstützung brauchen, damit sie nicht psychisch krank werden.“
Registrierung für die Studie unter: www.medizin.uni-halle.de/DigiHero
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