Ein einfacher Tropfen Blut aus der Fingerkuppe könnte in Zukunft reichen, um das Risiko schwerer Erkrankungen wie Krebs, Herzleiden oder Demenz viele Jahre vor den ersten Symptomen zu erkennen. Das legt eine er umfassendsten Metabolomstudie nahe, die weltweit je durchgeführt wurde.

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Für die Untersuchung, durchgeführt und veröffentlicht von der „UK Biobank“, wurden bei 500.000 freiwilligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Konzentrationen von knapp 250 verschiedenen Stoffwechselmolekülen gemessen – darunter Zucker, Fette, Aminosäuren und Hormonvorstufen. Insgesamt 50.000 Laborstunden benötigte der Partner Nightingale Health, um die nun vorliegenden Daten zu gewinnen.

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Schon erste Auswertungen früherer Teil-Datensätze zeigen Beispielhaftes: Stoffwechselprofile spiegeln wider, ob Herz, Nieren oder Leber belastet sind, ob der Zuckerstoffwechsel entgleist oder ob Tumorzellen beginnen, Energie anders zu verwerten als gesunde Zellen. Solche Veränderungen lassen sich oft Jahre, teilweise mehr als ein Jahrzehnt, vor den klinischen Symptomen feststellen.

Blutprofile zeigen Krankheitsrisiken Jahre vorher – Diese Länder setzen Sie bereits ein

Mit ihrer Veröffentlichung steht Forschenden weltweit nun ein präziserer Blick auf die physiologischen Prozesse im menschlichen Körper zur Verfügung. Diese Moleküle verändern sich, wenn Organe erkranken, wenn Entzündungen entstehen oder wenn Lebensstil und Umwelt Einfluss nehmen. Die Metabolomik schließt damit eine Lücke: Anders als genetische Marker sind diese Stoffwechselprofile dynamisch und reagieren auf Lebensstil, Ernährung, Medikamente und Umweltfaktoren. Damit bieten sie einen hochauflösenden Blick auf die aktuelle Gesundheit eines Menschen.

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„Die Untersuchung von Metaboliten ist ein wirksames Mittel, um neue Warnzeichen für Krankheiten aufzudecken, die Entstehung und den Verlauf von Erkrankungen zu verstehen und die Wirksamkeit von Behandlungen zu überwachen“, schreibt Professorin Naomi Allen, leitende Wissenschaftlerin der „UK Biobank“, in einer Mitteilung.

In Finnland und Singapur werden Metabolom-basierte Risikoscores bereits in der Versorgung eingesetzt – zum Beispiel, um Typ-2-Diabetes frühzeitig zu verhindern oder um Menschen zu identifizieren, die von Herzmedikamenten profitieren könnten, bevor Beschwerden auftreten.

„Ein enormer Gewinn für alle Beteiligten“

Das Projekt sei ein internationaler Meilenstein, schreibt Dr. Jeffrey Barrett, wissenschaftlicher Leiter bei Nightingale Health. Die Verfügbarkeit der Daten für Forscher weltweit ermögliche wichtige Erkenntnisse über Blutbiomarker und die menschliche Gesundheit – „ein enormer Gewinn für alle Beteiligten“.

Auch an der Universität Cambridge sieht man großes Potenzial. Die neuen Daten würden die Fähigkeit verbessern, „Menschen mit hohem Krankheitsrisiko zu identifizieren, sodass Ärzte frühzeitig eingreifen und zu einem längeren und gesünderen Leben beitragen können“, erklärt Professor Michael Inouye.