Demenz, Schlaganfall oder Parkinson: Neurologischen Krankheiten wie diesen vorzubeugen, ist ein Kernanliegen der Deutschen Hirnstiftung. Im Rahmen der Serie „Die Hirn-Docs“ der FUNKE Tageszeitungen klären die Top-Neurologen der Stiftung rund um das Thema Hirngesundheit auf. Doch was machen die Expertinnen und Experten eigentlich ganz persönlich, um im Oberstübchen lange fit zu bleiben – mal abseits der üblichen Empfehlung „gesund essen, mehr Sport, mehr Schlaf“? Und fällt ihnen die Umsetzung dieser guten Vorsätze leichter als anderen?

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„Nicht wirklich“, erklärt Prof. Dr. Frank Erbguth, Präsident der Deutschen Hirnstiftung. „Ich selbst habe mir Anfang des letzten Jahres vorgenommen, meinen Alkoholkonsum runterzuschrauben und bin auch recht stolz, dass ich das geschafft habe. Denn auch ohne Suchtproblem hängt einem der Schweinehund immer im Nacken – und man muss wissen, wie man ihn austrickst.“ Das gilt auch für unsere Gesundheit im Allgemeinen und die Hirngesundheit im Speziellen. Hier erklärt der Experte, welche guten Vorsätze für 2026 unserem Gehirn guttun können und wie man sie so leicht es geht umsetzt.
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Tipps für gesundes Gehirn: Weniger Alkohol, öfter tanzen
Laut Erbguth besonders wichtig: sich realistische Ziele stecken und Zwischenziele belohnen. „Heldenhafte Ziele wie ‚nie wieder Alkohol‘, ‚nie wieder Schokolade‘ oder ‚jeden Tag 90 Minuten Sport‘ kann man als unsportlicher Genussmensch schwer einhalten.“ Misserfolg sei dann vorprogrammiert. Wer sich aber für sechs Tage Süßigkeiten-Abstinenz am siebten Tag mit einer besonderen Leckerei belohne, „der setzt sich selbst ein realistisches Incentive und hat ein Erfolgserlebnis – und nur diese halten einen langfristig bei der Stange“, rät er.

Für 2026 hat sich der Experte der Hirn-Docs noch etwas vorgenommen: „Obwohl meine Frau und ich grundsätzlich ganz passabel tanzen können, möchten wir einen Tanzkurs machen.“ Als Grund führt Erbguth an, dass solche festen Termine und Verabredungen zum Sport eine Verbindlichkeit schaffen: „Sie sind einfach nicht ganz so leicht abzusagen wie eine Verabredung mit sich selbst zum Joggen.“ Auch betont der Neurologe, wie gut gerade der Tanzsport für das Gehirn ist: „Tanzen ist körperliches und geistiges Training. Koordination und das Erlernen von neuen Schrittfolgen fordern das Hirn – und gleichzeitig werden soziale Beziehungen gestärkt.“
Mehr soziale Begegnungen sind „echtes Gehirnjogging“
Apropos soziale Beziehungen: Gerade die sind für den Präsidenten der Deutschen Hirnstiftung echtes „Gehirnjogging“: „Wir haben Spiegelneuronen, die aktiv werden, wenn wir uns mit anderen Menschen beschäftigen. Wir können uns deshalb in andere hineinversetzen und auch deren Gefühle nachempfinden. Diese Empathiefähigkeit zu nutzen, täte auch den aufgeregten gesellschaftlichen Diskussionen gut“, erklärt der Neurologe und Psychologe. „Der Austausch mit anderen, gerade auch Diskussionen und Kontroversen sind Hochleistungssport für das Gehirn – fällt das weg, sinkt die Leistungsfähigkeit. Nicht umsonst ist soziale Isolation ein Risikofaktor für Demenz.“
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Sie haben Fragen zu neurologischen Erkrankungen? Die Deutsche Hirnstiftung berät Sie kostenfrei. Entweder telefonisch unter Tel. 030-531437935 (Mo: 14-18 Uhr und Mi: 10-14 Uhr).
Sie haben auch die Möglichkeit, Ihr Anliegen online bei der Deutschen Hirnstiftung einzureichen. Rufen Sie dazu einfach im Browser die Website https://hirnstiftung.org/beratung/ auf. In der angezeigten Eingabe-Maske können Sie dann Ihren Fall schildern. Die Experten melden sich dann schnellstmöglich zurück.
Handy mal weglegen: Warum es die Hirngesundheit stärkt
Kritisch sieht Erbguth in diesem Zusammenhang, dass die sozialen Medien heute allgegenwärtig sind. „Durch Algorithmen bewegen wir uns nur noch in Blasen, werden von anderen Meinungen abgeschirmt, erfahren stattdessen Verstärkung und Bestätigung der eigenen Positionen – ein Umfeld, das geistige Aktivität im Keim erstickt.“ Wir bräuchten hingegen Stimulation, um unsere Denkbeweglichkeit aufrechtzuerhalten, sagt Erbguth. „Mein persönlicher Vorsatz ist daher, im kommenden Jahr einfach öfter mal das Handy wegzulegen und stattdessen wieder mehr Zeit in ‚analoge‘ Beziehungen zu investieren, auch mal mit herausfordernden Gesprächspartnern.“
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Geistig auftanken – auch durchs Ehrenamt
Verlangt man sich damit angesichts der vielen Krisen in der Welt und der persönlichen Probleme, die jeder von uns hat, nicht zu viel ab? Erbguth: „Es ist in jedem Fall wichtig, seinen eigenen privaten Raum mit Resilienz auszustatten und selbst über das Maß der guten Vorsätze zu entscheiden.“ Wichtig für die eigene Widerstandskraft sei es übrigens, schöne Dinge zu tun. Das können zum Beispiel sein:
- einen Waldspaziergang machen,
- ein gutes Buch lesen,
- ein berührendes Musikstück hören,
- aber auch ein Treffen mit Freunden oder
- Engagement im Ehrenamt.
Von Letzterem ist auch Erbguth überzeugt: „Ich selbst investiere Zeit in die Deutsche Hirnstiftung, aber genau diese Arbeit gibt mir persönlich sehr viel zurück – und stärkt nebenbei die Kognition. Zum gesundheitsfördernden Effekt von ehrenamtlicher Tätigkeit gibt es mittlerweile robuste Studien.“











