• Nicht nur die Zahl der Grippe-, sondern auch der RSV-Fälle stieg zuletzt stark an
  • Akute Atemwegserkrankungen betreffen sowohl Kinder als auch Erwachsene
  • Das RKI legt neue Zahlen vor

Das Robert-Koch-Institut warnt vor RSV. Im jüngst veröffentlichten ARE-Bericht weisen die Experten auf einen rasanten Anstieg der RSV-Erkrankungen hin. Besondere Anhaltspunkte für eine Infektionswelle liefern die aktuellen Daten des RKI – der Bericht bezieht sich auf die Woche zwischen 26. Januar und 1. Februar. Das Respiratorischen Synzytialvirus (RSV) gilt insbesondere für Kleinkinder und ältere Menschen als ernstzunehmende Bedrohung.

Gefahr durch RS-Viren: Anzahl der Infektionen steigt deutlich

Im aktuellen ARE-Bericht des RKI weist das Institut auf einen Anstieg der RSV-Erkrankungen hin, der sich vor allem bei Kindern zwischen 5 und 14 Jahren bei den Krankenhauseinweisungen bemerkbar machte. Das RKI geht von rund 8800 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner aus, unabhängig von einem Arztbesuch. Hochgerechnet entspricht das einer Gesamtzahl von etwa 7,4 Millionen akuten Atemwegserkrankungen. Die Experten sprechen von einem hohen, aber für diese Jahreszeit üblichen Niveau. 

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Bei einer Infektion beschränkt sich das Virus nicht auf Nase und Rachen, sondern befällt auch die unteren Atemwege. Infolge der Entzündung kommt es zu einer Schwellung der Schleimhäute in Nase, Luftröhre und Bronchien sowie zu einer vermehrten Schleimproduktion. Diese Prozesse führen zu einer Verengung der Atemwege, die den Luftstrom zusätzlich behindert. In schweren Krankheitsverläufen kann dies mit ausgeprägten Atembeschwerden einhergehen und wird häufig von einem charakteristischen bellenden Husten begleitet.

Ältere, Säuglinge und Kleinkinder besonders gefährdet

Einen eindrücklichen Hinweis auf die bislang häufig unterschätzte Gefährdung durch RSV liefert der Bericht zur RSV-Saison 2024/2025. Demnach wurden in Deutschland 64.850 bestätigte Infektionen registriert, von denen 16.843 eine stationäre Behandlung erforderlich machte. Insgesamt starben 312 Menschen infolge einer RSV-Infektion, wobei nahezu alle Betroffenen (92 Prozent) 60 Jahre oder älter waren. Gerade bei älteren Personen stellt RSV ein erhöhtes Risiko dar, da die Immunabwehr im Alter nachlässt und häufig chronische Vorerkrankungen bestehen.

Besonders gefährdet sind zudem Säuglinge und Kleinkinder. In dieser Altersgruppe ist das Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift, sodass RSV-Infektionen häufig zu einer Entzündung der Bronchien in Form einer Bronchiolitis oder zu einer Lungenentzündung führen können. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken weltweit jährlich etwa 95 von 1000 Kindern im ersten Lebensjahr an RSV, wobei rund 16 dieser Kinder eine stationäre medizinische Versorgung benötigen.

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Die Übertragung des Respiratorischen Synzytial Virus erfolgt hauptsächlich über Tröpfcheninfektionen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts kann das Virus auf Händen bis zu 20 Minuten infektiös bleiben und auf Papierhandtüchern sogar bis zu 45 Minuten überleben. Epidemiologische Beobachtungen der vergangenen Jahre zeigen zudem, dass die RSV-Welle in der Regel im Januar und Februar an Dynamik gewinnt, häufig im zeitlichen Anschluss an die saisonale Influenza-Welle.

Grippewelle beherrscht das Infektionsgeschehen

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts prägt die Influenza weiterhin maßgeblich das aktuelle Infektionsgeschehen in Deutschland. Rund 60 Prozent der labordiagnostisch nachgewiesenen Erreger entfielen auf Grippeviren, wobei Influenza A deutlich überwog. SARS-CoV-2 ist zwar weiterhin nachweisbar, spielt mit Fallzahlen im einstelligen Prozentbereich bei den akuten Atemwegserkrankungen jedoch derzeit eine untergeordnete Rolle.