Kaffee gehört zweifellos zu den beliebtesten Getränken der Deutschen. Wie eine Studie der Techniker Krankenkasse zeigt, trinken etwa acht von zehn Erwachsenen täglich oder mehrmals die Woche Kaffee. Bei den über 60-Jährigen sind es sogar durchschnittlich mehr als neun von zehn. Nun legt eine neue Studie nahe: Dieses heiße Getränk könnte unser Gehirn schützen – und das Risiko für Demenz senken.
Lesen Sie auch: Kaffee bei Bluthochdruck – Ab wann wird es schädlich?
Langzeitstudie: Forscher analysieren Koffein-Konsum von 131.000 Menschen
Die Untersuchung wurde am 9. Februar in der renommierten Fachzeitschrift „Journal of the American Medical Association“ publiziert. Forscher der Harvard T.H. Chan School of Public Health und des Brigham and Women’s Hospital in Boston analysierten dafür Daten von mehr als 131.000 Menschen über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten. Das Forschungsteam erfasste regelmäßig, wie viel Kaffee, Tee und Koffein die Teilnehmer konsumierten.
Lesen Sie auch
Darüber hinaus befragten die Forscher die Teilnehmer zu ihrer Gedächtnisleistung und führten bei einigen sogar telefonische Kognitionstests durch. Das Team berücksichtigte zudem mögliche Einflussfaktoren wie Rauchen, Ernährung, Vorerkrankungen und genetische Veranlagung. Auch offiziell bestätigte Demenzdiagnosen und Einträge in Sterberegistern flossen in die Analyse ein.
Koffein in Kaffee und Tee senkt laut Studie das Demenzrisiko
Die Ergebnisse der Studie dürften Kaffeeliebhaber freuen: Das Forschungsteam stellte einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von koffeinhaltigem Kaffee und Tee und einem geringeren Demenzrisiko sowie einer besseren kognitiven Gesundheit fest. Beim entkoffeinierten Kaffee zeigte sich der Effekt nicht – die besondere Schutzfunktion wird daher dem Koffein zugeschrieben. Die Wirkung von entkoffeiniertem Tee wurde in der Studie nicht untersucht.

Im Detail ergab die Auswertung, dass es bei denjenigen, die regelmäßig zu koffeinhaltigem Kaffee griffen, 18 Prozent weniger Demenzfälle gab als bei Menschen, die weniger oder keinen tranken. Sogar bei Menschen, die genetisch ein erhöhtes Demenzrisiko haben, war der Schutzeffekt zu sehen. Auch Teetrinker profitierten, wenn auch etwas weniger stark. Wichtig ist laut den Forschern jedoch die Menge. Sie empfehlen 2 bis 3 Tassen Kaffee und 1 bis 2 Tassen Tee pro Tag als optimale Dosis.
Auch interessant
Demenz vorbeugen: Koffeinkonsum könnte „Teil des Puzzles“ sein
Neben dem reduzierten Demenzrisiko berichteten die Kaffee- und Teetrinker laut eigenen Angaben, sich geistig wacher zu fühlen und seltener unter Gedächtnisproblemen zu leiden. Objektive Leistungstests lieferten jedoch ein nüchternes Ergebnis: Der Vorsprung der Menschen, die jahrelang Kaffee oder Tee tranken, war minimal. Im Alltag dürften die positiven Effekte also kaum ins Gewicht fallen.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Zudem war die Schutzwirkung des Koffeins bei über 75-Jährigen weniger ausgeprägt als bei jüngeren Teilnehmern. Um die Vorteile des Koffeins völlig auszuschöpfen, sei die Prävention in jüngeren Jahren von zentraler Bedeutung, betonen die an der Studie beteiligten Forscher. Der Koffeinkonsum sei dabei ein vielversprechender Präventionsansatz: „Unsere Studie legt nahe, dass der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee oder Tee ein Teil des Puzzles sein kann“, sagte Hauptautor der Studie Daniel Wang in einer Pressemitteilung.
Lesen Sie auch
Schutzfunktion für Körper und Geist: Weitere Studien nötig
Wie das Wissenschaftlerteam erklärt, enthalten Kaffee und Tee bestimmte Inhaltsstoffe wie Polyphenole und Koffein, die möglicherweise eine neuroprotektive Funktion haben und Entzündungen sowie Zellschäden im Körper reduzieren. Um genauer zu verstehen, wie sich der langfristige Konsum verschiedener Getränke auswirkt und welche Mechanismen dahinterstehen, seien noch weitere detailliertere Untersuchungen mit längeren Nachbeobachtungszeiten nötig.











