Greiz. Vor fast einem Jahr musste die Vereinsbrauerei Greiz Insolvenz anmelden. Nun wird die Rettung verkündet. Es sollen sogar neue Jobs entstehen und Millionen Euro investiert werden.

  • Im Februar 2023 meldete die Vereinsbrauerei Greiz Insolvenz an.
  • Nun hat sich ein Investor gefunden, der sie übernimmt und viel Geld investieren will.
  • Mit einigen Änderungen will man den Umsatz verdoppeln und auch neue Mitarbeiter einstellen.

Die Greizer Vereinsbrauerei ist, rund ein Jahr nachdem sie Insolvenz anmelden musste, wohl gerettet und hat einen Investor gefunden. Das vermeldet die Kanzlei DiLigens Rechtsanwälte & Insolvenzverwalter am Donnerstagnachmittag, 25. Januar. Die mehr als 150-jährige Brautradition in Ostthüringen bleibe damit gewahrt. Seit 1872 wird in der Stadt an der Weißen Elster preisgekröntes Bier hergestellt.

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Der neue Investor ist der Erfurter Unternehmer André Panse, der die Brauerei zum 1. Februar übernehmen will. Dieser werde nicht nur Kapital und betriebswirtschaftliches Know-How einbringen, sondern auch seine langjährige Erfahrung im Bereich der erneuerbaren Energien, heißt es in der Mitteilung. So soll der Brauereibetrieb auf ein komplexes Photovoltaiksystem und einen hochmodernen Dampfkessel umgestellt werden. Geplant sind insgesamt Investitionen von knapp drei Millionen Euro. Damit soll der Umsatz verdoppelt und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Investor hat sich „intensiv“ mit der Brauerei beschäftigt

„Ich habe mich in den letzten Monaten intensiv mit der Vereinsbrauerei beschäftigt und bin mit dem Insolvenzverwalter von deren Zukunftsfähigkeit überzeugt“, wird der neue Investor aus Erfurt zitiert. „Dieses altehrwürdige Unternehmen ist mit der notwendigen Kapitalausstattung, einem neuen Energiekonzept und der umfassenden Intensivierung der betriebswirtschaftlichen Maßnahmen künftig in einem umkämpften Marktumfeld absolut konkurrenzfähig.“

Archivfoto: Die Tanks, in denen das Greizer Bier heranreift.
Archivfoto: Die Tanks, in denen das Greizer Bier heranreift. © OTZ | Conni Winkler

Der Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht, Marcello Di Stefano, ergänzt: „So einen Ausgang kann man sich als Insolvenzverwalter nur wünschen! Alle Seiten sind zufrieden und sogar neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Die Greizer Vereinsbrauerei lag mir von Beginn an sehr am Herzen. Ich bin froh, mit André Panse eine gute und zukunftsfähige Thüringer Lösung gefunden zu haben. Ich bedanke mich für die erfolgreiche Zusammenarbeit bei allen Beteiligten, Kunden, Lieferanten und Unterstützern.“

Greizer Landrätin: „Gute Nachricht für unsere Region“

Zitiert wird auch die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU): „Die Rettung der Greizer Vereinsbrauerei ist eine gute Nachricht für unsere Region! Sie war die erste Brauerei in Freistaat, deren Erzeugnisse mit dem ‚Thüringer Herkunftszeichen‘ prämiert wurden. Die Mitarbeiter haben in der schweren Zeit der Insolvenz nicht den Kopf in den Sand gesteckt, sondern weiterhin für Qualität und Leistung gesorgt. Mit dem neuen Investor wird jetzt der Grundstein für die Zukunft gelegt.“

Die Vereinsbrauerei musste im Februar 2023 Insolvenz anmelden. Dafür sorgten vor allem die hohen Rohstoff- und Energiepreise, aber auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die zu Umsatzverlusten führte, weil Gastronomen nicht mehr beliefert werden konnten. Marcello Di Stefano von der Anwaltskanzlei DiLigens wurde vom Amtsgericht Gera zum Insolvenzverwalter bestellt und konnte mit dem Geschäftsführer Thomas Schäfer den Betrieb unter schwierigen Bedingungen fortführen. Hierbei habe er wertvolle Hilfe unter anderem von der Landrätin Martina Schweinsburg und der Sparkasse Gera-Greiz erhalten.