Peter Rossbach über Menschen im politischen Ehrenamt

‘Ne kleine Rechnung: 46 mal 4 ist gleich 184. Das ist jetzt nur überschlagsmäßig die Stundenzahl, die die Eisenacher Stadtratsmitglieder während der vergangenen Legislaturperiode im Ratssaal des „Rautenkranzes“ bei Ratssitzungen verbracht haben. Wie gesagt, das ist ’ne grobe Schätzung, wahrscheinlich waren es noch mehr, weil viele Zusammenkünfte über die hier mal pauschal angenommenen vier Stunden hinaus gingen.

Und jeder, der sich ein wenig damit beschäftigt, weiß, dass da noch Stunden in Ausschuss-, Fraktions- und anderen vorbereitenden Sitzungen dazukommen (allein der Hauptausschuss hat 86 Sitzungen auf der Liste). Dass die meisten Ratsmitglieder natürlich auf der Straße zu bestimmten Stadtratsthemen angesprochen werden, gehört zur Wahrheit.

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Da werden also hunderte Stunden von diesen Menschen aufgebracht, um sich für die Stadt einzusetzen. Das sieht bei den Kreistagsmitgliedern nicht anders aus, in den Gemeinderäten und Ortsteilräten noch einmal.

Da sind hunderte Menschen unterwegs, die Zeit, Hirnschmalz, gute Laune und Ideen (manchmal auch noch eigenes Geld) einsetzen, um sich für die Region zu engagieren. Und das im Ehrenamt, also in der Freizeit; in der sie könnten auch auf der Couch liegen, Rad fahren, die Kinder bespaßen, einen VHS-Kurs besuchen, opulent essen, schlafen, in die Luft starren, ein gutes Buch lesen oder viele andere schöne Dinge.

Am 26. Mai treten nun wieder solche Menschen an, um sich in diese Ehrenämter wählen zu lassen. Die haben es echt nicht verdient, dass sie im Wahlkampf beschimpft, bedroht und angegangen werden, dass ihre Plakate verunstaltet oder abgerissen werden. Die meisten erwarten noch nicht einmal Dankbarkeit, aber eines sollten sie bekommen: Unseren Respekt.