Michael Engel wird seinen Vertrag als Bundestrainer der Rollstuhlbasketballer nicht verlängern und zum 30. November aus dem Amt scheiden. Trotz seiner elfmonatigen Erfolgsgeschichte mit den deutschen Herren entschied sich der langjährige Meistertrainer der RSB Thuringia Bulls gegen die Fortsetzung seiner Tätigkeit. Er will sich künftig mit ganzer Kraft seinen Marketing-Aufgaben bei den Elxlebern und seiner Familie widmen. Dennoch stehe für ihn „außer Frage, auch in Zukunft dem deutschen Rollstuhlbasketball weiter helfend mit meiner Passion für die Nachwuchsarbeit und dem Leistungssport zu unterstützen.“ Nur eben nicht an vorderster Front.

Erste paralympische Medaille seit 32 Jahren

Vor rund einem Jahr lief die Sportart Gefahr, aus der Spitzensportförderung und damit in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Engel, der sich gerade erst bei den Bulls als Trainer zurückgezogen hatte, sah sich in der Verantwortung und trat die Nachfolge von Nikolai Zeltinger an.

Binnen weniger Wochen formte er aus einem verunsicherten Team eine Einheit, die sich bei einem einzigen Repechage-Turnier nervenstark für die Paralympics qualifizieren konnte. In Paris folgte mit dem Gewinn von Bronze, der ersten paralympischen Medaille seit 1992, die Krönung eines Jahres „auf der Überholspur“.

Fokus künftig auf die Thuringia Bulls und die Familie

Die Entscheidung, das Amt abzugeben, sei die schwerste gewesen, die er in seinem bisherigen Leben treffen musste, bekannte Engel und ergänzt: „Auf diesem Level mit so vielen großartigen Menschen zusammenarbeiten zu dürfen, ist ein absolutes Geschenk.“ Er sei während der gesamten Zeit „für Team Germany All-in“ gegangen.

Die Bulls, seine Familie und nicht zuletzt er selbst hätten dadurch sehr viel zurückstecken müssen. Nach diesen Erfahrungen konnte der Wahl-Erfurter „das Commitment von vier Jahren bis zu den Spielen in Los Angeles schlichtweg nicht geben“.

Neue Trainings- und Spielkonzeption im Rollstuhlbasketball

Nach Abschied aus dem Deutschen Behindertensportverband ist Engel jedoch nicht zumute. Neben der Einarbeitung seines noch nicht benannten Nachfolgers will er seinen Beitrag zur neuen Rahmentrainings- und Spielkonzeption im Rollstuhlbasketball leisten. Sie soll in den kommenden Monaten fertig gestellt werden und die Sportart für die Zukunft aufstellen. „Unsere Reise ist noch lange nicht zu Ende“, gibt sich der 40-Jährige gewohnt optimistisch. „Der positive Meilenstein sollte uns weiter die notwendige Motivation geben und war nur möglich, weil wir als Rollstuhlbasketball-Community, in der Sache unserer Passion voranzubringen, zusammengearbeitet haben.“

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