Neunter gegen den Fünften, kein Erfolg auf der einen Seite, acht Siege auf der anderen; magere vier gewonnene Sätze gegen dreißig. Wenn am Mittwoch in der Erfurter Riethsporthalle das dritte Nachbarschaftsduell zwischen den Volleyballerinnen von Schwarz-Weiß Erfurt und dem VfB Suhl ansteht (19 Uhr), deuten die Zahlen auf eine sportlich große Kluft zwischen den Rivalen hin. Die Frage dahinter steht: Wird es vorerst das letzte Thüringenderby in der Volleyball-Bundesliga sein?
Die Frist, um einen Lizenzierungsantrag für die erste Liga und zweite Liga Pro einzureichen, hat die Volleyball-Bundesliga (VBL) von Anfang auf Ende Februar verlängert. Dreieinhalb Wochen Aufschub verschaffen den Verantwortlichen beim abgeschlagenen Liga-Schlusslicht aus Erfurt zusätzliche Bedenkzeit. Sie macht es nur keineswegs einfacher. Schwarz-Weiß-Geschäftsführer Florian Völker will sich nach außen nicht festlegen, wohin der Weg des Aufsteigers führt. Der Wunsch geht einher, den Leuten Spitzensport und solch ansprechende Auftritte wie beim wenn auch verlorenen Duell gegen Rekordmeister Schwerin zu präsentieren. „Trotzdem müssen wir sicherstellen, dass wir konkurrenzfähig sind“, betont er immerfort.

Dauerhaft zu verlieren lässt sich schwer verkaufen
Dass die Saison seit der Rückkehr ins Oberhaus ohne Sieg sportlich enttäuschend ist, daran besteht kein Zweifel. „Wir können es aus eigener Kraft nicht mehr in die Play-offs schaffen.“ Der Erfurter Manager räumt ein, das avisierte Ziel nach dem Sahnejahr ohne Niederlage in der zweiten Liga Pro weit verfehlt zu haben. Deshalb möchte er den Gang in die erste Liga aber nicht infrage stellen. Der Zuschauerschnitt ist gestiegen, Sponsoren sind hinzugewonnen worden. „Wir müssen die Lehren aus dem Jahr ziehen, um besser aufgestellt zu sein“, sagt er. Dauerhaft zu verlieren ist kein Produkt, das sich verkaufen lässt.
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Wie wichtig das Derby auch aus wirtschaftlicher Sicht ist, hat Suhls Präsident Alexander Mantlik oft betont. Er geht davon aus, dass es ungeachtet eines Ungleichgewichts von 18 Südthüringer Siegen in 19 Erstliga-Aufeinandertreffen auch in der kommenden Saison einen Vergleich zwischen den Thüringer Konkurrenten geben wird. „Ich glaube fest daran“, so Mantlik, „und ich glaube, dass der Paketaufstieg gelingen wird“. Er setzt darauf, dass die erste Liga in der kommenden Serie wächst und auch den Mannschaften am Ende einen attraktiveren Wettbewerb bietet.
Entgegenkommen soll Aufsteiger locken
Die VBL arbeitet daran, nach einem freiwilligen Rückzug von Erfurt (2023) und vorangegangenen finanziellen Bruchlandungen (Neuwied, Straubing) wieder auf eine Staffelstärke von mindestens zwölf Teams in der ersten Liga zu kommen. Aufsteigern werden organisatorische und finanzielle Erleichterungen garantiert. Drei Teams sollen dem Vernehmen nach Interesse daran haben.
Die Erfurter haben ihre Zukunft in der Eliteliga von Anfang an eine zusätzliche Zahl von Mannschaften geknüpft. „Sollte es drei Aufsteiger geben, sind wir auf jeden Fall dabei“, hieß es hinter den Kulissen.
Offener Transfermarkt zwingt, planen zu müssen
Dass die Antragsfrist für eine Lizenzierung verlängert ist, lässt die Erfurter länger im Unklaren, zwingt sie aber gleichzeitig, personell planen zu müssen. Mit dem College-Finale in den USA öffnet sich Ende Dezember traditionell der Transfermarkt. „Das Karussell nimmt Fahrt auf“, sagt Florian Völker. Überall steigen die Teams auf. Die letzten Spiele betrachtet er vor allem auch als Chance für die Erfurter Spielerinnen trotz Kellerdaseins, sich zu zeigen.

Der Fünfte aus Suhl ist weiter. Seit November schon, sagt Mantlik, werde aktiv gescoutet. Im Gegensatz zu den Erfurtern haben die Suhler die wichtigste Personalfrage geklärt. Vor dem Weihnachtsfest verkündete der Club, über Sommer hinaus László Hollósy an der Spitze zu haben. Bis 2027 wurde die Zusammenarbeit besiegelt. Der Ungar ist die Figur, die hinter Erfolgen wie dem Sensationssieg gegen Stuttgart am vergangenen Samstag steht. „Man sieht, wie wichtig er für uns ist“, hebt Mantlik den Wert des ehrgeizigen Trainers hervor. Dass er auf einen Sieg brennt, steht vorm Derby außer Frage.




