Am Ende eines enttäuschenden Freitagabends nahm Trainer André Bienek sein Team noch einmal zusammen und versuchte im Kreis, seine frustrierten Spielerinnen und Spieler aufzubauen: „Die Saison ist noch nicht vorbei. Wir haben noch Aufgaben zu erledigen“, sagte er. Am Samstag, 17.45 Uhr (Ortszeit), treffen die Thuringia Bulls beim Champions Cup in Istanbul auf Ilunion Madrid – aber nicht im avisierten Finale, sondern nur im Spiel um Platz drei.
Fehlstart und schwache Trefferquote der Bulls
Überraschend verloren die Bulls das Halbfinale gegen Deco Amicacci aus Giulianova mit 58:67. Vor allem im letzten Viertel (8:18) zeigten sie dabei Nerven und verspielten zwischenzeitliche 8-Punkte-Führungen (36:28, 46:38). „Wir haben zu viele Korbleger liegen lassen“, haderte Bienek mit der 37-prozentigen Trefferquote aus dem Feld heraus.
Schon zu Beginn lief es nicht rund. Die Elxlebener ließen vor allem unter dem Korb zu viele Punkte zu und kamen mit dem aggressiven Pressing des Gegners nicht zurecht. Der 9:17-Fehlstart wurde zwar bis zum Ende des ersten Viertels korrigiert (20:20), doch der Favorit fand nie zu seinem Spiel und zur Sicherheit im Abschluss. Jordi Ruiz traf beispielsweise keinen seiner zwölf Versuche. Beste Werfer waren Joakim Linden (18 Zähler) und Alex Halouski (15).
Materialbus steht neun Stunden lang an der Grenze
Bevor die Bulls gegen den italienischen Meister von 2023 überhaupt antreten konnten, mussten sie bereits ein nervenaufreibendes Zitterspiel überstehen. Dem Kleinbus mit der gesamten Ausrüstung, darunter den zwölf Sport-Rollstühlen, war am Donnerstag an der türkischen Grenze die Einreise verweigert worden. Rund neun Stunden lang hatten die beiden Fahrer, Sebastian Kirst und Tony Schmidt, vergeblich versucht, die Zöllner von ihrem Helferdienst für die Mannschaft zu überzeugen.

15 Stunden vor dem Spiel kommen die Rollstühle an
Als sie schon wieder zurück nach Bulgarien gereist waren, um dort zu übernachten, gab es dank der Mithilfe von Veranstalter Galatasaray Istanbul und türkischer Behörden in der Nacht zum Freitag doch noch grünes Licht. Nach der Odyssee durch fünf Länder, rund 2300 Kilometern und insgesamt 41 Stunden Fahrzeit kam der Bus um fünf Uhr morgens am Teamhotel „Sundance“ im Istanbuler Stadtteil Basaksehir an.
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Aller Aufwand brachte letztlich aber nichts. Der Finaleinzug, der auch die Gastgeberrolle im Champions-Cup-Viertelfinale der kommenden Saison bedeutet hätte, wurde verpasst. Genauso war es zuvor den Madrilenen ergangen, die im spanischen Duell gegen Albacete ebenso überraschend mit 59:70 den Kürzeren gezogen hatten.




