Noch auf dem Feld der Wetzlarer Arena wurde einer der Blauen ganz besonders geherzt. Jeder fiel Jordi Ruiz in die Arme und klopfte ihm anerkennend auf die Schultern. Wohl wissend, dass der heißblütige Spanier in Diensten der RSB Thuringia Bulls im ersten Finalspiel um die deutsche Rollstuhlbasketball-Meisterschaft den kühlsten Kopf bewahrt hat. Mit 28 Punkten, darunter fünf von sechs erfolgreichen Versuchen jenseits der Dreierlinie, avancierte er zum entscheidenden Faktor in dem spannenden Match.
Zweites Duell steigt am Samstag in Elxleben
Am Ende der abwechslungsreichen 40 Minuten konnten die Thüringer gemeinsam mit ihren mitgereisten Fans einen 81:73 (33:35)-Sieg beim RSV Lahn-Dill bejubeln. Am Samstag, 18 Uhr, haben sie nun vor heimischer Kulisse die große Chance, nach dem Pokalsieg das nationale Double perfekt zu machen. Ex-Coach Michael Engel, der nach wie vor in engem Austausch mit Trainer André Bienek steht, zeigte sich zufrieden: „Es war das erwartete Spiel auf Augenhöhe. Am Ende haben wir in der Defensive mehr Stopps gefunden und offensiv besser getroffen. Doch es ist eine Serie. Wir müssen uns jetzt bestmöglich auf den Samstag vorbereiten. Noch ist nichts gewonnen.“
Fragezeichen im Vorfeld bei beiden Mannschaften
Vor dem Auftaktduell der beiden sportlichen Schwergewichte gab es einige Fragezeichen. Wie haben die Thüringer einerseits das schwarze Wochenende beim europäischen Champions Cup in Istanbul verkraftet? Nach zwei enttäuschenden Auftritten waren sie beim dortigen Final-4-Turnier nur Letzter geworden. Und wie sehr hat andererseits die mehr als vierwöchige Spielpause die Hessen aus dem Tritt gebracht?
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RSV Lahn-Dill mit Endspurt im ersten Viertel
Im ersten Viertel war beiden Teams die Nervosität anzumerken. Etliche Ballverluste und vergebene Korbleger prägten das Bild. Zwar lagen die Bulls meist knapp vorn, mussten nach dem 14:14 allerdings einen 6:0-Lauf des Kontrahenten hinnehmen. Vor allem die Hereinnahme von dessen Nationalspieler Julian Lammering (insgesamt 17 Punkte/acht von neun) zahlte sich aus.

Einwechslung von Jordi Ruiz zahlt sich aus
Aber auch Bienek reagierte mit frühen Personalrochaden. Die tiefer besetzte Bank sollte sich letztlich als Vorteil erweisen. Hubert Hager (elf Punkte/fünf von sechs) wusste nach seiner Einwechslung zu überzeugen. Aber vor allem erwies sich die Hereinnahme von Ruiz als goldrichtig. Der Spanier zeigte sich von außen enorm treffsicher. An seiner Seite steigerten sich zudem Alex Halouski (16 Punkte/zehn Rebounds) und Vahid Azad (16), so dass nach dem zweiten (19:15) auch das dritte und vierte Viertel von den Bulls dominiert wurde (27:21, 21:17).




