Es wird noch geschleppt, geschraubt, geklebt und aufgebaut: Beinahe ein Fußballfeld umfasst die Fläche, auf der in drei Messehallen erst Holzplatten verlegt werden. Rollenweise Spezialboden kommt darauf. Der Aufwand ist riesig. Das Fest, das am Freitagabend darauf beginnt, ist das größte in Europa in dieser Form.
Dass es in Erfurt steigt, verschafft Nico Müller „pure Vorfreude“. „Es ist etwas Besonderes“, sagte der Erfurter vor den Tischtennis-Finals. Vom Freitag bis Pfingstmontag finden die deutschen Meisterschaften zum zweiten Mal in Thüringens Landeshauptstadt statt. Diesmal aber größer – und noch vielschichtiger. Mit den erstmals eingebetteten Titelkämpfen der Senioren gehen an die tausend Spieler an die Tische.

Privileg, Lob und Zugabe
„Man merkt bei allen, dass sie sich wahnsinnig freuen“, spricht Nico Müller für alle 30 Thüringer Starter – und erst recht für sich selbst. Wie im Vorjahr hatte dem für Mühlhausens Zweite spielenden 22-Jährigen zwar eine Verletzung einen Strich durch die Qualifikationsrechnung gemacht. Wie 2024 erhielt er zur DM eine Wildcard für das 32er-Feld der Elite. Gegen die besten Herren des Landes antreten ist Privileg, Lob – und eine Zugabe nach einer klasse Regionalliga-Saison mit der Mühlhäuser Regionalliga-Mannschaft. Was eigentlich das Ziel Nichtabstieg beinhaltete, mündete im Aufstieg.
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Dass in Erfurt auch infolge der verletzungsbedingten Absagen von Mühlhausens Steffen Mengel und Dimitrij Ovtcharov weniger Top-Stars am Start sein werden, lässt das Feld der Herren auf den ersten Blick etwas schwächer erscheinen. Trotzdem: „Die Außenseiterrolle ist die gleiche wie im vorigen Jahr“, sagt Müller. Der an dritter Stelle der Thüringer Rangliste liegende Student der Sozialwissenschaften und Germanistik sieht allerhand starke Spieler im Feld. Ins Achtelfinale zu kommen bleibe ein Traum.
Sie sind für Thüringen ein doppelter Gewinn.
Uwe Schlütter, Präsident des Thüringer Tischtennis-Verbandes über die Bedeutung der TT-Finals in Erfurt
Nicht nur er schaut gespannt auf die Auslosung. Uwe Schlütter sieht den TT-Finals stolz, wie er sagt, und freudig entgegen. „Sie sind für Thüringen ein doppelter Gewinn“, erklärte der Präsident des Thüringer Tischtennis-Verbandes. „Sportlich war die Erstauflage im vergangenen Jahr schon sehr gut gelaufen.“ Um den Spielern und Besuchern noch mehr zu bieten, ist an einigen Stellen nachgelegt worden.
„Es ist nach wie vor das wichtigste nationale Turnier“, hebt Richard Prause die Bedeutung hervor, auch wenn es schwer sei, in einem extrem verdichteten Turnierkalender die weltweit geforderten Top-Spieler an einem Wochenende versammeln zu können. Spannend ist für den Sportvorstand des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), wie nah der Nachwuchs an den Spitzenspielern ist.
U19 eröffnet die Meisterschaften am Freitag
Die Meisterschaften sind deswegen vor allem Schaufenster und Gradmesser. Nicht zuletzt für die zehn Thüringer Talente. Als Landes- und Mitteldeutscher Meister erhofft sich Till Berbig, 18, den Traum von einer Medaille erfüllen zu können.
Seine Altersklasse (U19) eröffnet am frühen Freitagabend die TT-Finals, die an vier Tagen mehr sind als eine facettenreicher Kampf um Platzierung. Von elf bis 91 bewegt sich das Altersspektrum. „Es soll ein Tischtennis-Familienfest sein“, umschreibt Richard Prause.
Infos unter: www.tt-finals.de



