Um viertel vor sechs flog am Montagabend in der Erfurter Messehalle der letzte Ball übers Netz. Kay Stumper riss die Arme in die Höhe. In einem überaus spannenden Herrenfinale gegen Fan Bo Meng – ein Satz endete 20:18 – setzte sich Stumper mit 4:3 durch und gewann bei den TT-Finals die letzte Entscheidung. Damit machte Stumper nicht nur sich selbst mit seinem ersten Deutschen Meistertitel bei den Herren glücklich, sondern ließ auch Post Mühlhausen frohlocken: Ab kommender Saison schlägt der 22-Jährige für den thüringischen Tischtennis-Bundesligisten auf.
Damit endete ein Event der Superlative. Zum ersten Mal wurden die Deutschen Meister der Damen und Herren, der Leistungsklassen, der Jugend 15, der Jugend 19 und der Senioren allesamt an einem Ort ermittelt. Rund 1000 Aktive waren bei der zweiten Auflage der TT-Finals dabei und machten sie zum größten Tischtennis-Wettkampf Europas.
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Starke Thüringer Bilanz bei Senioren und Jugend
Etwa die Hälfte der rund 1000 Teilnehmer startete bei den Senioren. An 36 Tischen ermittelten die „Oldies“ in Messehalle 3 in den Altersklassen 40 bis 85 ihre nationalen Champions – wobei die älteste Spielerin sogar 91 war. Für Thüringen verliefen die Wettkämpfe erfreulich: Vier Starter schafften es im Doppel oder Mixed ins Viertelfinale, zwei im Einzel ins Achtelfinale. „Auch wenn wir die mögliche Medaille mehrfach sehr knapp verpasst haben, ist das eine gute Bilanz“, sagte Arnd Heymann, Seniorenwart des Thüringer Tischtennisverbandes.

Noch besser lief es für die Jugendspieler aus dem Freistaat. Mit zwei Bronzemedaillen in der Jugend 19 verdoppelten sie ihre Medaillenbilanz aus dem Vorjahr. Dass das nicht selbstverständlich ist, erklärte Landestrainer Frank Schulz: „Unser Landesverband ist so groß wie anderswo einzelne Bezirke. Wir haben nicht viele Spitzentalente – aber die haben mit Unterstützung der Zuschauer stark aufgespielt.“
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Während sich in Halle 2 die Stars von morgen und in Halle 3 die Helden von einst die Kunststoffbälle um die Ohren schmetterten, standen sich in Halle 1 im abgesehen von den Herren spannendsten Endspiel des Finaltags zwei Generationen direkt gegenüber. Als Sabine Winter und Kathrin Mühlbach 2010 gemeinsam Deutsche Doppel-Meisterinnen wurden, waren ihren Gegnerinnen Koharu Itagaki und Josephina Neumann erst ein paar Wochen auf der Welt.
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Nach fünf Sätzen setzten sich die beiden „Altmeisterinnen“ (32 und 33) mit 3:2 durch und verhinderten den nächsten Erfolg der beiden auch schon international durchstartenden 15-Jährigen. Und zeigten wie so viele noch deutlich Ältere an diesem Wochenende, dass Tischtennis keine Frage des Alters ist. Winter bewies danach auch im Einzelfinale gegen die 18-jährige Senkrechtstarterin Annett Kaufmann, dass sie noch voll im Frühling ihrer Karriere ist. Agil und variabel dominierte sie den ersten Satz mit 11:4, ehe Kaufmann ihre Power besser ins Spiel brachte, die nächsten vier Sätze gewann und ihren Titel verteidigte.
Altersrekord und Kritik an fehlenden Herren
Auch das war Erfurt 2025: Der eine Tischtennis-Stern ging mit 18 Jahren weiter auf, während ein anderer auch mit 45 noch hell leuchtet. Denn mit ihrem Sieg im Mixed an der Seite von Tobias Hippler krönte sich Tanja Krämer zur ältesten Deutschen Meisterin aller Zeiten.

Neben Teilnehmer- und Altersrekorden durften sich die Veranstalter und Ausrichter auch über deutlich mehr Besucher als 2024 freuen. Im Vorjahr etwa 7000, waren es diesmal 8250. Auch die Versorgung, an der es im Vorjahr Kritik gab, lief deutlich besser. Nur eines gefiel Richard Prause, Sportvorstand des Bundesverbandes, nicht: dass im Herrenfeld die nominell Besten fehlten. „Das hatte unterschiedliche Gründe, muss sich aber nächstes Jahr wieder ändern.“
Kay Stumper war es egal. Er durfte zum ersten Mal spüren, wie es sich anfühlt, in seiner neuen Wahlheimat zu jubeln und bejubelt zu werden.






