In der Fußball-Thüringenliga steigt die Spannung vor dem letzten Spieltag. Mit dem 1. SC 1911 Heiligenstadt, FC An der Fahner Höhe und SV Schott Jena kämpfen noch drei Mannschaften um die Meisterschaft. Die Ausgangslage ist kompliziert.
Heiligenstadt mit den besseren Karten
Nach 29 Spieltagen führt der 1. SC 1911 Heiligenstadt die Thüringenliga mit 67 Punkten an. Mit zwei Punkten weniger lauern der FC Fahner Höhe und SV Schott Jena noch auf ihre Chance. Der Pokalfinalist aus Dachwig hat gegenüber dem Erst- und Drittplatzierten mit 13 Toren Unterschied die klar bessere Tordifferenz, die das Zünglein an der Waage sein könnte. Ein weiteres Kuriosum: Heiligenstadt und Jena haben nicht nur eine ausgeglichene Tordifferenz, sondern mit 76 Treffern und 29 Gegentoren das gleiche Verhältnis.
Auch interessant
Der Tabellenführer spielt am letzten Spieltag beim FSV Schleiz, Fahner Höhe empfängt den SV 09 Arnstadt und Schott tritt beim FSV Preußen Bad Langensalza an.
Szenario 1: So wird Heiligenstadt Meister
Die Heiligenstädter haben mit dem zwei Punkte Vorsprung alles in der eigenen Hand. Ein Sieg in Schleiz würde die Meisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga bedeuten. Ein Unentschieden oder eine Niederlage dürfte man sich auch erlauben, wenn die Konkurrenz maximal ein Remis schafft.
Szenario 2: So wird Fahner Höhe Meister
Der dreifache Thüringen-Meister ist derzeit auf Platz zwei und benötigt Schützenhilfe. Das Spiel gegen Arnstadt muss in jeden Fall gewonnen werden. Sollte Heiligenstadt gleichzeitig verlieren, würde Fahner Höhe die Tabellenführung übernehmen. Das gilt auch bei einem niedrigen Sieg von Verfolger Schott Jena.

Bei einem Unentschieden des Sportclubs stünden beide Mannschaften bei 68 Punkten. Auch in diesem Fall würde die Meisterschaft an den Pokalfinalisten gehen, da Fahner Höhe gegenüber Heiligenstadt die deutlich bessere Tordifferenz besitzt.
Szenario 3: So wird Schott Jena Meister
Der SV Schott Jena ist in Bad Langensalza ebenso zum Siegen verdammt und muss gleichzeitig auf Arnstadt und Schleiz hoffen. Fahner Höhe darf aus der Sicht der Ostthüringer maximal unentschieden spielen. Zwar könnte man mit dem Zweitplatzierten nach Punkten auch gleichziehen, wenn Fahner Höhe ihre Partie gegen Arnstadt gewinnt. Allerdings müsste Schott dem FSV Preußen gleichzeitig mindestens 14 Treffer einschenken, um die deutlich schlechtere Tordifferenz noch aufholen zu können.

Verpokert sich der dreifache Thüringen-Meister und Heiligenstadt verliert in Schleiz, kann der Sportverein aus Jena als lachender Dritter aus der Konstellation hervorgehen. Eine andere Möglichkeit: der jetzige Tabellenführer spielt nur unentschieden. Schott und Heiligenstadt hätten jeweils 68 Punkte. Hier kommt wieder die Tordifferenz ins Spiel, die aktuell zwischen beiden Teams ausgeglichen ist. Der Sportclub könnte diese mit einem Remis nicht verbessern, Jena hingegen schon und würde somit die Meisterschaft klarmachen.
Nur Heiligenstadt würde aufsteigen – mit einer Ausnahme
Die Meisterschaft bedeutet allerdings nicht automatisch den Aufstieg. Fahner Höhe und Schott Jena haben diesem Vorhaben unter anderem aus wirtschaftlichen Gründen schon früh eine Absage erteilt. Der 1. SC Heiligenstadt würde den Sprung in die Fünftklassigkeit wagen – allerdings nur unter der Bedingung, dass man die Saison auch als Erster beendet.
Auch interessant
Sollte man das nicht schaffen, würde man freiwillig verzichten. In diesem Falle gäbe es in diesem Jahr keinen Aufsteiger in die Oberliga, aber zusätzlich einen vierten Absteiger. Auf diesem vakanten 13. Platz rangiert derzeit der FC Saalfeld zwei Punkte hinter Geratal und Preußen Bad Langensalza. Mit einem Sieg im direkten Duell könnten die Ostthüringer mit der Spielvereinigung noch die Plätze tauschen.





