Sehr entspannt und mit Rucksack auf dem Rücken verlässt Basketballer Joseph „Joe“ Wieskamp die Trainingshalle von Science City Jena. Noch ein kurzes Interview und dann geht es für ihn erstmal in Richtung Wohnung: sich erholen, etwas gutes Essen, ein bisschen die Stadt kennenlernen, in der er nun lebt.

Durch diese kann er derzeit noch ohne Selfie- oder Autogrammwünsche spazieren. Das könnte sich für den 26-Jährigen jedoch relativ schnell ändern, wenn ab Ende September für Science City der Pflichtspiel-Betrieb beginnt. 

Science City erste Karriere-Station in Deutschland

Der gebürtige US-Amerikaner ist eine der Neuverpflichtungen, mit denen die Jenaer das Abenteuer 1. Bundesliga bestreiten werden. Und auch für Joe Wieskamp ist die BBL ein Abenteuer, nach verschiedenen Stationen in den USA und in Australien ist es für den zweifachen Familienvater die erste Karriere-Station in Deutschland. 

Basketball Joe Wieskamp Science City Jena
Die Eheleute Wieskamp sind glücklich nach der Geburt von Olivia.© Science City Jena

„Die letzten Wochen waren wirklich sehr verrückt und aufregend, da ich nach zehn Tagen in Jena für die Geburt meiner Tochter Olivia am 22. August erstmal wieder zurück in die USA reiste. Ich bin dankbar, dass mir Science City diese Möglichkeit gegeben hat. Meine Frau und mein kleiner Sohn JJ sind sehr glücklich und jetzt kann ich mich voll auf das neue Team und die Saisonvorbereitung konzentrieren“, so Joe Wieskamp, zu dessen Familie außerdem zwei Golden-Retriever-Hündinnen gehören.

Die ersten Eindrücke des knapp zwei Meter großen Athleten stimmten positiv – beim Testspiel-Erfolg gegen Erstligist Syntainics MBC aus Weißenfels steuerte Wieskamp in 20 Minuten Spielzeit zehn Punkte und sechs Rebounds bei.

Sicherheit und Sozialsystem sind wichtig

„Ich glaube, Jena und die BBL sind ein guter, nächster Schritt in meiner Laufbahn. Die Option, bei einem Aufsteiger in einer starken Liga mitzuwirken, habe ich gern gezogen. Als guter Werfer auf verschiedenen Positionen fühle ich mich hier genau richtig. Gemeinsam mit dem Trainerteam möchte ich mich weiterentwickeln und meine Fähigkeiten für das Team nutzen. Zudem ist es ein sicheres Land mit einem guten Sozialsystem, was mir mit Blick auf meine Familie sehr wichtig ist“, sagt Joe Wieskamp über den Wechsel vom australischen Melbourne ins beschauliche Jena.

Science City Jena testet gegen den MBC Weißenfels
Im Testspiel gegen Weißenfels wusste „Wiesy“ (hier rechts beim Aufwärmen) zu überzeugen.© Benjamin Schmutzler

Wichtig für Science City sind zweifelsohne die Fähigkeiten des neuen Teammitglieds. Davon hat Joe Wieskamp so einige. Als guter Werfer und Verteidiger bringt der 26-Jährige auf der Position des Small Forwards genau das mit, was der Erstliga-Aufsteiger benötigt. 

Für San Antonio Spurs und Toronto Raptors aktiv

Der deutsche Basketball habe sich, nicht erst nach dem Erfolg bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren, stark weiterentwickelt. „Deutschland hat sehr gute Spieler – in der NBA, aber auch in den europäischen Ligen. Ich sehe es hier in Jena, wie hart meine Mitspieler jeden Tag an ihrer Form arbeiten. Wir haben viele talentierte Spieler in der Mannschaft. Das alles ist ein großer Pluspunkt, der für uns als Team ein großer Vorteil sein kann. Das Level ist hoch und ich möchte mich dem bestmöglich anschließen. Man sollte uns auf keinen Fall unterschätzen“, gibt „Wiesy“ eine erste Kampfansage in Richtung Konkurrenz. 

Bei seinen bisherigen Lieblingsteams im US-Basketball mag sich Joe Wieskamp, der auf insgesamt 39 NBA-Einsätze verweisen kann, nicht wirklich festlegen: Iowa im Collage-Vergleich, San Antonio Spurs und Toronto Raptors bei den Profis in der NBA. Für alle drei war der sympathische Small Forward bereits aktiv. 

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