Heiko Krause vom Thüringer Wintersportzentrum hatte bei der Pressekonferenz der AXA-Winterwochen noch ein besonderes Bonbon dabei. Der „Herr der Wettkampfstätten“ in Oberhof kündigte die Rückkehr der legendären Wolfsschlucht an. Am Sonntag werden die Skilangläufer auf einer neuen 5-km-Runde die steile Abfahrt bestreiten.
Bis zu 80 km/h in der Wolfsschlucht drin
„Ich bin heute früh schon runtergefahren, war cool“, sagte Lisa Lohmann (WSV Oberhof) und grinste. Die Skilangläuferin kehrt in ihrer Heimat am Wochenende in den Weltcup zurück. Ein Ermüdungsbruch des Wadenbeins im Herbst hatte der 25-Jährigen die Olympiasaison verhagelt. Die Wolfsschlucht ist nach dem einstigen Wettkampfchef Karl-Heinz Wolf benannt, war aber wegen ihrer Gefährlichkeit und der Probleme bei der Präparierung mit Kunstschnee zuletzt aus dem Streckennetz genommen worden. Nun hat das Wetter mitgespielt, die Schneekanone lief und auch der scharfe „Blitzer“ vom Biathlon-Weltcup soll noch aufgestellt werden. Fast 80 km/h sind dann in der Abfahrt drin.

Noch schneller wird es bei den Rodlern, die am 17. und 18. Januar den ersten von insgesamt zwei Weltcups (23./24. Januar) an den Fallbächen austragen. Drei Weltcups an einem Wochenende (Rodeln, Skilanglauf, Nordische Kombination), das hat selbst die Wintersport-Hauptstadt Oberhof noch nicht erlebt. Nach dem Biathlon-Spektakel am vergangenen Wochenende mit ausverkaufter Arena und fast 50.000 Zuschauern geht der Kraftakt weiter. „Ich war bei der Kosmetik“, sagte der Nordische OK-Chef Bernd Wernicke mit Blick auf fehlende Augenringe vom vergangenen Wochenende und lachte. Hunderte Helfer jedenfalls, die sogar von der Bundeswehr unterstützt werden, haben auch beim aktuellen Tauwetter alles im Griff.
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Schneider: Klein-Olympia in Mitteleuropa goldwert
Erik Schneider aus Gräfenroda, der als Frauen-Bundestrainer das Teamsprint-Duo Hennig/Carl zum Olympiasieg sowie die Frauen-Staffel zu Silber geführt hatte, ist seit 2023 der Oberhofer Bundesstützpunktleiter. „Die fünf Weltcups sind Gold wert. Es ist ja wirklich so, dass wir Klein-Olympia an einem Ort in Mitteleuropa haben. Wenn man hier eine Nadel in die Karte rammen würde, wo der Wintersport zu Hause ist, dann ist es genau an diesem Punkt. Um das auch der nächsten Generation weiterzugeben, dazu brauchen wir diese Schaufenster“, sagte Schneider zuvor in einem Gespräch.
Zeitplan
Skilanglauf: Samstag, 13.35 Uhr, Sprint Freistil (Finals ab 16.05), Sonntag, 10 km klassisch Männer 10.45 Uhr, Frauen 12.55 Uhr.
Nordische Kombination: Samstag, 9 Uhr, Einzel (Sprung), Frauen und Männer (Langlauf 11.45 Uhr Frauen 5 km, 12.30 Männer 10 km), Sonntag, 8.30 Uhr (Sprung), Langlauf (14.35 Uhr Frauen 5 km, 15.45 Uhr Männer 10 km)
Rodeln: Samstag 12.20 Uhr: Männer Einzel (2. Lauf 15.10 Uhr), 13.45 Uhr: Frauen Einzel (2. Lauf 16.15 Uhr), Sonntag 10.25 Uhr Männer Doppel (2. Lauf 11.43 Uhr), 13 Uhr: Frauen Doppel (2. Lauf 14.05 Uhr), 15.30 Uhr: Teamstaffel.
Noch mehr Lob gab es von Matthias Böhmer. Der Sportdirektor von Rodel-Weltverband FIL meinte: „Oberhof ist unser Flaggschiff so wie die Streif in Kitzbühel oder das Lauberhorn in Wengen bei den Alpinen.“ Die Winterwochen mit der engen Zusammenarbeit verschiedener Sportarten seien ein Aushängeschild für Deutschland. Nachrichten, dass die Bahn am Königssee auch für die WM 2028 nicht fertig würde, konnte Böhmer nicht bestätigen. „Das ist etwas dramatisiert und noch kein Thema für uns“, so der Ex-Rodler und Bobpilot aus Bayern. Oberhof stünde jedenfalls bereit, einzuspringen. Das tun die Thüringer schon für den Weltcup der von Bauproblemen gebeutelten Bayern am kommenden Wochenende tun.
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Weltmeister Langenhan will endlich ersten Saisonsieg
Rodel-Weltmeister Max Langenhan ist jedenfalls stolz auf seine Heimat. „Ich kann mich glücklich schätzen, in Thüringen zuhause zu sein. In Winterberg kriegen sie die Tribünen nicht voll und in Bayern wird die Bahn nicht fertig“, sagte der Friedrichrodaer, der vor allem den Helfern mit starken sportlichen Leistungen „Tribut zollen will“. Vielleicht ist ja in Oberhof dann auch der erste Weltcupsieg in diesem Winter drin. „Nach der harten Klatsche durch die Österreicher letztes Jahr in Oberhof haben wir was gutzumachen“, sagte Langenhan, der auf volle Tribünen beim Heimspiel hofft.
Alle Finals sehen mit Kombiticket und Shuttlebus
Mit einem Kombiticket und dem Shuttlebus-System vom Stadtplatz bis zur Schanze können die Fans alle Entscheidungen live verfolgen. Karten gibt es über axa-winterwochen.de und an den Tageskassen. Über 15.000 Zuschauer werden an beiden Tagen erwartet.





