Die beste Einzelplatzierung über die Langstrecke lässt die Vorfreude auf die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo noch mehr wachsen. Zwei Wochen vor dem ersten Olympia-Start seiner Karriere betrieb Fridtjof Petzold (Crimmitschauer PSV) beim Eisschnelllauf-Weltcup in Inzell nicht nur sportlich Werbung in eigener Sache, sondern auch abseits des Eises der Max-Aicher-Arena.
Kurz vor dem fünften ISU-Weltcup der Saison gab der in Erfurt trainierende Crimmitschauer seine Kandidatur für die Athleten-Kommission der International Skating Union (ISU) bekannt. Um im internationalen Verband die Stimme der Eisschnellläufer zu vertreten, bewirbt sich neben Petzold (28) die Kanadierin Ivanie Blondin (35) als Nachfolgerin von Douwe de Vries (43). Der Niederländer steht selbst als Dritter auf der Kandidatenliste. Bis zum 28. Februar können die im Weltcup gestarteten Sportler über ihren Interessenvertreter abstimmen.
Eine Stimme der Athleten und eine Perspektive für kleine Nationen:
Seine Kandidatur stützt der Langstreckenspezialist auf mehrere Säulen. Seine zentralen Anliegen sind etwa Vielfalt, starke Starterfelder und die Einbindung kleinerer Nationen. „Gerade in Europa gibt es auch immer wieder neue Eisschnelllauf-Nationen wie aktuell Portugal oder Spanien. Es wäre sehr wichtig, auch diesen Sportlern eine Perspektive zu bieten“, erklärte er. Der Langstreckler will sich dafür einsetzen, um die B-Gruppe im Weltcup-Programm zu erhalten. Durch führende Nationen, in denen Eisschnelllauf eine größere Aufmerksamkeit genießt, würden immer mal Bestrebungen laut, das Programm aus Attraktivitätsgründen zu reduzieren. Langfristig wäre das für Petzold mit Blick auf die Bedeutung des Eisschnelllaufens im olympischen Programm ein falsches Signal.
Aus eigener Erfahrung: Warum die B-Gruppe erhalten bleiben muss
Wie wertvoll die B-Gruppe für die Weiterentwicklung sein kann, weiß Petzold aus eigener Erfahrung. Seit sechs Jahren läuft er bei Weltcups. Im vergangenen Winter gelang ihm der Sprung in die A-Gruppe. Am Samstag erzielte er als Neunter über 5000 Meter seine beste Langstrecken-Platzierung im Weltcup. Im Massenstart kam ein 14. Platz am Sonntag hinzu.
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„Wenn man jetzt nicht gleich ein Top-Talent wie Finn Sonnekalb ist, der im Juniorenbereich fast schon alle überflügelt, sind Wettkämpfe eine wichtige Grundlage, um sich Jahr für Jahr nach oben arbeiten zu können“, sagt er. Für die U23-Sportler werden als erster Entwicklungsschritt noch Weltcups angeboten. Im Gegensatz zu anderen Wintersportarten fehlen im Eisschnelllauf zusätzliche Wettbewerbe wie Continentalcups, um internationale Erfahrung zu sammeln. Petzold plädiert zudem für mehr Einbindung der Sportler in Entscheidungsprozesse und nimmt die ISU in die Pflicht, Veränderungsprozesse anzustoßen.

Blick nach Mailand: Petzold fiebert Olympia-Premiere entgegen
Auf dem Eis möchte er selbst dazu beitragen, dass die ästhetische Sportart gerade auch in Deutschland wieder stärker wahrgenommen wird. Bei den Olympischen Winterspielen in Italien wird das deutsche Eisschnelllauf-Team mit 13 Sportlern und Sportlerinnen vertreten sein. Mehr als die Hälfte davon trainiert in Erfurt.
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Fridtjof Petzold hat das Eissportzentrum ebenfalls wieder zu seiner Heimat gemacht und fiebert seinen ersten Spielen entgegen. „Ich habe keinen Schimmer, was uns dort alles erwartet“, freut er sich auf das Neuland. Wie Felix Maly (ESC Erfurt) hat er sich über 5000 Meter und im Massenstart für Mailand qualifiziert. Große Hoffnungen knüpft er an den Team Pursuit zusammen mit Maly und Frontmann Patrick Beckert (ESC). Als Fünfter im Weltcup-Klassement und nach zwei vierten Plätzen sieht Petzold eine Medaille nicht außer Reichweite. „In der Teamverfolgung kann immer viel passieren.“




