Jonathan Hilbert musste die Bremse ziehen. Der Olympia-Zweite von Tokio im Gehen hat die Leichtathletik-Saison abgesagt. Ende April war der gebürtige Mühlhäuser bei den deutschen Meisterschaften in Kelsterbach auf der neuen Marathon-Distanz ausgestiegen, hatte die EM-Norm für Birmingham zuvor schon nicht erreicht. Der 31 Jahre alte Sportler leidet seit seinem Olympia-Erfolg 2022 an Depressionen.

Jonathan Hilbert: „Muss vorerst aus dem Leistungssport-Karussell aussteigen“

Zum Wohle seiner „langfristigen Gesundheit und Leistungsfähigkeit“ mache es keinen Sinn, in diesem Jahr noch Wettkämpfe zu bestreiten, erklärte Hilbert auf Instagram. „Die Depression ist zurück und ich muss vorerst aus dem Leistungssport-Karussell aussteigen. Seit Januar habe ich wieder vermehrt Symptome wahrgenommen und dachte, ich kann es handeln und schaffe es, in der Therapie Gelerntes auch weiter alleine umzusetzen. Leider war dem nicht so“, schrieb Hilbert.

Deutsche Meisterschaften Straßengehen; Kelsterbach, 26.04.2026
Jonathan Hilbert (LC Ohra Energie/links) gab Ende April bei den deutschen Meisterschaften in Kelsterbach das Marathon-Rennen auf. © IMAGO/Beautiful Sports | IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/KJPeters

Dabei war es Hilbert, der inzwischen in Leipzig lebt und trainiert, in den vergangenen zwei Jahren mit professioneller Hilfe immer besser gegangen. Er kehrte in seinen Sport zurück, war Ersatzmann bei Olympia in Paris und schaffte bei der WM 2025 an seinem olympischen Erfolgsort Tokio einen ordentlichen 16. Platz. Hilbert schien auf gutem Weg zu Olympia 2028 in Los Angeles, dem Traumziel des Gehers vom LC Ohra-Energie.

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Doch nun kam der Rückschlag. „Aktuell befinde ich mich wieder in Therapie, nehme Medikamente und kämpfe mit einer diagnostizierten schweren depressiven Episode“, schrieb Hilbert, der sich erneut aus dem tiefen Tal seiner Krankheit kämpfen muss.