Erik Schreyer ist an diesem Wochenende in der „Nachwuchs-Mission“ unterwegs. Da Steffen Mengel aufgrund von Schulterproblemen nicht an den TT-Finals in Erfurt antritt, steht der Trainer des Tischtennis-Erstligisten Post Mühlhausen als Betreuer von Lion Cooper Schlagenhoff in der Box. Der junge Athlet, der das Sportgymnasium Erfurt besucht, steht in der Reihe vieler Thüringer Talente, die irgendwann den Sprung nach ganz oben schaffen wollen.

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Natürlich ist es auch ein Ansinnen der Postler wie auch der anderen höherklassigen Vereine wie Post Zeulenroda oder USV Jena, den eigenen Nachwuchs einzubinden. Als Profiverein hat Mühlhausen jedoch eine andere Reichweite und sportliche Bedeutung. Nutzt man also Veranstaltungen wie die TT-Finals, um den gesamtdeutschen Nachwuchs unter die Lupe zu nehmen?

TISCHTENNIS TT-FINALS 2026 IN ERFURT
Ivo Quett gilt als das größte Thüringer Talent. Er trainiert in Düsseldorf am deutschen Stützpunkt.© Sascha Fromm

„Alle, die für uns interessant sind, kennst du natürlich. Und da ist es für uns gar nicht so entscheidend, wie sie jetzt bei der Deutschen Meisterschaft spielen. Wir blicken eher darauf, wie sie in ihrem Verein spielen, denn sie sollen ja irgendwann auch mal Vereinsspieler für uns werden“, sagt Trainer Erik Schreyer. Der Coach kennt die Akteure, sagt aber auch: „Deutschland ist mit seinen Talenten derzeit etwas hinten dran. Andere Nationen wie Frankreich, Rumänien oder Polen haben die Nase vorn, was die U19-Klasse angeht.“

Talent Quett als wichtiger Baustein

Dennoch wäre es ein Traum vieler Mühlhäuser, irgendwann einen Thüringer Ausnahmespieler wie einst Heinz Schneider in der Ersten zu sehen. Mit Ivo Quett steht ein großes Talent auf der Agenda, auch wenn er in Erfurt in der Gruppe steckenblieb. „Ivo ist für uns schon ein wichtiger Baustein. Ihn müssen wir versuchen, langsam heranzuführen“, sagt Schreyer über den in Düsseldorf trainierenden Bad Berkaer.

Wie schwer es ist, deutsche Top-Talente zu verpflichten, sah man zuletzt an den Beispielen André Bertelsmeier und Wim Verdonschot. Beide standen auch auf der Liste der Postler, entschieden sich aber für Bad Königshofen bzw. Dortmund. „An solchen Spielern sind die Vereine schon zwei Jahre vorher dran und die halbe Liga rennt ihnen hinterher. Da bin ich auch realistisch und sage: ein Wettbieten musst du nicht mitgehen. Entweder will ein Spieler mit ganzem Herzen bei uns spielen und voller Leidenschaft einbringen oder nicht“, so Schreyer, der zudem auf die internationalen Ambitionen verweist. „Viele junge Spieler haben die eigene Karriere im Vordergrund und sehen den Verein etwas als Aufstockung.“