Til Schwarz freut sich schon auf ein besinnliches Weihnachtsfest mit seiner Freundin und der Familie. Aber genauso froh ist der Kapitän des FC Rot-Weiß Erfurt über die Rückkehr in den Alltag. Denn nach seinem Muskelfaserriss wird der Fußballer in Kürze das Training wieder aufnehmen. „Am Samstag startet unser Laufplan. Den werde ich ganz normal wie alle anderen Spieler durchziehen und dann hoffentlich ohne Probleme am 5. Januar beim Trainingsauftakt dabei sein“, sagte der 26-Jährige beim RWE-Talk von Funke Medien Thüringen.

Noch keine Gespräche über Vertragsverlängerung

Schwarz hatte sich im Auswärtsspiel bei Hertha Zehlendorf (1:1) auf dem durch den Frost rutschigen Boden an der rechten Wade verletzt. Das jähe Aus, ausgerechnet vor dem Thüringenderby gegen den FC Carl Zeiss Jena, kam für ihn zur Unzeit. Denn Schwarz stand zuvor in elf Begegnungen in der Startelf, nachdem er zum Saisonauftakt durch Achillessehnenprobleme zurückgeworfen wurde. Die Hoffnung, ohne längere Verletzungspause durch die Saison zu kommen, erhielt einen Dämpfer.

Til Linus Schwarz spricht über die unheimlich hohe Zahl an Verletzungen, die in dieser Saison für den Verein eine echte Herausforderung darstellte. Trotz dieser Rückschläge spüren die Spieler den enormen Schub, den die heimische Kulisse auslöst – sie ermöglicht ihnen wortwörtlich zehn Prozent mehr Leistung! Erfahre mehr über den Kapitän, seinen schönsten Moment in 2025 und innovative Methoden wie Neuro-Training. Außerdem verrät er seine Wünsche zum 60-jährigen Jubiläum des Vereins und wie es um seine Vertragsverlängerung steht. Ein Muss für alle Fans des RWE!

Nach der Winterpause will der Kapitän endlich wieder angreifen. Dann soll sich auch seine Zukunft klären. Der Vertrag von Schwarz läuft im kommenden Juni aus. Gespräche hat es bislang allerdings noch nicht gegeben. „Aber ich weiß, was ich an Erfurt habe, und der Club weiß, was er an mir hat. Ich denke schon, dass wir auf einen Nenner kommen“, sagte Schwarz im RWE-Talk.

Schwarz: „Mit Rot-Weiß Erfurt in die dritte Liga aufsteigen“

Er ist eines der wenigen Eigengewächse im Kader des Viertligisten. Der Gothaer spielt seit 2011 beim FC Rot-Weiß, unterbrochen nur durch sein Engagement in der Saison 2019/20 bei Inter Leipzig. Dass Schwarz liebend gerne bei seinem Herzensclub bleiben will, ergibt sich allein schon aus seinem ganz persönlichen Traum: „Ich habe ein großes Ziel, und das ist ganz klar mit Rot-Weiß Erfurt in die dritte Liga aufzusteigen. Das wäre für mich die Krönung.“

RWE-Talk
Rot-Weiß-Kapitän Til Schwarz (links) im Gespräch mit Marco Alles, Sportchef bei Funke Medien Thüringen.© Screenshot Funke Medien Thüringen

Er und seine Teamkollegen gehen dafür in dieser Saison neue Wege. Um im Training neue Reize zu setzen, bedient sich der Fußball-Regionalligist innovativer Methoden. Einmal in der Woche bereichert Neurotraining den Alltag der Rot-Weiß-Profis. In der Formel 1 sind jene Übungen längst etabliert. „Mir hilft das unglaublich weiter. Zum Aufwärmen tragen wir zum Beispiel eine Lochbrille, die das Sichtfeld extrem beeinträchtigt. Wenn du sie absetzt, siehst du im ersten Moment doppelt so scharf. So werden neue Reize gesetzt“, sagte Schwarz. Auf dem Fußballfeld geht es für ihn darum, durch die Übungen langfristig Spielsituationen schneller zu erfassen.

RWE-Talk

In der Gesprächsreihe von Funke Medien Thüringen befragt Sportchef Marco Alles regelmäßig Protagonisten des FC Rot-Weiß Erfurt zu sämtlichen Themen rund um den Verein. Im RWE-Talk geht es aber nicht nur um den Fußball, sondern auch um den Menschen hinter dem Sportler. Was zeichnet ihn aus? Was treibt ihn an? Womit beschäftigt er sich, wenn der Ball mal nicht rollt? Zu sehen sind alle Interviews auf dem Youtube-Kanal von Funke Thüringen.

Die Bilanz der ersten 19 Begegnungen der Saison betrachtet Schwarz derweil mit gemischten Gefühlen. Gegen Chemnitz (2:2), Meuselwitz (3:3) oder in Eilenburg (1:1) habe seine Mannschaft Punkte liegengelassen. „Man darf aber nicht vergessen, dass ein Unentschieden keine Niederlage ist. Wir haben erst zweimal verloren. Das war gegen Lok Leipzig und gegen Halle, die damals ganz oben standen“, sagte der Erfurter Spielführer, der mit seiner Mannschaft auf dem dritten Platz überwintert.

Am ersten Punktspiel-Wochenende mit der Auswärtsfahrt nach Greifswald entscheidet sich bei der Auslosung am 1. Februar auch, gegen wen der Regionalligist im Landespokal-Halbfinale antritt. „Wenn du gewinnen willst, musst du jeden Gegner schlagen“, sagte Schwarz. Im Falle des Weiterkommens hat er jedoch einen klaren Wunsch: „Das Derby, das fände ich cool.“

Schwarz sieht noch Mini-Chance im Kampf um Meisterschaft

Dass für diesen Fall das Steigerwaldstadion nicht zur Verfügung stehen würde, macht ihn sprachlos. „Als ich den Grund gelesen habe, ist mir die Kinnlade auf den Tisch gefallen. Für mich ist das unverständlich“, sagte Schwarz über die Tatsache, dass die Arena bereits seit mehr als einem Jahr durch den Jugendweihe Erfurt e.V. gebucht ist.

So oder so lebt der Traum vom ersten Erfurter Landespokalsieg seit 2017. Aber auch in der Meisterschaft will Til Schwarz mit dem FC Rot-Weiß den Fokus nicht verlieren. Obwohl zum Jahreswechsel der überragende Tabellenführer Lok Leipzig schon neun Punkte enteilt ist, sieht der Rot-Weiß-Kapitän durchaus noch Chancen: „Ich will nicht den großen Angriff auf die Tabellenspitze verkünden. Aber es sind jetzt noch 15 Spiele. Da kann in jede Richtung etwas passieren.“